Nicht nur Großkonzerne: Startup will 2nm-Chips produzieren können

Es galt bisher als Gewissheit, dass vorerst nur die größten Chip­kon­zerne noch in der Lage sind, Architekturen mit Strukturweiten von 2 Nanometern zu produzieren. Nun aber schickt sich ein Startup an, das Gegenteil zu beweisen.
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Ähnliche Transistordichte wie TSMC

Das japanische Unternehmen Rapidus hat Details zu seinem geplanten 2-Nm-Fertigungsprozess veröffentlicht - und beansprucht so, mit Branchenführern wie TSMC und auch Samsung und Intel gleichzuziehen. Bislang galt der taiwanische Branchenriese TSMC als praktisch konkurrenzlos bei der Entwicklung dieser hochmodernen Strukturen.

Rapidus nennt seinen Ansatz 2HP-Node. Nach Angaben des Unternehmens erreicht dieser eine maximale Transistordichte von 237,31 Millionen Transistoren pro Quadratmillimeter, berichtet das US-Magazin PCGamer. Zum Vergleich: TSMCs bevorstehender N2-Prozess soll auf 236,17 Millionen Transistoren pro Quadratmillimeter kommen. Damit hätte Rapidus zumindest auf dem Papier einen leichten Vorsprung.


Solche Spitzenwerte gelten allerdings nur für bestimmte Logikblöcke mit besonders dichter Zellstruktur. Andere Chipkomponenten wie SRAM-Speicher oder analoge Schaltungen erreichen deutlich geringere Werte. Doch da dies für alle Hersteller gilt, erscheint Rapidus' Ansatz durchaus konkurrenzfähig.

Auch Intel ist trotz aller Probleme im Rennen, was die 2-Nanometer-Technologie angeht. Dessen kommende 18A-Fertigung liegt laut Schätzungen mit rund 185 Millionen Transistoren pro Quadratmillimeter deutlich hinter TSMC und Rapidus zurück. Allerdings setzt Intel bei 18A auf innovative Konzepte wie die Stromversorgung über die Rückseite des Chips ("Backside Power Delivery"), die zwar die Dichte reduziert, dafür aber Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit verbessern soll. Erste Produkte mit 18A-Technik - unter anderem der Laptop-Chip "Panther Lake" - werden Ende dieses Jahres erwartet.

Zeitlich etwas dahinter

Rapidus plant hingegen erst 2027 mit der Serienproduktion seiner 2-Nm-Technologie. TSMC will bereits 2026 mit der Massenfertigung des N2-Prozesses beginnen. Ursprünglich wurde spekuliert, dass Apples iPhone-17-Reihe den neuen Standard nutzen könnte. Aktuell gilt es jedoch als wahrscheinlicher, dass Apple zunächst auf der bewährten N3-Technik bleibt. Früheste Geräte mit TSMC-N2-Chips dürften daher nach der kommenden iPhone-Generation erscheinen.

Für Rapidus könnte der spätere Marktstart dennoch reichen, um Einfluss zu gewinnen. Branchenexperten erwarten, dass zunächst nur kleinere Aufträge - etwa Test-GPUs von AMD oder Nvidia - an die Japaner gehen, bevor größere Produktlinien folgen. Dies könnte allerdings bereits reichen, um den Konkurrenzkampf im Bereich der modernsten Chip-Technologien zu beflügeln und zu verhindern, dass die modernsten Chips quasi zu Monopolbedingungen vermarktet werden können.

Zusammenfassung
  • Japanisches Startup Rapidus will mit 2-Nm-Chip-Technologie Giganten Konkurrenz machen
  • Rapidus erreicht mit 2HP-Node eine minimal höhere Transistordichte als TSMC
  • Intel setzt bei der 18A-Fertigung auf innovative Konzepte statt maximaler Dichte
  • TSMC startet 2026 mit N2-Prozess, Rapidus folgt erst ein Jahr später
  • Markteinfluss von Rapidus könnte Monopolstellung bei modernsten Chips verhindern
  • AMD und Nvidia könnten erste Testaufträge an das japanische Unternehmen vergeben

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