Microsoft Defender: Störung verhindert Alarm bei laufenden Angriffen

Microsoft kämpft derzeit mit den Folgen einer Störung, die seit gestern den Zugriff auf zentrale Funktionen des Defender-XDR-Portals beeinträchtigt. Das Problem kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass es bei laufenden Angriffen keinen Alarm mehr gibt.
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Peak im Traffic

Wie aus einer Servicewarnung im Admin Center (DZ1191468) hervorgeht, haben zahlreiche Kunden Schwierigkeiten, bestimmte Bereiche des Sicherheitsportals zu öffnen oder zu nutzen. Nach Angaben des Unternehmens geht die Störung auf einen unerwartet starken Anstieg des Datenverkehrs zurück. Dieser habe zu einer ungewöhnlich hohen Auslastung der Prozessorressourcen in jenen Systemkomponenten geführt, die für die Bereitstellung der Defender-Portal-Funktionen zuständig sind.

Die Auswirkungen waren offenbar so deutlich, dass Microsoft den Vorfall offiziell als "Incident" einstufte, ein Begriff, den das Unternehmen üblicherweise für schwerwiegende Serviceprobleme mit spürbaren Nutzer-Einschränkungen verwendet. Das geht aus einem Bericht von BleepingComputer hervor.


Im Verlauf des Tages meldete Microsoft erste Fortschritte. Durch zusätzliche technische Maßnahmen und eine Erhöhung der Verarbeitungskapazitäten sei es gelungen, die Verfügbarkeit für einen Teil der betroffenen Kunden wiederherzustellen. Interne Telemetriedaten deuteten darauf hin, dass die Systeme für einige Nutzer inzwischen stabiler laufen.

Dennoch bleibt der Vorfall nicht ohne Folgen. Laut Microsoft zählen zu den weiterhin gestörten Funktionen unter anderem fehlende Meldungen aus der erweiterten Threat-Hunting-Analyse. Außerdem werden teilweise geschützte Geräte nicht im Portal angezeigt. Um der Ursache des Problems weiter auf den Grund zu gehen, wertet der Hersteller derzeit HTTP-Archive-Dateien (HAR-Traces) aus, die betroffene Organisationen bereitstellen.

Entstörung läuft

Im weiteren Verlauf konnte Microsoft bestätigen, dass die Probleme bei immer mehr Kunden abgestellt werden konnten. Die Auslastung der Systeme habe sich über einen längeren Zeitraum hinweg in einem unkritischen Bereich stabilisiert. Gleichzeitig betonte der Konzern, dass eine kleine Zahl von Organisationen weiterhin Schwierigkeiten meldet. Mit diesen Kunden arbeite man eng zusammen, um zusätzliche Diagnoseinformationen zu sammeln und die noch bestehenden Fehlerquellen zu identifizieren.

Microsoft kündigte an, die Situation weiter genau zu beobachten und die betroffenen Unternehmen kontinuierlich über den Fortschritt zu informieren. Ein Zeitpunkt für die vollständige Wiederherstellung aller Portal-Funktionen wurde bislang jedoch nicht genannt.

Zusammenfassung
  • Störung im Defender-XDR-Portal verhindert Alarme bei Angriffen
  • Ungewöhnlich hoher Datenverkehr führte zu Prozessorüberlastung
  • Microsoft stufte das Problem als schwerwiegenden 'Incident' ein
  • Erste Verbesserungen durch erhöhte Verarbeitungskapazitäten erreicht
  • Fehlende Threat-Hunting-Meldungen und nicht angezeigte Geräte im Portal
  • Microsoft wertet HTTP-Archive-Dateien betroffener Organisationen aus
  • Keine Angaben zur vollständigen Wiederherstellung aller Funktionen

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