100.000 Dollar fürs Arbeits-Visum:
Panik und Chaos in US-Tech-Branche
In der Technologiebranche der USA kam es über das Wochenende zu hektischen Krisensitzungen. Auslöser ist ein neues Dekret des US-Präsidenten, nach dem H-1B-Arbeitsvisa jetzt 100.000 Dollar kosten sollen.
Bisher ist das H-1B-Visum bereits nicht gerade billig: Die Bearbeitungsgebühren für die Ausstellung liegen im vierstelligen Bereich. Nun aber hat Trump per Erlass eine Gebühr von 100.000 Dollar festgesetzt. Diese sollen im Rahmen der dreijährigen Gültigkeit des Visums jährlich fällig werden.
Unklarheiten über die genaue Ausgestaltung der Regelung führten zunächst zu Panik, wie die New York Times berichtete. Mitarbeiter von Microsoft, Amazon und JPMorgan erhielten bereits am Freitagabend interne Hinweise, sich möglichst schnell in die USA zurückzubegeben, falls sie sich im Ausland aufhielten. Erst am Samstag stellte die Regierung klar, dass die neue Gebühr ausschließlich für künftige Anträge gilt. Bestehende Visa sowie Verlängerungen seien nicht betroffen.
Trotz dieser Entwarnung blieben viele Unternehmen vorsichtig. "Dies ist eine unsichere Zeit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf H-1B-Visa und ihre Familien", schrieb Jacqueline Arthur, Personalchefin der Investmentbank Goldman Sachs, in einem Rundschreiben. Auch zahlreiche Kanzleien meldeten, sie seien von Anfragen verunsicherter Führungskräfte und Personalabteilungen überflutet worden.
Auch international sorgt die Entscheidung für Besorgnis. Die indische Regierung sprach von möglichen "humanitären Konsequenzen" für betroffene Familien. Da ein Großteil der H-1B-Visa traditionell an indische Fachkräfte vergeben wird, dürfte die Maßnahme besonders dieses Land treffen.
Juristische Auseinandersetzungen sind bereits angekündigt. Die amerikanische Vereinigung der Einwanderungsanwälte arbeitet nach eigenen Angaben an einer Klage, um die Umsetzung der Gebühr vorläufig zu stoppen.
Siehe auch:
Jährliche Fälligkeit
Das H-1B-Visa-Programm vergibt befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse für Ausländer mit akademischem oder vergleichbarem Abschluss. Es ist damit insbesondere in der Tech-Industrie von großer Bedeutung, da es Unternehmen den Zugang zu internationalem Fachpersonal sichert. Ähnlich geht es aber auch vielen anderen Sektoren. Befürworter des Programms betonen, es sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der USA.Bisher ist das H-1B-Visum bereits nicht gerade billig: Die Bearbeitungsgebühren für die Ausstellung liegen im vierstelligen Bereich. Nun aber hat Trump per Erlass eine Gebühr von 100.000 Dollar festgesetzt. Diese sollen im Rahmen der dreijährigen Gültigkeit des Visums jährlich fällig werden.
Update: Das Weiße Haus hat auf die Aufregung bereits reagiert und klargestellt, dass die 100.000 Dollar nicht jährlich, sondern nur einmalig fällig werden sollen.
Unklarheiten über die genaue Ausgestaltung der Regelung führten zunächst zu Panik, wie die New York Times berichtete. Mitarbeiter von Microsoft, Amazon und JPMorgan erhielten bereits am Freitagabend interne Hinweise, sich möglichst schnell in die USA zurückzubegeben, falls sie sich im Ausland aufhielten. Erst am Samstag stellte die Regierung klar, dass die neue Gebühr ausschließlich für künftige Anträge gilt. Bestehende Visa sowie Verlängerungen seien nicht betroffen.
Trotz dieser Entwarnung blieben viele Unternehmen vorsichtig. "Dies ist eine unsichere Zeit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf H-1B-Visa und ihre Familien", schrieb Jacqueline Arthur, Personalchefin der Investmentbank Goldman Sachs, in einem Rundschreiben. Auch zahlreiche Kanzleien meldeten, sie seien von Anfragen verunsicherter Führungskräfte und Personalabteilungen überflutet worden.
Wirtschaft warnt
Das Weiße Haus verteidigte die Maßnahme als Schutz heimischer Arbeitnehmer. "Dieses Vorgehen sorgt dafür, dass Amerikaner bei Neueinstellungen Vorrang haben", erklärte eine Sprecherin. Branchenverbände wie die US-Handelskammer warnten jedoch vor weitreichenden Folgen für Unternehmen und Beschäftigte. Vor allem Start-ups, die kaum über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, könnten durch die hohen Gebühren massiv benachteiligt werden.Auch international sorgt die Entscheidung für Besorgnis. Die indische Regierung sprach von möglichen "humanitären Konsequenzen" für betroffene Familien. Da ein Großteil der H-1B-Visa traditionell an indische Fachkräfte vergeben wird, dürfte die Maßnahme besonders dieses Land treffen.
Juristische Auseinandersetzungen sind bereits angekündigt. Die amerikanische Vereinigung der Einwanderungsanwälte arbeitet nach eigenen Angaben an einer Klage, um die Umsetzung der Gebühr vorläufig zu stoppen.
Zusammenfassung
- Neues Dekret setzt H-1B-Arbeitsvisa in den USA auf 100.000 Dollar pro Jahr
- Tech-Unternehmen wie Microsoft und Amazon hielten Krisensitzungen ab
- Verunsicherung führte zu Rückrufaktionen für Mitarbeiter aus dem Ausland
- Maßnahme gilt nur für Neuanträge, nicht für bestehende Visa oder Verlängerungen
- Besonders Start-ups und indische Fachkräfte sind von der Regelung betroffen
- Weißes Haus verteidigt Dekret als Schutzmaßnahme für amerikanische Arbeitnehmer
- Vereinigung der Einwanderungsanwälte plant Klage gegen die neue Gebühr
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Christian Kahle
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