So nah wie kein Objekt zuvor:
Sonde liefert spektakuläre Sonnenbilder
Die NASA hat die bisher nächsten Aufnahmen der Sonne veröffentlicht. Die Parker Solar Probe flog in nur 6,1 Millionen Kilometern Entfernung durch die Sonnenkorona und lieferte dabei einzigartige Einblicke in die Entstehung von Sonnenwinden.
Die neuen Aufnahmen, die mit dem Wide-Field Imager for Solar Probe (WISPR) gemacht wurden, zeigen in beispielloser Detailgenauigkeit, wie sich der Sonnenwind unmittelbar nach seiner Entstehung verhält. Diese Bilder geben Wissenschaftlern einen direkten Einblick in die Entstehung von Weltraumwetterphänomenen, die Auswirkungen auf die Erde haben können.
Nicky Fox, stellvertretende Administratorin der Science Mission Directorate bei der NASA, erklärte dazu in einer Mitteilung der NASA (via Space): "Wir beobachten, wo die Bedrohungen des Weltraumwetters für die Erde beginnen, mit unseren eigenen Augen, nicht nur mit Modellen." Die NASA-Managerin weiter: "Mit diesen neuen Informationen können wir unsere Weltraumwettervorhersagen signifikant verbessern, um die Sicherheit unserer Astronauten und den Schutz unserer Technik hier auf der Erde und im ganzen Sonnensystem zu gewährleisten."
Die Aufnahmen enthüllen auch wichtige Strukturen in der Sonnenatmosphäre, darunter die heliosphärische Stromschicht, eine Grenze, an der das Magnetfeld der Sonne seine Richtung von Nord nach Süd ändert. Besonders bemerkenswert ist die Beobachtung mehrerer koronaler Massenauswürfe (CMEs), die sich übereinanderstapeln. "Wir sehen, wie die CMEs sich praktisch übereinander türmen", sagte Angelos Vourlidas, WISPR-Instrumentenwissenschaftler am Johns Hopkins Applied Physics Laboratory, das die Raumsonde mitentwickelt und -gebaut hat.
Der sogenannte "Alfvénische" Sonnenwind weist kleine magnetische Schwankungen auf, während der "nicht Alfvénische" Typ diese Eigenschaft nicht besitzt. Die detaillierten Bilder helfen Wissenschaftlern nun, den Ursprung dieser beiden unterschiedlichen Phänomene zu verstehen. Der nicht Alfvénische Wind könnte von sogenannten Helmstreamern stammen - großen magnetischen Schleifen, die aktive Regionen verbinden. Der Alfvénische Wind hingegen könnte aus koronalen Löchern stammen, kühleren Regionen in der Korona.
Um unter den extremen Bedingungen nahe der Sonne zu überleben, ist die Parker Solar Probe mit einem speziellen Hitzeschild ausgestattet, dem Thermal Protection System (TPS). Dieser Schild besteht aus zwei Kohlenstoff-Kohlenstoff-Verbundplatten, zwischen denen sich ein 11,4 Zentimeter dicker Kohlenstoffschaum befindet. Die sonnenzugewandte Seite ist mit einer speziellen weißen Keramikbeschichtung versehen, die so viel Sonnenenergie wie möglich reflektiert.
Während der Hitzeschild Temperaturen von bis zu 1370 Grad Celsius aushalten muss, bleiben die Instrumente im Schatten des Schildes bei "angenehmen" 29 Grad Celsius. Der Schild selbst wiegt nur etwa 73 Kilogramm, da der Schaumkern zu 97 Prozent aus Luft besteht. Diese Leichtbauweise ist entscheidend, damit die Sonde die nötige Geschwindigkeit erreichen kann.
Seit ihrem Start im August 2018 hat die Parker Solar Probe ihre Umlaufbahn durch sieben Vorbeiflüge an der Venus immer weiter an die Sonne angenähert. Nach dem letzten Venus-Vorbeiflug am 6. November 2024 erreichte die Sonde ihre optimale Umlaufbahn, die sie alle drei Monate in ideale Nähe zur Sonne bringt. Die Mission ist nach Eugene Parker benannt, dem Astrophysiker, der 1958 die Existenz des Sonnenwinds theoretisch vorhersagte.
Nach dem historischen Vorbeiflug im Dezember 2024 hat die Sonde bereits zwei weitere Perihel-Durchgänge in derselben Entfernung am 22. März und 19. Juni 2025 absolviert. Die Parker Solar Probe wird ihre Erforschung der Sonne von ihrer aktuellen Umlaufbahn fortsetzen.
Was haltet ihr von diesen außergewöhnlichen Aufnahmen? Findet ihr es faszinierend, wie Wissenschaftler mit solchen Missionen unser Verständnis der Sonne verbessern? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.
Siehe auch:
Historische Nahaufnahmen der Sonne
Die NASA hat außergewöhnliche Bilder veröffentlicht, die aus einer Distanz aufgenommen wurden, wie sie kein Raumfahrzeug je zuvor erreicht hat. Die Parker Solar Probe flog am 24. Dezember 2024 in einer Rekordentfernung von nur 6,1 Millionen Kilometern an der Sonnenoberfläche vorbei und durchquerte dabei die äußere Atmosphäre unseres Sterns, die sogenannte Korona. Während dieses Vorbeiflugs erreichte die Sonde eine Geschwindigkeit von etwa 690.000 km/h und brach damit ihren eigenen Rekord als schnellstes von Menschen gebautes Objekt.Die neuen Aufnahmen, die mit dem Wide-Field Imager for Solar Probe (WISPR) gemacht wurden, zeigen in beispielloser Detailgenauigkeit, wie sich der Sonnenwind unmittelbar nach seiner Entstehung verhält. Diese Bilder geben Wissenschaftlern einen direkten Einblick in die Entstehung von Weltraumwetterphänomenen, die Auswirkungen auf die Erde haben können.
Nicky Fox, stellvertretende Administratorin der Science Mission Directorate bei der NASA, erklärte dazu in einer Mitteilung der NASA (via Space): "Wir beobachten, wo die Bedrohungen des Weltraumwetters für die Erde beginnen, mit unseren eigenen Augen, nicht nur mit Modellen." Die NASA-Managerin weiter: "Mit diesen neuen Informationen können wir unsere Weltraumwettervorhersagen signifikant verbessern, um die Sicherheit unserer Astronauten und den Schutz unserer Technik hier auf der Erde und im ganzen Sonnensystem zu gewährleisten."
Die NASA zeigt die einzigartigen Aufnahmen der Sonnenatmosphäre
Die Aufnahmen enthüllen auch wichtige Strukturen in der Sonnenatmosphäre, darunter die heliosphärische Stromschicht, eine Grenze, an der das Magnetfeld der Sonne seine Richtung von Nord nach Süd ändert. Besonders bemerkenswert ist die Beobachtung mehrerer koronaler Massenauswürfe (CMEs), die sich übereinanderstapeln. "Wir sehen, wie die CMEs sich praktisch übereinander türmen", sagte Angelos Vourlidas, WISPR-Instrumentenwissenschaftler am Johns Hopkins Applied Physics Laboratory, das die Raumsonde mitentwickelt und -gebaut hat.
Zwei Arten von Sonnenwind
Ein wichtiger Fokus der Mission ist die Erforschung des Sonnenwinds, jenes konstanten Stroms geladener Teilchen, der von der Sonne ausgeht und sich durch das gesamte Sonnensystem ausbreitet. In der Nähe der Erde erscheint der Sonnenwind meist als gleichmäßige Brise, doch näher an der Sonne verhält er sich ganz anders. Die Parker Solar Probe hat bestätigt, dass es tatsächlich zwei Arten von langsamem Sonnenwind gibt, die sich durch ihre magnetischen Eigenschaften unterscheiden.Der sogenannte "Alfvénische" Sonnenwind weist kleine magnetische Schwankungen auf, während der "nicht Alfvénische" Typ diese Eigenschaft nicht besitzt. Die detaillierten Bilder helfen Wissenschaftlern nun, den Ursprung dieser beiden unterschiedlichen Phänomene zu verstehen. Der nicht Alfvénische Wind könnte von sogenannten Helmstreamern stammen - großen magnetischen Schleifen, die aktive Regionen verbinden. Der Alfvénische Wind hingegen könnte aus koronalen Löchern stammen, kühleren Regionen in der Korona.
Um unter den extremen Bedingungen nahe der Sonne zu überleben, ist die Parker Solar Probe mit einem speziellen Hitzeschild ausgestattet, dem Thermal Protection System (TPS). Dieser Schild besteht aus zwei Kohlenstoff-Kohlenstoff-Verbundplatten, zwischen denen sich ein 11,4 Zentimeter dicker Kohlenstoffschaum befindet. Die sonnenzugewandte Seite ist mit einer speziellen weißen Keramikbeschichtung versehen, die so viel Sonnenenergie wie möglich reflektiert.
Während der Hitzeschild Temperaturen von bis zu 1370 Grad Celsius aushalten muss, bleiben die Instrumente im Schatten des Schildes bei "angenehmen" 29 Grad Celsius. Der Schild selbst wiegt nur etwa 73 Kilogramm, da der Schaumkern zu 97 Prozent aus Luft besteht. Diese Leichtbauweise ist entscheidend, damit die Sonde die nötige Geschwindigkeit erreichen kann.
Seit ihrem Start im August 2018 hat die Parker Solar Probe ihre Umlaufbahn durch sieben Vorbeiflüge an der Venus immer weiter an die Sonne angenähert. Nach dem letzten Venus-Vorbeiflug am 6. November 2024 erreichte die Sonde ihre optimale Umlaufbahn, die sie alle drei Monate in ideale Nähe zur Sonne bringt. Die Mission ist nach Eugene Parker benannt, dem Astrophysiker, der 1958 die Existenz des Sonnenwinds theoretisch vorhersagte.
Nach dem historischen Vorbeiflug im Dezember 2024 hat die Sonde bereits zwei weitere Perihel-Durchgänge in derselben Entfernung am 22. März und 19. Juni 2025 absolviert. Die Parker Solar Probe wird ihre Erforschung der Sonne von ihrer aktuellen Umlaufbahn fortsetzen.
Was haltet ihr von diesen außergewöhnlichen Aufnahmen? Findet ihr es faszinierend, wie Wissenschaftler mit solchen Missionen unser Verständnis der Sonne verbessern? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- NASA veröffentlicht Rekordaufnahmen der Sonne aus nur 6,1 Mio. km Distanz
- Parker Solar Probe flog am 24. Dezember 2024 durch die Sonnenkorona
- Sonde erreichte die Geschwindigkeit von 690.000 km/h als schnellstes Menschenobjekt
- Bilder zeigen die Entstehung des Sonnenwinds und helfen bei Weltraumwettervorhersagen
- Wissenschaftler entdeckten zwei unterschiedliche Arten von langsamem Sonnenwind
- Spezieller 73 kg leichter Hitzeschild schützt vor Temperaturen bis 1370 Grad
- Nach Venus-Vorbeiflug am 6. November 2024 erreichte die Sonde optimale Umlaufbahn
Siehe auch:
- Kosmische Wettervorhersage: Sonnenstürme werden besser planbar
- Interstellarer Reisender: NASA meldet Sonnensystem-fremden Komet
- Neues Supergel gewinnt Trinkwasser aus Meerwasser und Sonnenlicht
- Bestätigt: Interstellares Objekt fliegt aktuell durchs Sonnensystem
- Vorbeifliegende Sterne können Sonnensystem massiv destabilisieren
Thema:
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