Warner-Deal: Herber Rückschlag für Paramount-Angriff auf Netflix

Jared Kushners Firma Affinity Partners zieht sich überraschend aus dem Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery zurück. Damit verliert das Paramount-Lager einen finanziell, aber vor allem auch politisch wichtigen Partner im Milliarden-Duell gegen Netflix.
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Rückzug aus Milliarden-Poker um Warner Bros. Discovery

Jared Kushners Private-Equity-Firma Affinity Partners hat ihren Rückzug aus dem Übernahmekampf um den Unterhaltungskonzern Warner Bros. Discovery (WBD) bekannt gegeben. Das Unternehmen war bisher einer der Geldgeber für das feindliche Übernahmeangebot von Paramount Skydance in Höhe von 108,4 Milliarden Dollar (rund 92,3 Milliarden Euro) aufgetreten.

Paramount, mittlerweile kontrolliert von der Familie des Oracle-Gründers Larry Ellison und geführt von dessen Sohn David Ellison, versucht mit diesem Angebot, einen konkurrierenden Deal zwischen WBD und dem Streaming-Marktführer Netflix zu verhindern. Netflix plant den Erwerb der renommierten Filmstudios und des Streamingdienstes HBO Max für rund 82,7 Milliarden Dollar (etwa 70,4 Milliarden Euro), um den eigenen Content-Katalog massiv auszubauen.

Der Rückzug erfolgt inmitten wachsender politischer Aufmerksamkeit für die Beteiligung Kushners, der der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump ist. Ein Sprecher von Affinity erklärte, dass sich die Dynamik der Investition seit dem Einstieg im Oktober erheblich verändert habe. Da nun zwei starke Wettbewerber um die Zukunft dieses "einzigartigen amerikanischen Vermögenswertes" konkurrieren würden, habe man sich entschieden, die Gelegenheit nicht weiter zu verfolgen. Das Unternehmen glaube jedoch weiterhin an die strategische Logik des Paramount-Angebots, wolle aber eigenen Angaben nach nicht zum Störfaktor werden.

Wie CNBC berichtet, wurde die Rolle von Affinity Partners erst durch eine Börsenpflichtmitteilung in der vergangenen Woche öffentlich. Neben Kushners Firma wird das Angebot von Paramount durch ein Konsortium gestützt, dem unter anderem RedBird Capital sowie Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi angehören. Das finanzielle Engagement von Affinity soll sich laut Berichten auf vergleichsweise geringe 200 Millionen Dollar (etwa 170 Millionen Euro) belaufen haben. Dennoch sorgte die Personalie aufgrund der familiären Nähe zum Weißen Haus für erhebliches Aufsehen in Washington und an der Wall Street.


Politische Interessen und Hürden

Die Beteiligung Kushners galt als heikel, da Präsident Trump wiederholt angekündigt hatte, sich persönlich in die regulatorische Prüfung eines jeden WBD-Deals einzuschalten. Ein besonderer Dorn im Auge ist dem Präsidenten der Nachrichtensender CNN, der zu WBD gehört und den Trump regelmäßig kritisiert. Wäre der Deal mit Affinity-Beteiligung zustande gekommen, hätte Trumps Schwiegersohn indirekt Anteile an der Muttergesellschaft des Senders gehalten. Trump hatte zudem Bedenken gegenüber dem konkurrierenden Netflix-Deal geäußert und dabei auf eine mögliche zu große Marktmacht des Streaming-Dienstes verwiesen, was kartellrechtliche Fragen aufwirft.


Das Paramount-Lager versucht indes, die Übernahme als notwendigen Schritt zur Konsolidierung im Kampf gegen Tech-Giganten wie Amazon und Disney darzustellen. Die Finanzierung des Paramount-Angebots stößt bei Warner Bros. Discovery jedoch auf Skepsis. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist, dass ein Großteil des Eigenkapitals durch einen widerruflichen Treuhandfonds von Larry Ellison abgesichert ist. Das erscheint dem WBD-Board offenbar zu unsicher, da die Mittel theoretisch kurzfristig entzogen werden könnten. Es wird erwartet, dass WBD den Aktionären empfehlen wird, das Paramount-Angebot abzulehnen und stattdessen den Teilverkauf an Netflix zu favorisieren.

Rückzug bei serbischem Projekt

Das Ausscheiden aus dem Bieterverfahren ist nicht der einzige Rückzug Kushners in dieser Woche. Fast zeitgleich gab Affinity Partners bekannt, ein geplantes Luxus-Hotelprojekt in Serbien nicht weiterzuverfolgen. Das geschah, nachdem serbische Staatsanwälte Korruptionsvorwürfe gegen Regierungsbeamte erhoben hatten, die eng mit der Genehmigung des Projekts in Verbindung standen.

Die Entscheidung Kushners, sich aus dem Mediengeschäft zurückzuziehen, dürfte den Fokus nun wieder stärker auf die rein wirtschaftlichen Aspekte der beiden konkurrierenden Angebote lenken. Für Paramount bedeutet der Wegfall eines, wenn auch finanziell kleinen, Partners einen gewissen Reputationsverlust in einer ohnehin schwierigen Verhandlungsphase.

Was haltet ihr von dem Rückzug Kushners aus diesem Mega-Deal? Seht ihr darin eher politische oder rein finanzielle Gründe? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

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Zusammenfassung
  • Jared Kushners Firma Affinity Partners zieht sich aus Übernahmekampf zurück
  • Paramount verliert Partner im 108,4-Milliarden-Dollar-Angebot für Warner
  • Netflix plant konkurrierenden Kauf von Warner-Filmstudios für 82,7 Milliarden
  • Kushners Beteiligung war politisch heikel wegen familiärer Nähe zum Präsidenten
  • Trump hatte angekündigt, sich persönlich in die regulatorische Prüfung einzumischen
  • Finanzierung durch einen widerruflichen Treuhandfonds wird vom WBD-Board kritisch gesehen
  • Kushner gibt zeitgleich geplantes Luxus-Hotelprojekt in Serbien auf

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