Zölle umgedreht: AMD und Nvidia zahlen jetzt sogar für Exporte

Der Trump-Regierung ist es jetzt sogar gelungen, das faktische Ge­gen­teil klassischer Zölle zu etablieren: Die US-Chiphersteller Nvidia und AMD haben sich bereit erklärt, 15 Prozent ihrer Einnahmen aus Chip­ver­käu­fen in China an die US-Regierung abzuführen.
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Beispiellose Vereinbarung

Dies ist Teil einer bislang beispiellosen Vereinbarung mit der US-Regierung, die den Unternehmen im Gegenzug Exportlizenzen für den chinesischen Markt erteilte. Nach Angaben aus Regierungskreisen, von denen die Washington Post berichtet, betrifft die Regelung bei Nvidia den KI-Chip H20, bei AMD das Modell MI308. Wie die US-Regierung die Einnahmen verwenden will, steht demnach bislang nicht fest. Exportkontrollexperten zufolge hat bislang kein US-Unternehmen eine derartige Umsatzbeteiligung als Bedingung für eine Genehmigung akzeptiert.

Die Lizenzen für den H20 wurden am Freitag von der US-Handelsbehörde ausgestellt - nur zwei Tage nach einem Treffen zwischen Nvidia-Chef Jensen Huang und Präsident Donald Trump. Auch AMD erhielt zeitgleich grünes Licht für seine China-Exporte.


Hintergrund ist ein monatelanger Streit über den H20-Chip. Nvidia hatte ihn speziell für China entwickelt, nachdem die Regierung unter Präsident Joe Biden strengere Exportkontrollen für leistungsfähige KI-Chips verhängt hatte. Im April hatte die Trump-Regierung zunächst ein Verbot der H20-Ausfuhr angekündigt, diese Entscheidung jedoch im Juni nach Gesprächen mit Huang revidiert.

Kritiker warnen, dass der Chip Chinas Militär stärken und die US-Führungsrolle bei künstlicher Intelligenz untergraben könnte. Liza Tobin, China-Expertin und ehemalige Beraterin im Nationalen Sicherheitsrat, kommentierte sarkastisch, Peking müsse "hocherfreut" sein, dass Washington Exportlizenzen nun in Einnahmequellen verwandelt. Auch innerhalb der Handelsbehörde gibt es Bedenken.

Es geht um Milliarden

Nvidia weist die Vorwürfe zurück. Man halte sich an die geltenden Regeln und wolle, dass die USA sowohl in China als auch global konkurrenzfähig bleiben. Analysten schätzen, dass allein der Verkauf von rund 1,5 Millionen H20-Chips in China im Jahr 2025 Einnahmen von rund 23 Milliarden Dollar bringen könnte - wovon jetzt ein erheblicher Anteil an Washington fließen würde.

Die Entscheidung fällt in eine Phase sensibler Handelsgespräche zwischen den USA und China. Beobachter sehen die Gefahr, dass Exportbeschränkungen gelockert werden könnten, um die Beziehungen zu Peking zu verbessern.

Zusammenfassung
  • US-Chiphersteller Nvidia und AMD zahlen 15 Prozent ihrer China-Einnahmen
  • Beispiellose Vereinbarung als Bedingung für Exportlizenzen nach China
  • Nvidia-Chef Jensen Huang traf sich mit US-Präsident Donald Trump
  • Kritiker fürchten die Stärkung des chinesischen Militärs durch KI-Chips
  • H20-Chipverkäufe könnten 2025 etwa 23 Milliarden Dollar einbringen
  • Ursprünglich wollte die Trump-Regierung den Export des H20-Chips verbieten
  • Entscheidung fällt in Zeit sensibler Handelsgespräche zwischen den USA und China

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