Eine Branche wankt: US-Batteriehersteller stehen jetzt dumm da

In der US-Industrie standen die Zeichen lange voll auf Trans­formation. In den letzten Jahren wurden hohe Investitionen in die Batterieproduktion getätigt. Nun stehen diese Unternehmen aber vor einer gewaltigen Krise, die Nachfrage ist zu gering.
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Investitionen werden gestrichen

Laut eines neuen Berichts der Rhodium Group droht ein gefährliches Ungleichgewicht: zu viel Produktionskapazität, zu wenig Absatz. Das berichtet die Washington Post. Angetrieben durch Steuervergünstigungen des Inflation Reduction Acts (IRA), setzte unter der Biden-Regierung ab 2022 ein wahrer Investitionsboom ein.

Die Ausgaben für Batterieproduktionen stiegen von etwa 1 Milliarde Dollar pro Quartal im Jahr 2022 auf über 11 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Besonders im Süden der USA, dem sogenannten "Battery Belt", profitierten Bundesstaaten mit niedrigen Lohnkosten von diesem Aufschwung.


Doch jetzt wankt das Fundament dieser Entwicklung. In den ersten drei Monaten des Jahres 2025 wurden Projekte im Wert von sechs Milliarden Dollar gestrichen - ein Rekordwert. Gleichzeitig bremsen sinkende Verkaufszahlen von Elektroautos die Euphorie weiter aus. Hinzu kommt politischer Gegenwind: Republikaner im US-Kongress fordern weitreichende Kürzungen bei den Steuervergünstigungen für E-Autos und deren Komponenten. Ein aktueller Vorschlag des Finanzausschusses im Senat sieht vor, nahezu alle Klima- und Energieanreize des IRA zu streichen. Im Repräsentantenhaus wurde bereits ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

Jobs in Gefahr

"Hunderttausende Arbeitsplätze in der Industrie sind in Gefahr", warnte der demokratische Senator Ron Wyden. Auch Albert Gore von der Lobbygruppe Zero Emission Transportation Association zeigt sich alarmiert: Sollte der Gesetzesentwurf in Kraft treten, könnten Werke in den betroffenen Wahlkreisen schließen.

Der Rhodium-Bericht zeigt, dass die USA bei gleichbleibender Nachfrage bereits jetzt über genügend Produktionskapazität für Batterien bis zum Jahr 2030 verfügen. Gleichzeitig drängen chinesische Produzenten mit überschüssiger Kapazität und günstigeren Preisen auf den Weltmarkt - ein harter Wettbewerb für US-Hersteller. "Ohne politische Unterstützung bleibt den amerikanischen Produzenten nur das Nachsehen", mahnt Rhodium-Experte Ben King. Die geplanten Kürzungen könnten das Ende eines kurzen industriellen Aufschwungs bedeuten - und das Vertrauen von Investoren dauerhaft erschüttern. Und es spielt voll in die Karten Chinas.

Zusammenfassung
  • US-Batterieindustrie leidet unter Überkapazität bei gleichzeitig zu geringer Nachfrage
  • Investitionen stiegen von 1 Milliarde Dollar pro Quartal 2022 auf 11 Milliarden 2024
  • Projekte im Wert von sechs Milliarden Dollar wurden im ersten Quartal 2025 gestrichen
  • Sinkende E-Auto-Verkäufe und Kürzungen bei Steuervergünstigungen verschärfen die Krise
  • Hunderttausende Arbeitsplätze sind durch den drohenden Abbau von Förderungen gefährdet
  • Chinesische Hersteller drängen mit Überkapazitäten und günstigeren Preisen auf den Markt

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