Intels wundersame Auferstehung:
Plötzlich wieder dicke Gewinne

Der Chiphersteller Intel hat sich im dritten Quartal deutlich erholt und erstmals seit Jahren wieder kräftige Gewinne eingefahren. Der Sanierungskurs und die jüngsten Produktentwicklungen scheinen sich also auszuzahlen.
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Einnahmen steigen bei PC-Chips

Das Unternehmen erzielte zwischen Juli und September einen Nettogewinn von 4,1 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 13,7 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Intel noch einen Verlust von 16,6 Milliarden Dollar verbucht, der Umsatz legte um drei Prozent im Jahresvergleich zu.

Konzernchef Lip-Bu Tan sprach bei der Präsentation der Geschäftszahlen von "solider Umsetzung und stetem Fortschritt bei den strategischen Prioritäten". Vor allem die wachsende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) beflügle das Geschäft, sagte Tan. Intel sehe große Chancen sowohl im traditionellen x86-Prozessorsegment als auch bei spezialisierten Beschleunigern und ASIC-Chips. Zudem wolle das Unternehmen mit seinen Foundry-Diensten, also der Auftragsfertigung von Chips, stärker am globalen Halbleitermarkt partizipieren. "Unsere führenden CPUs und die US-basierte Fertigung verschaffen uns eine hervorragende Ausgangsposition", so Tan.


Intel übertraf mit dem Ergebnis die Erwartungen der Analysten. Zudem erhielt der Konzern 5,7 Milliarden Dollar aus den insgesamt 8,9 Milliarden Dollar, die die US-Regierung dem Unternehmen im Rahmen ihrer Investitionsprogramme schuldet. Diese Mittel sollen unter anderem den Ausbau der Chipproduktion in den Vereinigten Staaten fördern.

Das Kerngeschäft mit PC-Prozessoren, gebündelt in der Client Computing Group (CCG), erzielte 8,5 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut Finanzchef David Zinsner profitiert Intel von einer "über den Erwartungen liegenden Nachfrage" im PC-Markt. Dagegen sanken die Erlöse im Bereich Data Center und Künstliche Intelligenz (DCAI) leicht auf 4,1 Milliarden Dollar, ein Rückgang um ein Prozent.

Foundry braucht Zeit

Im Zuge einer größeren Umstrukturierung löste Intel zudem die Netzwerk- und Edge-Sparte (NEX) auf und integrierte deren Aktivitäten in die beiden Hauptbereiche. Gleichzeitig wurde die Tochterfirma Altera, spezialisiert auf programmierbare Chips, teilweise verkauft. Intel hält nun noch 49 Prozent der Anteile.

Das Foundry-Geschäft, das langfristig als Schlüssel für Intels Zukunft gilt, meldete hingegen einen Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Bisher stammen alle Einnahmen aus der Eigenfertigung, externe Großkunden konnte Intel bislang noch nicht gewinnen. Hier benötigt das Unternehmen vor allem noch Zeit, um einige angelaufene Partnerschaften so weit zu bringen, dass die wirklich Einnahmen generieren.

Zusammenfassung
  • Intel verzeichnet im dritten Quartal 4,1 Milliarden Dollar Nettogewinn
  • Umsatzsteigerung um drei Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar im Vergleich
  • Wachsende Nachfrage nach KI und x86-Prozessoren treibt das Geschäft an
  • PC-Prozessorsparte wächst um fünf Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar
  • US-Regierung zahlt 5,7 Milliarden Dollar an Fördergeldern für Chipproduktion
  • Intels Foundry-Geschäft sinkt leicht um zwei Prozent auf 4,2 Milliarden
  • Umstrukturierung: Netzwerksparte aufgelöst und Altera teilweise verkauft

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