Smartphone sorgt für Hausbrand - Hersteller LG muss 170.000 € zahlen
Ein LG K8-Smartphone verursachte 2018 beim nächtlichen Laden einen Hausbrand in Schottland. Jetzt muss der Hersteller über 170.000 Euro Schadensersatz zahlen. Dem Urteil zufolge erfüllte das Gerät nicht die erwartbaren Mindestsicherheitsstandards.
Das LG K8 war ein Mittelklasse-Smartphone aus dem Jahr 2016, das ursprünglich für etwa 150 Euro verkauft wurde. Das Gerät verfügte über einen 2.500 mAh Lithium-Ionen-Akku und war mit Android 6.0 ausgestattet. Wie die BBC berichtete, klagte Parks gegen LG Electronics UK Ltd. Der Großteil der Entschädigungssumme geht allerdings an die Versicherung, die bereits 2020 eine Schadenssumme von über 95.000 Pfund plus Zinsen ausgezahlt hatte.
Sheriff Fife stellte daher fest: "Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befand sich das LG-Gerät im normalen Gebrauch, wurde mit einem geeigneten Ladegerät geladen und es herrschten Umstände, unter denen ein Standardprodukt nicht versagt hätte." Das Gericht folgerte: "Das LG entsprach nicht dem Mindestsicherheitsstandard, den Personen im Allgemeinen erwarten dürfen."
Was haltet ihr von diesem Urteil? Ladet ihr eure Smartphones noch über Nacht oder habt ihr eure Gewohnheiten geändert?
Siehe auch:
Brandursache: Smartphone-Akku
Elektrische Geräte können in Einzelfällen beim Laden Feuer fangen. Zuletzt war das bei einigen Premium-Lautsprechern von Sonos der Fall. Doch auch bei Smartphones, wie etwa beim Google Pixel 6a, kann so etwas passieren. LG hatte sein Smartphonegeschäft schon 2021 eingestellt und erst vor Kurzem den letzten Update-Server vom Netz genommen. Trotzdem muss das Unternehmen jetzt aufgrund eines Hausbrandes Schadensersatz zahlen, der durch eines seiner Handys verursacht wurde.LG-Gerät löst Hausbrand aus
So hatte ein defektes LG K8-Smartphone hat am 31. Oktober 2018 um drei Uhr morgens einen verheerenden Hausbrand in Coatbridge, Schottland, verursacht. Denise Parks und ihr Ehemann Robert schliefen, als das Feuer im Wohnzimmer ausbrach. Drei Geräte - ein Acer-Laptop, ein Samsung Galaxy S7 und das LG K8 - luden über Nacht auf dem Sofa. Sheriff Robert Fife vom Edinburgh Sheriff Court entschied nach ausführlicher Prüfung, dass das LG-Gerät die Brandursache war und sprach Parks 149.496 Pfund Schadensersatz zu, was etwas über 173.000 Euro entspricht.Das LG K8 war ein Mittelklasse-Smartphone aus dem Jahr 2016, das ursprünglich für etwa 150 Euro verkauft wurde. Das Gerät verfügte über einen 2.500 mAh Lithium-Ionen-Akku und war mit Android 6.0 ausgestattet. Wie die BBC berichtete, klagte Parks gegen LG Electronics UK Ltd. Der Großteil der Entschädigungssumme geht allerdings an die Versicherung, die bereits 2020 eine Schadenssumme von über 95.000 Pfund plus Zinsen ausgezahlt hatte.
Forensische Analyse deckt Defekt auf
Die forensischen Experten Darren Green und Mark Phillips untersuchten alle drei Geräte gründlich. Während Galaxy S7 und der Acer-Laptop nur geringe Brandschäden aufwiesen, war das LG K8 schwer beschädigt. Der Akku des LG-Geräts war aufgebläht, hatte ein Loch und die meisten Kunststoffteile waren verbrannt. Das verwendete HTC-Ladegerät war hingegen nicht beschädigt und lieferte Spannung und Strom innerhalb der LG-Richtlinien.Sheriff Fife stellte daher fest: "Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befand sich das LG-Gerät im normalen Gebrauch, wurde mit einem geeigneten Ladegerät geladen und es herrschten Umstände, unter denen ein Standardprodukt nicht versagt hätte." Das Gericht folgerte: "Das LG entsprach nicht dem Mindestsicherheitsstandard, den Personen im Allgemeinen erwarten dürfen."
Gesundheitliche Folgen und Arbeitsausfall
Parks erlitt eine Rauchvergiftung und ihre bereits bestehenden Angstzustände und Panikattacken verschlechterten sich nach dem Vorfall erheblich. Sie konnte drei Monate lang nicht arbeiten. Als Folge musste sie ihrem Arbeitgeber Krankengeld zurückzahlen. Die psychischen Belastungen durch den nächtlichen Brand und den Verlust des Zuhauses wirkten sich angeblich auch langfristig auf ihre Arbeitsfähigkeit aus.Lithium-Ionen-Akkus: Sicherheitsrisiken
Ein Lithium-Ionen-Akku, wie er im LG K8 verbaut war, ist normalerweise sicher, birgt bei Überladung, Kurzschluss, Wasserschäden oder Defekten aber erhebliche Brandrisiken. Solche Batterien sind extrem brennbar. Etwaige Brände breiten sich schnell aus, sind schwer zu löschen und können durch schnelle Überhitzung - das sogenannte thermische Durchgehen - zu Explosionen führen. Bei diesem Prozess erhitzt sich der Akku unkontrolliert auf teils über 600 Grad Celsius.Was haltet ihr von diesem Urteil? Ladet ihr eure Smartphones noch über Nacht oder habt ihr eure Gewohnheiten geändert?
Zusammenfassung
- LG muss 173.000 Euro Schadenersatz für Hausbrand durch K8-Smartphone zahlen
- Defektes LG K8 verursachte am 31. Oktober 2018 nächtlichen Brand in Schottland
- Gericht stellte fest: Smartphone erfüllte nicht erwartbare Sicherheitsstandards
- Lithium-Ionen-Akku des Geräts war aufgebläht und zeigte schwere Brandschäden
- Besitzerin erlitt Rauchvergiftung und war zeitweise arbeitsunfähig
- LG hatte sein Smartphonegeschäft bereits 2021 komplett eingestellt
- Lithium-Ionen-Akkus können bei Defekten erhebliche Brandrisiken darstellen
Siehe auch:
- iPhone 17 Pro: Stahlgehäuse-Akku verspricht schnellere Ladezeiten
- Galaxy S26 Pro & Edge: Handys erhalten wohl achtbares Akku-Upgrade
- Längere Akkulaufzeit: Windows 11 erhält smarten Energiesparmodus
- "Paradoxer" Akku-Prototyp: Beim Entladen lädt er sich selbst wieder auf
- EU-Siegel: Samsung Smartphone-Akkus halten 2x länger als bei Apple
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