Putins Roboterpanzer Uran-9 ist ein spektakulärer Milliarden-Flop

Russlands Kampfroboter Uran-9 sollte die Zukunft der Kriegsführung einläuten. Doch weit gefehlt: Vielmehr erwies sich der millionen­schwere "Roboterpanzer" als kostspieliger Fehlschlag - auch in der Ukraine kommt das System nicht zum Einsatz.

Roboterpanzer fällt bei Kampftest durch

Die Uran-9 galt als Vorzeigeprodukt der russischen Verteidigungsindustrie. 2016 wurde das unbemannte Kampffahrzeug mit großem Medienrummel vorgestellt und vom damaligen Verteidigungsminister Sergei Schoigu persönlich beworben. Das zwölf Tonnen schwere System sollte mit seiner 30-Millimeter-Kanone, Panzerabwehrraketen und Maschinengewehren herkömmliche Panzer in gefährlichen Einsätzen ersetzen und übertreffen.

Doch die Realität sah anders aus. Bei ersten Kampftests in Syrien zeigte sich das wahre Gesicht der Technologie. Andrei Anisimow, leitender Forscher des 3. Zentralen Forschungsinstituts des russischen Verteidigungsministeriums, kam bereits 2018 auf einer Konferenz in St. Petersburg zu einem vernichtenden Urteil. Wie Defence Blog berichtet, sei die Uran-9 "nicht in der Lage, die zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen".

Gravierende technische Mängel aufgedeckt

Die Probleme waren vielfältig und schwerwiegend. Die thermischen und elektro-optischen Sensoren konnten Feinde nur auf eine Entfernung von maximal zwei Kilometern erkennen - ein Drittel der offiziell beworbenen Reichweite. Noch gravierender: Die Sensoren und Waffensysteme waren während der Fahrt völlig nutzlos, da ihnen die notwendige Stabilisierung fehlte. Zudem traten erhebliche Verzögerungen bei der Ausführung von Feuerbefehlen auf.

Roboterpanzer im Einsatz: Werbevideo für den Uran-9

Die Funkverbindung erwies sich als besonders problematisch. Während der Tests in Syrien registrierten russische Verteidigungsbeamte 17 Fälle kurzfristigen Kontrollverlusts von bis zu einer Minute und zwei Fälle langfristigen Ausfalls von bis zu 1,5 Stunden. Das Fahrzeug konnte in städtischen Gebieten nur auf 300 bis 500 Meter Entfernung zuverlässig gesteuert werden.

Exportbemühungen scheitern kläglich

Trotz der dokumentierten Mängel versuchte Russland, die Uran-9 zu exportieren. Myanmar zeigte zunächst Interesse und ließ sich das System mehrfach vorführen. Doch nach eingehender Prüfung entschied sich das südostasiatische Land gegen einen Kauf - selbst mit einem "Partnerrabatt" und der Möglichkeit, alte T-34-Panzer in Zahlung zu geben.

Auch westliche Analysten kamen zu vernichtenden Urteilen. BAE Systems, Großbritanniens größter Rüstungskonzern, bewertete Uran-9 als "unzuverlässig" und stellte fest, dass die Sensoren und Waffensysteme des Kampffahrzeugs während der Fahrt nutzlos seien. Das Unternehmen charakterisiert das über Jahre finanzierte Uran-9-Programm als teures Symbol für überzogene Versprechen und mangelhafte Umsetzung.


Ukraine-Krieg entlarvt das Versagen

Seit Russlands Invasion in der Ukraine 2022 gab es keinen einzigen verifizierten Kampfeinsatz der Uran-9. Stattdessen setzen russische Einheiten auf improvisierte, in Werkstätten gebaute Bodenroboter für spezielle Aufgaben. Das verdeutlicht die Kluft zwischen staatlicher Propaganda und tatsächlicher Einsatzfähigkeit.

Laut einer Analyse von Defense Blog zeige Uran-9 exemplarisch die Grenzen russischer Bodenrobotertechnik auf. Sie sehen das milliardenschwere Uran-9-Programm als warnendes Beispiel dafür, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen Papier und Kampfpraxis gebe. Freilich stellt Uran-9 nicht das Ende der Bemühungen hinsichtlich Roboterpanzer und Kampfroboter dar. Aktuell entwickelt Russland gleich mehrere autonome bzw. ferngesteuerte Systeme dieser Art, auch die Ukraine arbeitet an solchen Lösungen. Ob diese von Erfolg gekrönt sein werden, wird sich aber erst zeigen - Uran-9 ist zweifellos ein "gutes" warnendes Beispiel.

Was denkt ihr über das Scheitern der russischen Roboterpanzer? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Russlands Kampfroboter Uran-9 erwies sich als millionenschwerer Fehlschlag
  • Sensoren erkannten Feinde nur auf zwei statt sechs Kilometer Entfernung
  • Bei Fahrt waren Sensoren und Waffensysteme des zwölf Tonnen schweren Systems nutzlos
  • Funkverbindung brach wiederholt ab, in Städten nur 300-500 Meter Reichweite
  • Myanmar lehnte Kauf trotz Sonderrabatt und Inzahlungnahme alter Panzer ab
  • In der Ukraine wurde der stark beworbene Roboterpanzer nie eingesetzt
  • Russland entwickelt weiterhin autonome Kampfsysteme trotz des Milliarden-Flops

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