Suchtbeauftragter will strikte Altersvorgaben für Social Media stärken
Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, spricht sich für klar abgestufte Altersvorgaben bei sozialen Medien aus. Oberstes Ziel ist, die Mediennutzung einzuschränken. Sein Vorstoß kommt nicht überall gut an.
Streeck bezeichnete den übermäßigen Gebrauch digitaler Angebote als "Verhaltenssucht". Kinder würden durchschnittlich vier Stunden täglich in sozialen Netzwerken verbringen, zwei Stunden mit Computerspielen und weitere zwei Stunden mit Streamingdiensten, zitierte ihn die Rheinische Post. Angesichts dieser Werte stelle sich die Frage, wann Kinder überhaupt noch zur Ruhe kämen.
Besonders kritisch sieht Streeck die Situation bei TikTok. Fast die Hälfte der Zehn- bis Elfjährigen nutzt die Plattform, obwohl sie ohne elterliche Zustimmung erst ab 16 Jahren erlaubt sei. Zudem sei sie "voll von gefährlichen und bedenklichen Inhalten für Kinder". Ein pauschales Handyverbot an Schulen lehnt Streeck dennoch ab.
Sie verwies auf Risiken durch Desinformation, demokratiefeindliche Inhalte und die wachsende Verbreitung von KI-generierten Beiträgen. Verbote allein seien nach Ansicht des Verbandes kein geeignetes Mittel. Diese führten oft zu heimlicher Nutzung. Wichtiger sei es, den reflektierten Umgang mit klaren Regeln im Alltag zu fördern.
Wie steht ihr zu Altersgrenzen für soziale Medien? Sollten Plattformen wie TikTok für Kinder unter 16 Jahren gesperrt werden? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
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Streeck fordert strikte Altersgrenzen
Damit soll der hohe Medienkonsum von Minderjährigen eingedämmt werden, heißt es von Streeck in einem Interview mit der Rheinischen Post. Der Virologe sitzt seit 2025 für die CDU im Bundestag und wurde im Mai zum Drogenbeauftragten ernannt.Streeck bezeichnete den übermäßigen Gebrauch digitaler Angebote als "Verhaltenssucht". Kinder würden durchschnittlich vier Stunden täglich in sozialen Netzwerken verbringen, zwei Stunden mit Computerspielen und weitere zwei Stunden mit Streamingdiensten, zitierte ihn die Rheinische Post. Angesichts dieser Werte stelle sich die Frage, wann Kinder überhaupt noch zur Ruhe kämen.
Wissenschaftliche Belege für Suchtrisiko
Nach seinen Worten ist wissenschaftlich belegt, dass übermäßiger Konsum nicht altersgerechter Inhalte das Risiko für Suchtverhalten und problematischen Drogengebrauch erhöht.Besonders kritisch sieht Streeck die Situation bei TikTok. Fast die Hälfte der Zehn- bis Elfjährigen nutzt die Plattform, obwohl sie ohne elterliche Zustimmung erst ab 16 Jahren erlaubt sei. Zudem sei sie "voll von gefährlichen und bedenklichen Inhalten für Kinder". Ein pauschales Handyverbot an Schulen lehnt Streeck dennoch ab.
Wenn man sich anschaut, dass 42 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen einen TikTok-Account haben, läuft da etwas aus dem Ruder.
Handyverbote sind nicht die Lösung
Medien seien ein fester Bestandteil des Alltags, betonte er. Ziel müsse ein bewusster Umgang sein, nicht das Verbot. "Die Dosis macht das Gift", sagte er. Verantwortung sieht er sowohl bei Kindern und Jugendlichen selbst als auch bei ihren Eltern. Bundesfamilienministerin Karin Paus habe dazu eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge für einen verbesserten Kinder- und Jugendschutz erarbeiten soll. So gut kennen Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder
Medienkompetenz als Schulfach gefordert
Der Sozialverband Deutschland fordert als Reaktion ein verpflichtendes Schulfach Medienkompetenz an allen weiterführenden Schulen. Kinder dürften mit den Gefahren der digitalen Welt nicht allein gelassen werden, erklärte Verbandsvorsitzende Michaela Engelmeier.Sie verwies auf Risiken durch Desinformation, demokratiefeindliche Inhalte und die wachsende Verbreitung von KI-generierten Beiträgen. Verbote allein seien nach Ansicht des Verbandes kein geeignetes Mittel. Diese führten oft zu heimlicher Nutzung. Wichtiger sei es, den reflektierten Umgang mit klaren Regeln im Alltag zu fördern.
Wie steht ihr zu Altersgrenzen für soziale Medien? Sollten Plattformen wie TikTok für Kinder unter 16 Jahren gesperrt werden? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Warum fordert Streeck Altersgrenzen?
Hendrik Streeck sieht in der intensiven Nutzung sozialer Medien durch Kinder eine Ursache für Verhaltenssüchte und ein erhöhtes Risiko für Drogenkonsum. Er verweist auf Studien, die einen Zusammenhang zwischen nicht altersgerechtem Medienkonsum und riskantem Verhalten belegen.
Ziel der Altersgrenzen ist es, Kinder besser vor ungeeigneten Inhalten zu schützen und ihre Entwicklung nicht durch übermäßige Bildschirmzeit zu beeinträchtigen. Besonders problematisch sei, dass Plattformen wie TikTok bereits von sehr jungen Nutzern verwendet werden - oft entgegen den offiziellen Altersfreigaben.
Ziel der Altersgrenzen ist es, Kinder besser vor ungeeigneten Inhalten zu schützen und ihre Entwicklung nicht durch übermäßige Bildschirmzeit zu beeinträchtigen. Besonders problematisch sei, dass Plattformen wie TikTok bereits von sehr jungen Nutzern verwendet werden - oft entgegen den offiziellen Altersfreigaben.
Wie viel Zeit verbringen Kinder online?
Laut Streeck verbringen Kinder im Schnitt vier Stunden täglich in sozialen Netzwerken, zwei Stunden mit Computerspielen und zwei weitere mit Streamingdiensten. Das summiert sich auf bis zu acht Stunden digitale Mediennutzung pro Tag.
Diese Zahlen seien alarmierend, da sie einen Großteil der Freizeit beanspruchen und kaum Raum für soziale, motorische oder kreative Aktivitäten lassen. In Extremfällen frage man sich laut Streeck sogar, "wann schlafen sie eigentlich?"
Diese Zahlen seien alarmierend, da sie einen Großteil der Freizeit beanspruchen und kaum Raum für soziale, motorische oder kreative Aktivitäten lassen. In Extremfällen frage man sich laut Streeck sogar, "wann schlafen sie eigentlich?"
Was hält Streeck von Handyverboten?
Streeck lehnt pauschale Handyverbote, etwa für Grundschüler, ab. Er betont, dass solche Maßnahmen das Problem nicht lösen und die Realität digitaler Lebenswelten ignorieren. Mediennutzung sei Teil des modernen Alltags.
Statt Verboten setzt er auf kontrollierte Nutzung und elterliche Verantwortung. Die Devise lautet: "Die Dosis macht das Gift." Medienkompetenz und altersgerechter Zugang seien wichtiger als starre Regeln.
Statt Verboten setzt er auf kontrollierte Nutzung und elterliche Verantwortung. Die Devise lautet: "Die Dosis macht das Gift." Medienkompetenz und altersgerechter Zugang seien wichtiger als starre Regeln.
Wie sollen Altersgrenzen umgesetzt werden?
Streeck fordert "strikt abgestufte Altersvorgaben" und wirksame Prüfmechanismen bei der Registrierung auf Plattformen. Aktuell sei es zu leicht, Altersangaben zu umgehen, was zu einer Nutzung durch sehr junge Kinder führt.
Die Umsetzung könnte durch gesetzliche Vorgaben und technische Lösungen wie Altersverifikation erfolgen. Eine von Familienministerin Prien eingesetzte Kommission soll hierzu konkrete Vorschläge erarbeiten.
Die Umsetzung könnte durch gesetzliche Vorgaben und technische Lösungen wie Altersverifikation erfolgen. Eine von Familienministerin Prien eingesetzte Kommission soll hierzu konkrete Vorschläge erarbeiten.
Welche Rolle spielen Eltern?
Streeck sieht die Eltern in der Hauptverantwortung, den Medienkonsum ihrer Kinder zu begleiten und zu regulieren. Viele Kinder hätten Accounts bei Plattformen wie TikTok, obwohl diese offiziell erst ab 16 Jahren erlaubt seien.
Der CDU-Politiker fordert mehr Aufmerksamkeit und Kontrolle im Elternhaus. Ohne aktive Begleitung bestehe die Gefahr, dass Kinder mit problematischen Inhalten konfrontiert werden, die sie nicht einordnen können.
Der CDU-Politiker fordert mehr Aufmerksamkeit und Kontrolle im Elternhaus. Ohne aktive Begleitung bestehe die Gefahr, dass Kinder mit problematischen Inhalten konfrontiert werden, die sie nicht einordnen können.
Was sagt der Sozialverband dazu?
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert ein verpflichtendes Schulfach Medienkompetenz. Kinder dürften nicht länger ohne Anleitung den Risiken der digitalen Welt ausgesetzt sein, so die Vorsitzende Engelmeier.
Das Fach soll über Technik hinausgehen und Themen wie Desinformation, Datenschutz und Plattformlogik vermitteln. Ziel sei ein kritischer, selbstbestimmter Umgang mit digitalen Medien - unabhängig vom Elternhaus.
Das Fach soll über Technik hinausgehen und Themen wie Desinformation, Datenschutz und Plattformlogik vermitteln. Ziel sei ein kritischer, selbstbestimmter Umgang mit digitalen Medien - unabhängig vom Elternhaus.
Zusammenfassung
- Drogenbeauftragter Streeck fordert striktere Altersvorgaben für soziale Medien
- Kinder verbringen täglich durchschnittlich vier Stunden in sozialen Netzwerken
- Besonders problematisch: 42 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen nutzen TikTok
- Streeck sieht komplette Handyverbote für Grundschüler dennoch kritisch
- Eine Kommission soll Vorschläge für besseren Kinder- und Jugendschutz erarbeiten
- Sozialverband fordert verpflichtendes Schulfach Medienkompetenz
- Restriktionen allein führen laut Sozialverband nur zu heimlicher Nutzung
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