Spektakulärer Fund: Womöglich einzige Version von Unix V4 aufgetaucht
Bei Aufräumarbeiten an der University of Utah wurde ein über 50 Jahre altes Magnetband entdeckt, das möglicherweise die einzige vollständige Kopie von Unix V4 aus dem Jahr 1973 enthält. Das Band soll nun im Computer History Museum analysiert werden.
Das neunspurige Magnetband stammt vermutlich aus dem Büro des verstorbenen Professors Jay Lepreau, dessen Handschrift auf dem Etikett zu erkennen ist. Lepreau war ein renommierter Informatiker, der 2008 verstarb und sich intensiv mit Betriebssystemen beschäftigte. Das Band soll ursprünglich von Martin Newell stammen, der es von AT&T erhalten haben könnte. Newell ist unter anderem durch seinen "Utah Teapot" bekannt, der in der Computergrafik weltberühmt wurde und heute noch als Standard-Testobjekt für 3D-Rendering dient.
Rob Ricci von der University of Utah berichtete auf Mastodon (via The Register) über den spektakulären Fund. Trotz der weiten Verbreitung früher Unix-Versionen sind vollständige Kopien heute außergewöhnlich. Die damalige Technologie erforderte die Speicherung auf sperrigen Magnetbändern, die oft überschrieben oder entsorgt wurden, oder die Daten über die Zeit verloren.
Die womöglich einzige komplette Kopie von Unix V4
Entwickelt wurde Unix ursprünglich von Ken Thompson, Dennis Ritchie, Doug McIlroy und Joe Ossanna bei AT&T Bell Labs als Alternative zum komplexen Multics-System. Der Name entstand als Wortspiel. Aus "Multiplexed Information and Computer Services" wurde "Uniplexed Information and Computing Service", später verkürzt zu Unix. Die Fourth Edition erschien im November 1973 und war die erste Version, die außerhalb der Bell Labs verteilt wurde.
Unix V4 lief auf der PDP-11-Architektur von Digital Equipment Corporation und benötigte mindestens 96 Kilobyte Arbeitsspeicher. Zur damaligen Zeit war das eine beachtliche Menge. Das System unterstützte bereits Pipes, die heute noch fundamentaler Bestandteil aller Unix-ähnlichen Systeme sind. Die Version legte zudem den Grundstein für die spätere Verbreitung von Unix an Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Die Erfolgsaussichten stehen laut den Beteiligten gut, da es sich um ein 3M-Band aus den 1970er Jahren handelt. Diese Bänder gelten als besonders langlebig, allerdings können nach über 50 Jahren dennoch Probleme wie Magnetverlust oder klebrige Bänder auftreten. Kossow hat bereits angekündigt, das Projekt aufgrund seiner Wichtigkeit an die Spitze seiner Prioritätenliste zu setzen.
Falls die Datenrettung gelingt, könnte die Software wieder auf Original-PDP-11-Hardware oder in Emulatoren zum Leben erweckt werden. Das würde Forschern und Enthusiasten ermöglichen, die Entwicklung von Unix in einer kritischen Phase nachzuvollziehen und möglicherweise bisher unbekannte Details über die frühe Betriebssystementwicklung zu entdecken.
Was haltet ihr von solchen historischen Computerfunden? Und welche Retro-Schätze schlummern vielleicht bei euch auf dem Dachboden?
Siehe auch:
Sensationeller Fund in staubiger Abstellkammer
Ein spektakulärer Zufallsfund könnte ein wichtiges Kapitel der Computergeschichte wieder zum Leben erwecken. Denn Mitarbeiter der University of Utah haben bei Aufräumarbeiten ein Magnetband mit der handschriftlichen Aufschrift "Unix Original From Bell Labs V4 (See Manual for format)" gefunden. Falls der Inhalt der Beschriftung entspricht, handelt es sich um ein verschollen geglaubtes Stück Computergeschichte. Es wäre die einzige bekannte vollständige Kopie von Unix V4 aus dem Jahr 1973.Das neunspurige Magnetband stammt vermutlich aus dem Büro des verstorbenen Professors Jay Lepreau, dessen Handschrift auf dem Etikett zu erkennen ist. Lepreau war ein renommierter Informatiker, der 2008 verstarb und sich intensiv mit Betriebssystemen beschäftigte. Das Band soll ursprünglich von Martin Newell stammen, der es von AT&T erhalten haben könnte. Newell ist unter anderem durch seinen "Utah Teapot" bekannt, der in der Computergrafik weltberühmt wurde und heute noch als Standard-Testobjekt für 3D-Rendering dient.
Rob Ricci von der University of Utah berichtete auf Mastodon (via The Register) über den spektakulären Fund. Trotz der weiten Verbreitung früher Unix-Versionen sind vollständige Kopien heute außergewöhnlich. Die damalige Technologie erforderte die Speicherung auf sperrigen Magnetbändern, die oft überschrieben oder entsorgt wurden, oder die Daten über die Zeit verloren.
Historische Bedeutung von Unix V4
Unix V4, offiziell als Fourth Edition bezeichnet, nimmt eine besondere Stellung in der Computergeschichte ein. Es war die erste Version des Betriebssystems, bei der der Kernel und zentrale Dienstprogramme in der damals neuen Programmiersprache C geschrieben wurden. Diese Entscheidung machte Unix deutlich portabler als die in Assembler programmierten Vorgängerversionen.
Die womöglich einzige komplette Kopie von Unix V4
Entwickelt wurde Unix ursprünglich von Ken Thompson, Dennis Ritchie, Doug McIlroy und Joe Ossanna bei AT&T Bell Labs als Alternative zum komplexen Multics-System. Der Name entstand als Wortspiel. Aus "Multiplexed Information and Computer Services" wurde "Uniplexed Information and Computing Service", später verkürzt zu Unix. Die Fourth Edition erschien im November 1973 und war die erste Version, die außerhalb der Bell Labs verteilt wurde.
Unix V4 lief auf der PDP-11-Architektur von Digital Equipment Corporation und benötigte mindestens 96 Kilobyte Arbeitsspeicher. Zur damaligen Zeit war das eine beachtliche Menge. Das System unterstützte bereits Pipes, die heute noch fundamentaler Bestandteil aller Unix-ähnlichen Systeme sind. Die Version legte zudem den Grundstein für die spätere Verbreitung von Unix an Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Rettungsmission startet
Das jetzt wiederentdeckte wertvolle Band wird von einem Mitarbeiter der Universität Utah persönlich zum Computer History Museum in Mountain View, Kalifornien, transportiert. Dort übernimmt Al Kossow, Software-Bibliothekar und Betreiber des Bitsavers-Archive, die heikle Datenrettung. Die Signale sollen direkt vom Lesekopf abgegriffen und mit einem mehrkanaligen Analog-Digital-Wandler in RAM eingelesen werden.Die Erfolgsaussichten stehen laut den Beteiligten gut, da es sich um ein 3M-Band aus den 1970er Jahren handelt. Diese Bänder gelten als besonders langlebig, allerdings können nach über 50 Jahren dennoch Probleme wie Magnetverlust oder klebrige Bänder auftreten. Kossow hat bereits angekündigt, das Projekt aufgrund seiner Wichtigkeit an die Spitze seiner Prioritätenliste zu setzen.
Falls die Datenrettung gelingt, könnte die Software wieder auf Original-PDP-11-Hardware oder in Emulatoren zum Leben erweckt werden. Das würde Forschern und Enthusiasten ermöglichen, die Entwicklung von Unix in einer kritischen Phase nachzuvollziehen und möglicherweise bisher unbekannte Details über die frühe Betriebssystementwicklung zu entdecken.
Was haltet ihr von solchen historischen Computerfunden? Und welche Retro-Schätze schlummern vielleicht bei euch auf dem Dachboden?
Zusammenfassung
- Mitarbeiter der University of Utah entdecken Magnetband mit Unix V4 von 1973
- Das Band stammt vermutlich vom verstorbenen Informatik-Professor Jay Lepreau
- Unix V4 war die erste Version mit Kernel und Dienstprogrammen in C
- Die vierte Edition benötigte mindestens 96 Kilobyte Arbeitsspeicher
- Das historische Band wird zum Computer History Museum in Kalifornien gebracht
- Software-Bibliothekar Al Kossow übernimmt die anspruchsvolle Datenrettung
- Bei erfolgreicher Rettung könnte die Software auf Original-Hardware laufen
Siehe auch:
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