Ukraine jagt russische Drohnen - mit Schrotflinten aus offenen Cockpits
Ukrainische Piloten nutzen 50 Jahre alte sowjetische Propeller-Kunstflieger und Handfeuerwaffen, um russische Hightech-Drohnen aus dem geöffneten Cockpit in 2.000 Metern Höhe abzuschießen. Die unkonventionelle Taktik erinnert an den Ersten Weltkrieg.
Die sowjetischen Yak-52-Schulflugzeuge aus den 1970er Jahren wurden ursprünglich als Kunstflug-Trainer für sowjetische Piloten entwickelt und verfügen über einen 360-PS-starken, neunzylindrigen Sternmotor. Insgesamt entstanden etwa 1800 Exemplare, die heute noch in vielen Ländern als Schulflugzeuge und für Kunstflugvorführungen genutzt werden. Die Flieger also alles andere als die erste Wahl für moderne Kampfeinsätze.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 285 Kilometern pro Stunde können sie die langsameren russischen Drohnen jedoch problemlos einholen, die meist nur mit etwa 185 Kilometern pro Stunde unterwegs sind. Die wendigen Maschinen erweisen sich daher gerade als überraschend nützlich für die Drohnenjagd. Allerdings besitzen die Flugzeuge keinerlei Bewaffnung.
Ein ehemaliger Automechaniker, der als Schütze fungiert, beschreibt die Erfahrung als "Schießen während des Reitens auf einem Pferd". Die Yak-52 fliegt dabei in einer Entfernung von 60 bis 90 Metern an die Drohne heran, bevor der Schütze die Cockpithaube öffnet und mit einem Gewehr das Feuer eröffnet.
Oberst Mykola Lykhatskiy, stellvertretender Kommandeur der Brigade, berichtet, dass mit diesen unkonventionellen Methoden etwa zehn bis zwölf Prozent aller täglich von der Ukraine abgefangenen Drohnen vom Himmel geholt werden. Bei durchschnittlich 100 bis 150 anfliegenden Drohnen pro Tag macht das zehn bis 18 erfolgreiche Abschüsse durch die Yak-52-Einheiten.
Mobile Luftabwehrgruppen mit schweren Maschinengewehren auf Pickup-Trucks ergänzen das Verteidigungsnetz, haben aber Schwierigkeiten mit modifizierten Shahed-Drohnen, die in größeren Höhen fliegen. Die Yak-52-Einheiten bieten somit eine kosteneffiziente Ergänzung zur mehrstufigen Luftverteidigung der Ukraine. Ein Yak-52-Einsatz kostet zudem nur etwa 500 Dollar (etwa 430 Euro) an Treibstoff und Munition.
Was haltet ihr von dieser kreativen Lösung der ukrainischen Luftwaffe? Teilt eure Gedanken zu diesem ungewöhnlichen Kampf David gegen Goliath in den Kommentaren!
Siehe auch:
Zurück zu den Wurzeln der Luftfahrt
Manchmal lässt sich die neueste Technologie mit einfachsten Mitteln besiegen. Im Kampf gegen russische Luftangriffe setzt die Ukraine etwa mit Raketen ausgestattete Landwirtschaftsflieger und mit Raketenwerfern bestückte Roboter ein. Dass solche 'Guerilla-Taktiken' effektiv sein können, beweisen jetzt auch ukrainische Piloten, die russische Hightech-Drohnen mit Handfeuerwaffen aus dem Cockpit ihrer unbewaffneten Sportflieger abschießen.Die sowjetischen Yak-52-Schulflugzeuge aus den 1970er Jahren wurden ursprünglich als Kunstflug-Trainer für sowjetische Piloten entwickelt und verfügen über einen 360-PS-starken, neunzylindrigen Sternmotor. Insgesamt entstanden etwa 1800 Exemplare, die heute noch in vielen Ländern als Schulflugzeuge und für Kunstflugvorführungen genutzt werden. Die Flieger also alles andere als die erste Wahl für moderne Kampfeinsätze.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 285 Kilometern pro Stunde können sie die langsameren russischen Drohnen jedoch problemlos einholen, die meist nur mit etwa 185 Kilometern pro Stunde unterwegs sind. Die wendigen Maschinen erweisen sich daher gerade als überraschend nützlich für die Drohnenjagd. Allerdings besitzen die Flugzeuge keinerlei Bewaffnung.
Handfeuerwaffen gegen Hightech-Drohnen
Dennoch haben die Besatzungen der Yak-52 in den vergangenen zwölf Monaten etwa 300 Kampfeinsätze geflogen und dabei 120 russische Drohnen mit Handfeuerwaffen abgeschossen, die direkt aus dem geöffneten Cockpit abgefeuert wurden. Wie das Wall Street Journal berichtet, erinnert die Taktik stark an die Anfänge der Luftkriegsführung im Ersten Weltkrieg.Ein ehemaliger Automechaniker, der als Schütze fungiert, beschreibt die Erfahrung als "Schießen während des Reitens auf einem Pferd". Die Yak-52 fliegt dabei in einer Entfernung von 60 bis 90 Metern an die Drohne heran, bevor der Schütze die Cockpithaube öffnet und mit einem Gewehr das Feuer eröffnet.
Bewährte Taktiken aus dem Zweiten Weltkrieg
Manchmal kommen die Piloten den Drohnen so nahe, dass sie mit den Flügeln ihrer Maschine die Drohnenflügel berühren und diese vom Kurs abbringen können. Das ist eine Taktik, die auch britische Piloten im Zweiten Weltkrieg gegen deutsche V-1-Flugbomben anwendeten. Die Methode ist als "Tipping" bekannt.Oberst Mykola Lykhatskiy, stellvertretender Kommandeur der Brigade, berichtet, dass mit diesen unkonventionellen Methoden etwa zehn bis zwölf Prozent aller täglich von der Ukraine abgefangenen Drohnen vom Himmel geholt werden. Bei durchschnittlich 100 bis 150 anfliegenden Drohnen pro Tag macht das zehn bis 18 erfolgreiche Abschüsse durch die Yak-52-Einheiten.
Ergänzung moderner Luftabwehr
Obwohl die Ukraine über moderne westliche Luftabwehrsysteme wie Patriot-Raketen und F-16-Kampfjets verfügt, sind diese kostspieligen Systeme hauptsächlich für hochwertige Ziele reserviert. Eine Patriot-Rakete kostet etwa 3,5 Millionen Dollar (etwa drei Millionen Euro), während eine iranische Shahed-Drohne nur etwa 20.000 Dollar (etwa 17.100 Euro) kostet.Mobile Luftabwehrgruppen mit schweren Maschinengewehren auf Pickup-Trucks ergänzen das Verteidigungsnetz, haben aber Schwierigkeiten mit modifizierten Shahed-Drohnen, die in größeren Höhen fliegen. Die Yak-52-Einheiten bieten somit eine kosteneffiziente Ergänzung zur mehrstufigen Luftverteidigung der Ukraine. Ein Yak-52-Einsatz kostet zudem nur etwa 500 Dollar (etwa 430 Euro) an Treibstoff und Munition.
Was haltet ihr von dieser kreativen Lösung der ukrainischen Luftwaffe? Teilt eure Gedanken zu diesem ungewöhnlichen Kampf David gegen Goliath in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Ukrainische Piloten schießen russische Drohnen mit Handfeuerwaffen ab
- Alte sowjetische Yak-52-Kunstflieger überraschen mit Erfolg bei der Drohnenjagd
- Taktik erinnert an Luftkrieg im Ersten Weltkrieg mit offenem Cockpit
- Ukrainische Piloten erzielten 120 Abschüsse in rund 300 Einsätzen
- Kostengünstige Alternative zu teuren Patriot-Raketen gegen Shahed-Drohnen
- Flugzeuge können russische Drohnen mit 285 km/h leicht einholen
- Piloten setzen sogar auf Berührung mit Flügeln als Abwehrmethode
Siehe auch:
- Drohnenjagd: Ukraine stattet Landwirtschaftsflieger mit Raketen aus
- Ukraine klaut Daten zu Russlands Super-U-Boot - findet Schwachstellen
- Not macht erfinderisch: Ukraine entwickelt "robotische" Luftabwehr
- Ukraine: Drohne liefert E-Bike für spektakuläre Rettung eines Soldaten
- Drohnenkrieg lernen: Mexikos Drogenkartelle heuern in der Ukraine an
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