Überraschung im Orion: Beteigeuze ist ein Doppelsternsystem

Selbst ein so bekannter und intensiv beobachteter Stern wie der rote Überriese Beteigeuze kann die Wissenschaft noch überraschen. Astronomen haben jetzt erstmals nachgewiesen, dass es sich tatsächlich um ein Doppelsternsystem handelt.
Weltraum, Astronomie, Sonnensystem, Astrophysik, Sonne, Stern, Plasma, Sonnensturm, Sonneneruption, Sonnenwind, Sonnenaktivität, koronaler Massenauswurf, Sonnenstrahlen, Sonnenflecken, Heliosphäre, Sonnenoberfläche, Solares Magnetfeld, Thermonuklear

Erklärung für Helligkeitsschwankungen

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Steve Howell vom NASA Ames Research Center hat erstmals einen Begleitstern in enger Umlaufbahn um Beteigeuze nachgewiesen. Die Entdeckung gelang mithilfe des hochauflösenden Bildgebers Alopeke, der am Gemini-Nord-Teleskop auf Hawaii montiert ist. Diese bahnbrechende Beobachtung liefert nicht nur eine Erklärung für die lang bekannte Helligkeitsschwankung von Beteigeuze, sondern markiert auch einen Meilenstein in der Erforschung veränderlicher Riesensterne.

Beteigeuze ist einer der auffälligsten Sterne am Nachthimmel und liegt im Schulterbereich des Sternbilds Orion. Mit einem Radius, der etwa 700-mal größer ist als jener der Sonne, gehört er zu den größten bekannten Sternen. Seit Jahrhunderten beobachten Menschen die wechselnde Helligkeit dieses Giganten. Astronomisch betrachtet ist Beteigeuze mit rund zehn Millionen Jahren noch jung, aber bereits in einer späten Lebensphase. Beteigeuze und sein BegleiterDer helle Beteigeuze (orange) und sein lichtschwacher Begleiter (blau) Insbesondere das sogenannte "Große Verdunklungsereignis" in den Jahren 2019/2020 sorgte für Aufsehen, da der dramatische Helligkeitsabfall Spekulationen über eine bevorstehende Supernova auslöste. Später stellte sich heraus, dass eine ausgestoßene Staubwolke für die Verdunklung verantwortlich war.

Kein langes Leben

Nun wurde eine weitere Ursache für die periodischen Helligkeitsschwankungen identifiziert: ein bislang unsichtbarer Begleitstern. Frühere Versuche, diesen mithilfe von Hubble oder dem Chandra-Röntgenteleskop aufzuspüren, blieben erfolglos. Erst das spezielle Verfahren der Speckle-Interferometrie von Alopeke ermöglichte die direkte Beobachtung. Diese Methode minimiert atmosphärische Verzerrungen und erlaubt extrem scharfe Aufnahmen.

Der neu entdeckte Stern ist etwa sechsmal lichtschwächer als Beteigeuze und weist eine Masse von etwa dem 1,5-fachen der Sonne auf. Er befindet sich nur etwa vier Sonnen-Erd-Entfernungen von der Oberfläche Beteigeuzes entfernt - eine überraschend enge Umlaufbahn, die sich innerhalb der erweiterten Atmosphäre des Riesensterns befindet.


Die Forscher gehen davon aus, dass der Begleitstern und Beteigeuze gleichzeitig entstanden sind. Aufgrund der enormen Gezeitenkräfte wird der kleinere Stern jedoch voraussichtlich innerhalb der nächsten 10.000 Jahre in den roten Überriesen stürzen.

Zusammenfassung
  • Astronomen entdeckten erstmals einen Begleitstern um Beteigeuze
  • Nachweis gelang mit Hochleistungsgerät Alopeke am Gemini-Nord-Teleskop
  • Der Begleitstern befindet sich in extrem enger Umlaufbahn zum Riesenstern
  • Der Fund erklärt die seit Jahrhunderten beobachteten Helligkeitsschwankungen
  • Begleiter hat 1,5-fache Sonnenmasse und ist sechsmal lichtschwächer
  • Forscher vermuten, dass beide Sterne gleichzeitig entstanden sind
  • Kleinerer Stern wird voraussichtlich in den nächsten 10.000 Jahren absorbiert

Siehe auch:


Bresser National Geographic
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!