Konflikt um Shopping-Bot eskaliert:
Amazon verklagt Perplexity

Amazon verklagt das KI-Startup Perplexity wegen dessen Shopping-Assistenten Comet. Der Online-Riese wirft dem Unternehmen Computerbetrug vor, da die KI heimlich Einkäufe für Nutzer tätigt. Perplexity spricht von "Mobbing" und Wettbewerbsverzerrung.
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Amazon zieht vor Gericht gegen Perplexity

Amazon hat am Dienstag eine Klage gegen Perplexity AI eingereicht, um das Startup daran zu hindern, seinen KI-Browser-Agenten Comet für Online-Einkäufe zu nutzen. Der E-Commerce-Gigant beschuldigt Perplexity des Computerbetrugs, da das Unternehmen nicht offenlegt, wann Comet im Namen eines echten Nutzers einkauft, was gegen Amazons Nutzungsbedingungen verstößt.

Perplexity hat mit seinem Comet-Browser eine Funktion entwickelt, die automatisch Produkte auf verschiedenen Websites - einschließlich Amazon - für Nutzer finden und kaufen kann. Wenn ein Nutzer bei Amazon angemeldet ist, kann der Comet-Assistent schnell Artikel finden und auch direkt kaufen.

Wie CNBC berichtet, verteidigt sich Perplexity mit entschieden gegen die Vorwürfe und teil selbst gegen Amazon aus. Das Unternehmen bezeichnete Amazons Vorgehen als "Mobbing" und Bullying und argumentiert, dass der Online-Riese primär daran interessiert sei, Werbung und gesponserte Ergebnisse zu verkaufen, anstatt das Einkaufserlebnis zu verbessern.

Eskalation nach gescheiterten Verhandlungen

Amazon selbst beruft sich auf seine Nutzungsbedingungen, diese verbieten "jede Verwendung von Data Mining, Robotern oder ähnlichen Datensammlung- und Extraktionstools". Im November 2024 hatte Amazon Perplexity bereits aufgefordert, den Einsatz von KI-Agenten für Käufe zu stoppen, bis beide Unternehmen eine Vereinbarung über diese Praxis treffen. Das Startup befolgte diese Aufforderung zunächst.

Doch im August begann Perplexity erneut mit der Nutzung seines neuen Comet-Browser-Agenten, der sich in die Amazon-Konten der Nutzer einloggte. Das Mal identifizierte Perplexity die Agenten als Google Chrome Browser-Nutzer. Als Amazon versuchte, die Bots zu blockieren, veröffentlichte Perplexity eine neue Version von Comet, um die Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.

Bedrohung für Amazons Werbegeschäft

Der Grund für die so ablehnende Haltung Amazons ist, dass Shopping-Agenten eine erhebliche Bedrohung für das lukrative Werbegeschäft des Versandhändlers darstellen könnten, da das Unternehmen den größten Teil seiner Einnahmen durch den Verkauf prominenter Platzierungen in seinem Webshop generiert. Wenn Bots für Kunden einkaufen, verliert diese Werbeplatzierung möglicherweise ihren Wert. Amazon-CEO Andy Jassy sagte in einem Earnings Call letzte Woche, dass die Kundenerfahrung bei KI-Shopping-Agenten "nicht gut" sei, da Personalisierung, nutzerspezifische Einkaufshistorie sowie korrekte Lieferzeiten und Preise fehlen würden.

Das Unternehmen führte im Februar 2024 selbst seinen eigenen KI-Shopping-Assistenten "Rufus" ein und startete im April 2025 eine "Buy For Me"-Funktion, die Käufe von anderen Marken-Websites innerhalb der Amazon-App ermöglicht.

Die Situation wird durch die Tatsache verkompliziert, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos persönlich in Perplexity investiert hat und an einer Finanzierungsrunde Anfang 2024 teilgenommen hat. Das Startup wird mittlerweile auf 20 Milliarden Dollar geschätzt. Perplexity wurde 2022 von Aravind Srinivas gegründet und hat sich als Alternative zu traditionellen Suchmaschinen positioniert, indem es KI-gestützte Antworten auf Nutzeranfragen liefert.

Was denkt ihr über diesen Konflikt zwischen Amazon und Perplexity? Sollten KI-Agenten frei auf E-Commerce-Plattformen agieren dürfen, oder haben Unternehmen das Recht, solche Bots zu blockieren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.

Zusammenfassung
  • Amazon klagt gegen Perplexity wegen KI-Shopping-Assistent Comet
  • Vorwurf des Computerbetrugs durch heimliche Einkäufe für Nutzer
  • Perplexity bezeichnet Amazons Vorgehen als Mobbing und wettbewerbsverzerrend
  • Amazon bemängelt Verstöße gegen Nutzungsbedingungen durch KI-gestützte Bots
  • KI-Shopping-Agenten gefährden Amazons lukratives Werbegeschäft
  • Amazon führte im Februar 2024 eigenen KI-Assistenten 'Rufus' ein
  • Paradoxerweise ist Amazon-Gründer Jeff Bezos an Perplexity beteiligt

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