Heiße Geothermie: Neues Kraftwerk will aktiven Vulkan nutzen
Am Fuß des Newberry-Vulkans im US-Bundesstaat Oregon entsteht derzeit ein Projekt, das die Grenzen der bisherigen Geothermie deutlich erweitern soll. Ingenieurteams arbeiten daran, das heißeste Erdwärme-Kraftwerk aller Zeiten zu konstruieren.
Ab dem kommenden Jahr soll die Anlage erstmals Strom an umliegende Haushalte und Betriebe liefern. Doch das Start-up Mazama Energy, das hinter dem Projekt steht, hat deutlich größere Ambitionen: Es will Temperaturen von über 400 Grad erreichen - einen Bereich, den Fachleute als "Superhot Rock" bezeichnen.
Derartige Bedingungen könnten die Stromerzeugung aus Geothermie revolutionieren. Während Erdwärme heute weniger als ein Prozent der weltweiten Stromproduktion ausmacht, sieht die Internationale Energieagentur die Möglichkeit, diesen Anteil bis 2050 auf bis zu acht Prozent zu steigern. In der Theorie könnten superheiße geothermische Systeme sogar ein Vielfaches des globalen Energiebedarfs liefern.
Mazama setzt auf sogenannte "Enhanced Geothermal Systems" (EGS): Statt auf natürliche Wasserreservoire angewiesen zu sein, wird Wasser in künstlich geschaffene Risse im heißen Gestein gepumpt. Das Verfahren wurde inspiriert von Fracking-Techniken der Öl- und Gasindustrie und ermöglicht Geothermie an deutlich mehr Standorten weltweit. Projekte in den USA, Europa und Asien haben das Prinzip bereits im Pilotmaßstab demonstriert.
Den potenziellen Risiken steht die Aussicht auf eine deutlich effizientere Energiegewinnung entgegen: Superkritisches Wasser, ein Zustand zwischen flüssig und gasförmig, der ab rund 374 Grad und hohem Druck eintritt, transportiert enorme Energiemengen und könnte den Ertrag einzelner Bohrlöcher vervielfachen. Mazama plant deshalb, im kommenden Jahr neue Schächte bis zu Temperaturen über 400 Grad zu erschließen.
Mazama will im kommenden Jahr mit einer Stromleistung von 15 Megawatt starten. Die Anlage kann dann auf Grundlage der vorliegenden und genehmigten Planungen auf bis zu 200 Megawatt ausgebaut werden. Laut dem Unternehmen wären an dem Standort perspektivisch auch bis zu 5 Gigawatt Leistung möglich, womit man etwa zwei Drittel des Strombedarfs Oregons decken könnte.
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Kritisches Wasser
An dem Standort soll die Hitze eines aktiven Vulkans für die Erzeugung von Strom genutzt werden, berichtet die Washington Post. Der Newberry-Vulkan zählt laut dem U.S. Geological Survey zu den größten und potenziell gefährlichsten aktiven Vulkanen der Vereinigten Staaten. In den bereits gebohrten Tiefen herrschen Temperaturen von rund 330 Grad Celsius.Ab dem kommenden Jahr soll die Anlage erstmals Strom an umliegende Haushalte und Betriebe liefern. Doch das Start-up Mazama Energy, das hinter dem Projekt steht, hat deutlich größere Ambitionen: Es will Temperaturen von über 400 Grad erreichen - einen Bereich, den Fachleute als "Superhot Rock" bezeichnen.
Derartige Bedingungen könnten die Stromerzeugung aus Geothermie revolutionieren. Während Erdwärme heute weniger als ein Prozent der weltweiten Stromproduktion ausmacht, sieht die Internationale Energieagentur die Möglichkeit, diesen Anteil bis 2050 auf bis zu acht Prozent zu steigern. In der Theorie könnten superheiße geothermische Systeme sogar ein Vielfaches des globalen Energiebedarfs liefern.
Mazama setzt auf sogenannte "Enhanced Geothermal Systems" (EGS): Statt auf natürliche Wasserreservoire angewiesen zu sein, wird Wasser in künstlich geschaffene Risse im heißen Gestein gepumpt. Das Verfahren wurde inspiriert von Fracking-Techniken der Öl- und Gasindustrie und ermöglicht Geothermie an deutlich mehr Standorten weltweit. Projekte in den USA, Europa und Asien haben das Prinzip bereits im Pilotmaßstab demonstriert.
Risiken im Blick
Allerdings birgt die Methode Risiken. Das Einpressen von Wasser kann kleinere Erdbeben auslösen, ein Problem, das bereits an mehreren Teststandorten beobachtet wurde. Auch am Newberry-Vulkan gab es in den vergangenen Monaten leichte Erschütterungen. Fachleute betonen jedoch, dass sich das Risiko durch präzise Überwachung und technische Anpassungen kontrollieren lasse.Den potenziellen Risiken steht die Aussicht auf eine deutlich effizientere Energiegewinnung entgegen: Superkritisches Wasser, ein Zustand zwischen flüssig und gasförmig, der ab rund 374 Grad und hohem Druck eintritt, transportiert enorme Energiemengen und könnte den Ertrag einzelner Bohrlöcher vervielfachen. Mazama plant deshalb, im kommenden Jahr neue Schächte bis zu Temperaturen über 400 Grad zu erschließen.
Mazama will im kommenden Jahr mit einer Stromleistung von 15 Megawatt starten. Die Anlage kann dann auf Grundlage der vorliegenden und genehmigten Planungen auf bis zu 200 Megawatt ausgebaut werden. Laut dem Unternehmen wären an dem Standort perspektivisch auch bis zu 5 Gigawatt Leistung möglich, womit man etwa zwei Drittel des Strombedarfs Oregons decken könnte.
Zusammenfassung
- Neues Geothermie-Kraftwerk soll am aktiven Newberry-Vulkan in Oregon entstehen
- Temperaturen von über 400 Grad könnten revolutionäre Stromerzeugung ermöglichen
- Start-up Mazama Energy setzt auf verbesserte geothermische Systeme (EGS)
- Die Technologie wurde von Fracking-Methoden der Öl- und Gasindustrie inspiriert
- Risiko kleinerer Erdbeben durch Wassereinpressung kann kontrolliert werden
- Superkritisches Wasser könnte den Ertrag der Bohrlöcher deutlich vervielfachen
- Projekt startet 2026 mit 15 Megawatt und kann auf bis zu 5 Gigawatt ausgebaut werden
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