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Rekordwerte: Neuer Zink-Luft-Akku übertrifft alle Erwartungen

Forscher haben einen Katalysator entwickelt, der Zink-Luft-Batterien zu Rekordwerten führt. Durch atomgenau platzierte Eisen- und Kobalt-Atome auf 2D-Kohlenstoffschichten wird ein altes Problem gelöst: die langsame Sauerstoffchemie.
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Neue Batterie-Ära: Zink-Luft kann endlich mithalten

Zink-Luft-Batterien gelten seit Langem als vielversprechende Alternative zu Lithium-Ionen-Systemen. Sie bieten hohe Energiedichten und nutzen Zink als kostengünstigen Rohstoff. Doch zwei Reaktionen bremsen ihren Einsatz: die Sauerstoffreduktion beim Entladen und die Sauerstoffentwicklung beim Laden. Beide verlaufen träge und verschlechtern Leistung und Lebensdauer.

Herkömmliche Katalysatoren aus Platin oder Ruthenium beschleunigen diese Prozesse, sind jedoch teuer und meist nur für eine Richtung effizient. Einen Ausweg versprechen Single-Atom-Katalysatoren, bei denen einzelne Metallatome auf Kohlenstoffträgern verteilt sind. Sie nutzen das Material optimal, stoßen aber ebenfalls an Grenzen. Die Lösung der Forschergruppe der Monash University in Australien: benachbarte Eisen- und Kobalt-Atome, eingebettet in zweidimensionale, stickstoffdotierte Kohlenstoffschichten.


Die Forscher nutzten dafür ein ungewöhnliches Verfahren: Sie legten das Ausgangsmaterial - ein Gerüst aus Metall- und Kohlenstoffverbindungen - in ein Salzbad und erhitzten es auf über 900 Grad. Normalerweise würde so ein Gerüst dabei in sich zusammenfallen. Das Salz aber stabilisiert es und "faltet" die Struktur zu hauchdünnen Schichten auf. In diesen Schichten verankern sich einzelne Eisen- und Kobalt-Atome fest im Kohlenstoff.

So entsteht eine Art feinporiger Teppich: riesige Oberfläche, durchzogen von winzigen Kanälen. Das bedeutet: Sauerstoffmoleküle und geladene Teilchen aus dem Elektrolyt können schnell überall hingelangen, statt lange Umwege zu nehmen. Jede aktive Stelle im Material wird so nutzbar gemacht.

Entscheidend ist auch die Rolle des Stickstoffs, der in das Kohlenstoffgerüst eingebaut wird. Manche Stickstoff-Atome verbessern die elektrische Leitfähigkeit, andere verändern die Oberfläche so, dass sich Sauerstoff leichter anlagern oder wieder ablösen kann. Computersimulationen zeigen, dass genau diese Kombination die Energiekosten der Reaktionen senkt.

Praktische Rekorde gemessen

Praktische Messungen bestätigen das: Der neue Katalysator erreicht bei der Sauerstoffaufnahme einen Wert, der bislang nur mit teuren Platin-Katalysatoren erreichbar war - und bei der Sauerstoffabgabe sogar noch besser ist. In einem Zink-Luft-Akku eingebaut, liefert er fast 230 Milliwatt pro Quadratzentimeter Leistung und eine Energiedichte von knapp 1.000 Wattstunden pro Kilogramm. Zum Vergleich: handelsübliche Katalysatoren auf Platin-Basis bleiben deutlich darunter.

Am erstaunlichsten ist die Lebensdauer: Über 74 Tage und mehr als 3.500 Lade- und Entladezyklen blieb die Batterie stabil. Damit zeigt die im Chemical Engineering Journal veröffentlichte Studie, dass diese Technologie nicht nur im Labor glänzt, sondern auch praktisch bestehen kann. Ebenso ließe sich der Ansatz auf andere Energietechnologien übertragen - etwa Brennstoffzellen oder Verfahren zur Umwandlung von CO₂.

Wie funktioniert eine Zink-Luft-Batterie?
Eine Zink-Luft-Batterie nutzt Sauerstoff aus der Umgebungsluft als Oxidationsmittel. An der Anode wird Zink oxidiert, während an der Kathode Sauerstoff reduziert wird.

Die Batterie besitzt kleine Löcher in der Kathode, durch die Luft eindringen kann. Ein Elektrolyt, meist Kaliumhydroxid, ermöglicht den Ionentransport zwischen den Elektroden.

Der chemische Prozess ist irreversibel - einmal entladen, kann die Batterie nicht wieder aufgeladen werden. Die Reaktion läuft kontinuierlich ab, sobald die Schutzfolie entfernt wird.
Wo werden sie hauptsächlich verwendet?
Hörgeräte sind der wichtigste Anwendungsbereich für Zink-Luft-Batterien. Ihre hohe Energiedichte und konstante Spannung machen sie ideal für diese kleinen, aber energiehungrigen Geräte.

Medizinische Implantate wie Herzschrittmacher nutzen sie wegen ihrer Langlebigkeit und Biokompatibilität. Auch in Uhren und kleinen elektronischen Geräten finden sie Verwendung.

Größere Versionen werden in der Elektromobilität erforscht, da sie theoretisch sehr hohe Reichweiten ermöglichen könnten. Praktische Umsetzungen stehen jedoch noch aus.
Was sind die Vor- und Nachteile?
Die Energiedichte ist außergewöhnlich hoch - bis zu fünfmal höher als bei Lithium-Ionen-Batterien. Zudem sind sie umweltfreundlich, da Zink ungiftig und recycelbar ist.

Nachteile sind die begrenzte Haltbarkeit nach Aktivierung und die Anfälligkeit für Feuchtigkeit. Extreme Temperaturen können die Leistung erheblich beeinträchtigen.

Sie sind nicht wiederaufladbar und verlieren nach dem Öffnen kontinuierlich Kapazität durch Selbstentladung. Die Luftlöcher können durch Schmutz oder Feuchtigkeit blockiert werden.
Welche Größen gibt es?
Standard-Hörgerätebatterien gibt es in vier Größen: 10 (gelb), 312 (braun), 13 (orange) und 675 (blau). Die Farbkodierung ist international einheitlich standardisiert.

Größere Versionen für spezielle Anwendungen reichen von Knopfzellen bis hin zu experimentellen Systemen für Elektrofahrzeuge. Die Bauform richtet sich nach dem Anwendungszweck.

Jede Größe bietet unterschiedliche Kapazitäten und Laufzeiten. Größere Batterien halten länger, benötigen aber auch mehr Platz im Gerät.
Wie ist die Zukunftsperspektive?
Forscher arbeiten an wiederaufladbaren Zink-Luft-Batterien, die das Potenzial für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher hätten. Technische Herausforderungen sind jedoch bislang nicht gelöst.

Probleme wie Korrosion, Elektrolytverdampfung und begrenzte Zyklenanzahl müssen überwunden werden. Neue Katalysatormaterialien könnten Durchbrüche ermöglichen.

In Nischenbereichen wie Hörgeräten werden sie weiterhin dominieren. Für Großanwendungen konkurrieren sie mit Lithium-Ionen-Technologie und anderen Energiespeichern.
Zusammenfassung
  • Neuartiger Katalysator mit Eisen- und Kobalt-Atomen auf 2D-Kohlenstoff
  • Rekordleistung in Zink-Luft-Batterien durch Lösung der trägen Sauerstoffchemie
  • Herstellung durch ungewöhnliches Salzbad-Verfahren bei über 900 Grad Celsius
  • Feinporiger Aufbau mit großer Oberfläche für schnellen Sauerstofftransport
  • Stickstoffdotierung verbessert Leitfähigkeit und Sauerstoffbindung
  • Leistung von 230 Milliwatt pro Quadratzentimeter und hohe Energiedichte
  • Außergewöhnliche Stabilität über 3500 Lade-Entlade-Zyklen in 74 Tagen

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