Neues Supergel gewinnt Trinkwasser aus Meerwasser und Sonnenlicht
Ein neuer Schwamm filtert Salz aus Meerwasser, braucht dazu nur Sonnenlicht und könnte so künftig helfen, Trinkwasser ohne hohen Energieaufwand zu gewinnen. Möglich macht dies ein feinporiges Aerogel mit winzigen Transportkanälen.
Ein vielversprechender Kandidat dafür ist sogenanntes Aerogel, ein Material, dessen Inneres größtenteils aus winzigen Luftkammern besteht. Aerogele sind leicht und porös, erinnern optisch an einen festen, feinporigen Schwamm. Doch bislang hatten Aerogele einen entscheidenden Nachteil: Wenn man sie vergrößerte, ging die Effizienz bei der Wasserverdunstung deutlich zurück.
Genau hier setzt das neue Verfahren an, das Xi Shen und sein Team im Fachjournal ACS Energy Letters beschrieben. Sie entwickelten ein Aerogel aus Kohlenstoff-Nanoröhren und Zellulose-Nanofasern, das mithilfe von 3D-Druck hergestellt wird. Dabei entstand ein dichtes Netzwerk mikroskopisch kleiner, senkrechter Röhren, jeweils nur etwa 20 Mikrometer breit - das entspricht rund einem Drittel der Dicke eines menschlichen Haars. Diese Röhren sind entscheidend, um Wasser effizient an die Oberfläche zu transportieren, egal wie groß das Aerogel am Ende tatsächlich ist.
Noch ist diese Ausbeute nicht groß genug, um Versorgung im großen Maßstab zu leisten. Doch das Team um Xi Shen sieht darin den Beginn eines neuen Weges: Aerogele könnten eine einfache und umweltfreundliche Ergänzung oder Alternative zu energieintensiven Großanlagen werden. Eine skalierbare, energiearme Trinkwasserversorgung allein mit der Kraft der Sonne rückt etwas näher.
Siehe auch:
Wasser aus Meer und Sonne: Geniales Nano-Aerogel
Eigentlich ist die Entsalzung von Meerwasser längst Alltag, aber auch ein Wettlauf gegen die Energiekosten. Klassische Entsalzungsanlagen verschlingen riesige Mengen Strom. Deshalb sucht die Forschung schon lange nach Wegen, mit möglichst wenig Energieaufwand Trinkwasser aus dem Meer zu gewinnen - vor allem mithilfe der Sonne.Ein vielversprechender Kandidat dafür ist sogenanntes Aerogel, ein Material, dessen Inneres größtenteils aus winzigen Luftkammern besteht. Aerogele sind leicht und porös, erinnern optisch an einen festen, feinporigen Schwamm. Doch bislang hatten Aerogele einen entscheidenden Nachteil: Wenn man sie vergrößerte, ging die Effizienz bei der Wasserverdunstung deutlich zurück.
Genau hier setzt das neue Verfahren an, das Xi Shen und sein Team im Fachjournal ACS Energy Letters beschrieben. Sie entwickelten ein Aerogel aus Kohlenstoff-Nanoröhren und Zellulose-Nanofasern, das mithilfe von 3D-Druck hergestellt wird. Dabei entstand ein dichtes Netzwerk mikroskopisch kleiner, senkrechter Röhren, jeweils nur etwa 20 Mikrometer breit - das entspricht rund einem Drittel der Dicke eines menschlichen Haars. Diese Röhren sind entscheidend, um Wasser effizient an die Oberfläche zu transportieren, egal wie groß das Aerogel am Ende tatsächlich ist.
Praxistest vielversprechend
Ein erster Praxistest verlief vielversprechend: Das Team platzierte das Aerogel in einem einfachen Behälter mit Salzwasser, darüber eine gebogene Plastikabdeckung. Als Sonnenlicht auf das Material traf, verdampfte das Wasser. Salz blieb zurück, der reine Wasserdampf sammelte sich auf der Plastikoberfläche und floss langsam in einen Auffangbehälter - völlig ohne zusätzliche Energiequelle. Innerhalb von sechs Stunden konnten so rund drei Esslöffel Trinkwasser gesammelt werden.Noch ist diese Ausbeute nicht groß genug, um Versorgung im großen Maßstab zu leisten. Doch das Team um Xi Shen sieht darin den Beginn eines neuen Weges: Aerogele könnten eine einfache und umweltfreundliche Ergänzung oder Alternative zu energieintensiven Großanlagen werden. Eine skalierbare, energiearme Trinkwasserversorgung allein mit der Kraft der Sonne rückt etwas näher.
Wie funktioniert Meerwasserentsalzung?
Bei der Meerwasserentsalzung wird Salzwasser in Süßwasser umgewandelt, wobei verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen. Das heute am häufigsten genutzte Verfahren ist die Umkehrosmose, bei der Meerwasser unter hohem Druck durch spezielle Membranen gepresst wird, die nur Wassermoleküle durchlassen, während Salze zurückgehalten werden.
Daneben gibt es thermische Verfahren wie die mehrstufige Entspannungsverdampfung (MSF), bei der Meerwasser erhitzt wird und der entstehende Dampf als Süßwasser kondensiert. Neuere Ansätze nutzen zunehmend erneuerbare Energien, um den hohen Energiebedarf dieser Prozesse umweltfreundlicher zu gestalten.
Daneben gibt es thermische Verfahren wie die mehrstufige Entspannungsverdampfung (MSF), bei der Meerwasser erhitzt wird und der entstehende Dampf als Süßwasser kondensiert. Neuere Ansätze nutzen zunehmend erneuerbare Energien, um den hohen Energiebedarf dieser Prozesse umweltfreundlicher zu gestalten.
Was kostet entsalztes Meerwasser?
Die Kosten für Meerwasserentsalzung variieren je nach eingesetzter Technologie, Standort und Energiequelle. In Barcelona, einer Stadt mit hohem Anteil an entsalztem Trinkwasser, liegen die Herstellungskosten bei etwa 70 Cent pro 1000 Liter. Der Einsatz von erneuerbaren Energien könnte diese Kosten in Zukunft deutlich senken.
Bei modernen Umkehrosmoseanlagen ist mit einem Energieaufwand zwischen 2 und 4 kWh pro Kubikmeter Trinkwasser zu rechnen, während thermische Verfahren mit 23-27 kWh/m³ deutlich energieintensiver sind. Das physikalische Minimum für Umkehrosmose liegt bei 1,9 kWh pro Kubikmeter.
Bei modernen Umkehrosmoseanlagen ist mit einem Energieaufwand zwischen 2 und 4 kWh pro Kubikmeter Trinkwasser zu rechnen, während thermische Verfahren mit 23-27 kWh/m³ deutlich energieintensiver sind. Das physikalische Minimum für Umkehrosmose liegt bei 1,9 kWh pro Kubikmeter.
Wo wird Meerwasserentsalzung genutzt?
Meerwasserentsalzung wird vor allem in wasserarmen Regionen mit Meerzugang eingesetzt. Die Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate betreiben die größten Anlagen weltweit, wobei Saudi-Arabien täglich etwa 5,9 Millionen m³ Trinkwasser produziert.
Auch auf Inseln wie den Kanaren, Malta und Helgoland sowie in Ländern mit Wassermangel wie Spanien, Israel und Südafrika spielt die Meerwasserentsalzung eine wichtige Rolle. Weltweit werden schätzungsweise 300 Millionen Menschen mit entsalztem Meerwasser versorgt, und diese Zahl steigt angesichts zunehmender Wasserknappheit stetig an.
Auch auf Inseln wie den Kanaren, Malta und Helgoland sowie in Ländern mit Wassermangel wie Spanien, Israel und Südafrika spielt die Meerwasserentsalzung eine wichtige Rolle. Weltweit werden schätzungsweise 300 Millionen Menschen mit entsalztem Meerwasser versorgt, und diese Zahl steigt angesichts zunehmender Wasserknappheit stetig an.
Welche Umweltprobleme verursacht sie?
Die Meerwasserentsalzung bringt erhebliche Umweltauswirkungen mit sich. Ein Hauptproblem ist die Entsorgung der hochkonzentrierten Salzlauge (Sole), die bei der Entsalzung entsteht. Pro Liter erzeugtem Süßwasser fallen 1 bis 2,3 Liter Salzlauge an, die zurück ins Meer geleitet wird und dort marine Ökosysteme schädigen kann.
Zudem ist der hohe Energieverbrauch problematisch, da er oft durch fossile Brennstoffe gedeckt wird und somit zum CO2-Ausstoß beiträgt. Die UN-Studie zeigt, dass täglich weltweit etwa 142 Millionen Kubikmeter Salzlauge in die Umwelt gelangen - weitaus mehr als bisher angenommen.
Zudem ist der hohe Energieverbrauch problematisch, da er oft durch fossile Brennstoffe gedeckt wird und somit zum CO2-Ausstoß beiträgt. Die UN-Studie zeigt, dass täglich weltweit etwa 142 Millionen Kubikmeter Salzlauge in die Umwelt gelangen - weitaus mehr als bisher angenommen.
Wie nachhaltig ist Meerwasserentsalzung?
Die Nachhaltigkeit der Meerwasserentsalzung hängt maßgeblich von der Energiequelle ab. In vielen Regionen, insbesondere am Persischen Golf, wird der Energiebedarf überwiegend durch fossile Brennstoffe gedeckt, was die Umweltbilanz verschlechtert.
Wissenschaftler empfehlen daher den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft. Laut einer Studie der Global Clean Water Desalination Alliance würde der weltweite CO2-Ausstoß der Entsalzungsanlagen ohne Umstellung auf grünen Strom bis 2040 um 180 Prozent steigen. Innovative Ansätze wie solare Verdunstungstechniken könnten die Nachhaltigkeit künftig verbessern.
Wissenschaftler empfehlen daher den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft. Laut einer Studie der Global Clean Water Desalination Alliance würde der weltweite CO2-Ausstoß der Entsalzungsanlagen ohne Umstellung auf grünen Strom bis 2040 um 180 Prozent steigen. Innovative Ansätze wie solare Verdunstungstechniken könnten die Nachhaltigkeit künftig verbessern.
Gibt es Alternativen zur Meerwasserentsalzung?
Es gibt verschiedene Alternativen zur klassischen Meerwasserentsalzung, die je nach regionalen Gegebenheiten sinnvoll sein können. Dazu zählen die Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwasser, effizientere Bewässerungstechniken in der Landwirtschaft sowie die Nutzung von Regenwasser durch besseres Wassermanagement.
Auch die Reduzierung von Wasserverlusten in bestehenden Versorgungsnetzen kann den Bedarf an entsalztem Meerwasser verringern. Experten betonen, dass Meerwasserentsalzung zwar eine wichtige Technologie ist, aber nur dort sinnvoll eingesetzt werden sollte, wo Menschen nicht anders mit Trinkwasser versorgt werden können.
Auch die Reduzierung von Wasserverlusten in bestehenden Versorgungsnetzen kann den Bedarf an entsalztem Meerwasser verringern. Experten betonen, dass Meerwasserentsalzung zwar eine wichtige Technologie ist, aber nur dort sinnvoll eingesetzt werden sollte, wo Menschen nicht anders mit Trinkwasser versorgt werden können.
Welche neuen Technologien gibt es?
Die Forschung arbeitet an zahlreichen innovativen Technologien zur effizienteren Meerwasserentsalzung. Besonders vielversprechend sind neuartige Hydrogele und Aerogele, die mit Hilfe der Sonnenenergie Meerwasser ohne großen Energieaufwand entsalzen können, wie Forscher der Hong Kong Polytechnic University entwickelt haben.
Am MIT wurde ein Prototyp vorgestellt, der durch Konzentrationsgradienten eine passive Konvektion erzeugt und so das Problem sich ansammelnden Salzes löst. Auch Materialien aus Kohlenstoffnanoröhren mit Zellulose-Nanofasern zeigen Potenzial für kostengünstige und energieeffiziente Entsalzung, besonders für sonnenreiche und wasserarme Regionen.
Am MIT wurde ein Prototyp vorgestellt, der durch Konzentrationsgradienten eine passive Konvektion erzeugt und so das Problem sich ansammelnden Salzes löst. Auch Materialien aus Kohlenstoffnanoröhren mit Zellulose-Nanofasern zeigen Potenzial für kostengünstige und energieeffiziente Entsalzung, besonders für sonnenreiche und wasserarme Regionen.
Wie alt ist die Entsalzungstechnik?
Die Meerwasserentsalzung hat eine überraschend lange Geschichte. Bereits im alten Ägypten und Griechenland wurden einfache Entsalzungstechniken durch natürliche Verdunstung mithilfe der Sonne genutzt. Seeleute wendeten um 1680 in Polarregionen frühe Formen der Gefrierentsalzung an.
Die erste kommerzielle thermische Entsalzungsanlage wurde 1881 in Sliema auf Malta errichtet. Ein wichtiger Meilenstein war die Inbetriebnahme der ersten Destillationsanlage an Land auf Curaçao im Jahr 1928. Die moderne großtechnische Meerwasserentsalzung begann 1957 in Kuwait mit der Installation einer mehrstufigen Entspannungsverdampfungsanlage.
Die erste kommerzielle thermische Entsalzungsanlage wurde 1881 in Sliema auf Malta errichtet. Ein wichtiger Meilenstein war die Inbetriebnahme der ersten Destillationsanlage an Land auf Curaçao im Jahr 1928. Die moderne großtechnische Meerwasserentsalzung begann 1957 in Kuwait mit der Installation einer mehrstufigen Entspannungsverdampfungsanlage.
Zusammenfassung
- Neuartiges Aerogel gewinnt Trinkwasser aus Meerwasser mit Sonnenlicht
- Feinporiger Schwamm mit winzigen Transportkanälen filtert Salz heraus
- Material aus Kohlenstoff-Nanoröhren und Zellulose-Nanofasern via 3D-Druck
- Mikroskopisch kleine Röhren transportieren Wasser effizient zur Oberfläche
- Praxistest lieferte innerhalb von sechs Stunden drei Esslöffel Trinkwasser
- Technik benötigt im Gegensatz zu klassischen Anlagen keine externe Energie
- Könnte künftig eine umweltfreundliche Alternative zur Wasserversorgung sein
Siehe auch:
- Unsichtbares Gift im Trinkwasser: Hoffnungsträger rostiges Eisenpulver
- Ein Hacker hat versucht, das Trinkwasser einer Stadt zu vergiften
- Glasfasern sollen nicht in die Trinkwasser-Rohre
- OpenAI-Chef: Jede Anfrage bei ChatGPT verbraucht 32 Milliliter Wasser
- Kein Mikroplastik: Neuer Kunststoff löst sich in Salzwasser einfach auf
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