Windows 11 UI wird Open Source:
Was jetzt als Nächstes passiert

Microsoft hat angekündigt, WinUI vollständig als Open-Source-Projekt weiterzuentwickeln. Das User-Interface-Framework wird in einem mehrstufigen Verfahren für die Entwicklergemeinschaft geöffnet, nun läuft die erste Phase.
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Microsoft setzt auf Open Source für WinUI

Das hat einer der Projektverantwortlichen jetzt bei Github erläutert, nachdem der allgemeine Plan zum Umstieg auf ein Open-Source-Projekt vor gut drei Wochen angekündigt worden war.

WinUI ist Microsofts modernes UI-Framework für Windows-Anwendungen und bildet die Grundlage für die Benutzeroberflächen von Windows 11 sowie zahlreichen Microsoft-Anwendungen. Das Framework wurde ursprünglich als Teil der Universal Windows Platform (UWP) entwickelt und später in das Windows App SDK integriert, um auch Win32-Anwendungen zu unterstützen.


Wie Microsoft-Softwareingenieurin Beth Pan auf GitHub erläuterte, folgt die Öffnung einem strukturierten vierphasigen Plan. Die 1.8 Preview des Windows App SDK ist seit dem 19. August verfügbar, die stabile Version soll in Kürze folgen. Phase 1 der Open-Source-Initiative soll Anfang Oktober abgeschlossen sein.

Die erste Phase umfasst häufigere Spiegelungen interner Commits auf GitHub für mehr Transparenz. In Phase 2 können externe Entwickler das Repository klonen und lokal erstellen. Phase 3 ermöglicht Community-Beiträge und lokale Tests, bevor in der finalen Phase GitHub zum Hauptentwicklungsort wird.

Diese schrittweise Herangehensweise spiegelt die Komplexität des Projekts wider. WinUI ist nicht nur ein einfaches UI-Framework, sondern eng mit den internen Windows-APIs und Diensten verknüpft. Das Framework nutzt DirectX für Hardware-beschleunigte Grafiken und greift auf zahlreiche Windows-interne Komponenten zu, die aus Sicherheits- und Lizenzgründen nicht öffentlich zugänglich gemacht werden können.

Open Source-Roadmap

  • Phase 1
    Ende August 2024
    Erhöhte Spiegelungsfrequenz: Nach der Veröffentlichung von WASDK 1.8 werden interne Commits häufiger auf GitHub gespiegelt, um die Transparenz zu erhöhen und den Fortschritt zu zeigen
  • Phase 2
    Lokale Builds durch Drittentwickler: Externe Entwickler können das Repo lokal klonen und bauen, wobei ihnen eine Dokumentation zur Einrichtung und zu den Abhängigkeiten zur Verfügung steht
  • Phase 3
    Beiträge und Tests durch Drittentwickler: Mitwirkende können PRs einreichen und Tests lokal ausführen. Es wird daran gearbeitet, private Abhängigkeiten zu entflechten und die Testinfrastruktur öffentlich zugänglich zu machen
  • Phase 4
    GitHub als Zentrum: GitHub wird zum primären Ort für Entwicklung, Issue-Tracking und Community-Engagement. Interne Spiegelungen werden auslaufen

Technische Herausforderungen bei der Trennung

Der Prozess ist komplex, da WinUI tief in proprietäre Windows-Ebenen eingebettet ist, die nicht öffentlich geteilt werden können. WinUI ist als Teil des Windows App SDK eng mit dem Betriebssystem verknüpft. Microsoft muss daher sorgfältig zwischen freizugebenden und geschützten Komponenten unterscheiden.

Die Größe und Komplexität der Windows-Codebasis machen eine sofortige Umsetzung unmöglich. Allein das WinUI-Repository umfasst mehrere Millionen Zeilen Code, der auf jahrzehntelanger Windows-Entwicklung aufbaut. Besonders herausfordernd ist die Trennung von Komponenten, die sowohl für öffentliche APIs als auch für interne Windows-Funktionen verwendet werden.

Die Entscheidung könnte strategische Gründe haben: Durch die Community-Beteiligung hofft Microsoft, WinUI attraktiver für Entwickler zu machen, die zwischen verschiedenen plattformübergreifenden Frameworks wie Flutter, React Native oder Avalonia wählen können.

Was denkt ihr über Microsofts Open-Source-Pläne für WinUI? Wird das die Windows-Entwicklung voranbringen oder seht ihr andere Herausforderungen?

Zusammenfassung
  • Microsoft entwickelt WinUI künftig als vollständiges Open-Source-Projekt
  • WinUI bildet die Grundlage für Windows-11-Benutzeroberflächen
  • Die Öffnung erfolgt in vier strukturierten Phasen bis Oktober 2024
  • Die Komplexität des Projekts erfordert sorgfältige Trennung von Komponenten
  • Framework ist mit mehreren Millionen Codezeilen eng mit Windows verknüpft
  • Open-Source-Entwicklung soll Innovationstempo und die Attraktivität steigern
  • Initiative ist Teil von Microsofts wachsender Unterstützung für Open Source

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