Pirat bekommt fünf Jahre Haft für Seite, die vor einem Jahrzehnt schloss

In Griechenland wurde erstmals ein Betreiber einer Torrent-Seite zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 59-Jährige muss für fünf Jahre ins Gefängnis und 10.000 Euro Strafe zahlen - obwohl seine Plattform P2Planet.net bereits seit über einem Jahrzehnt geschlossen ist.
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Erstes Urteil dieser Art in Griechenland

Ein Gericht in Griechenland hat in einem aufsehenerregenden Urteil den Betreiber einer BitTorrent-Plattform zu einer Haftstrafe verurteilt. Ein Berufungsgericht für Straftaten in Piräus verhängte gegen einen 59-jährigen Mann eine fünfjährige Gefängnisstrafe sowie eine Geldbuße von 10.000 Euro. Zusätzlich muss der Verurteilte die Gerichtskosten tragen. Besonders bemerkenswert: Das Gericht lehnte eine aufschiebende Wirkung der Berufung ab, sodass der Mann unmittelbar nach der Urteilsverkündung in Handschellen abgeführt wurde.

Laut Berichten griechischer Medien handelt es sich um die erste Verurteilung dieser Art in Griechenland für illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit über BitTorrent verteilten Daten.

Zehn Jahre bis zum Urteil

Der Fall weist eine ungewöhnliche Besonderheit auf: Der 59-jährige Beklagte wurde für den Betrieb der privaten Torrent-Seite P2Planet.net verurteilt, die jedoch bereits vor mehr als einem Jahrzehnt ihre Schließung bekannt gegeben hatte. Wie TorrentFreak unter Berufung auf die griechische Seite DigitalTVInfo berichtet, wurde im Juni 2014 in sozialen Medien eine kurze Mitteilung veröffentlicht, dass P2Planet "leider geschlossen" sei.


Nach Angaben, die in Verbindung mit dem aktuellen Urteil in den Medien veröffentlicht wurden, hatte der Tracker 44.342 registrierte Mitglieder und verwaltete 14.000 Torrents, hauptsächlich für Filme, TV-Sendungen und Musik. Die Nutzer der Seite luden Inhalte mit dem Torrent-Client Azureus herunter, der heute unter dem Namen Vuze bekannt ist und 2017 das letzte Update erhielt. Die griechische Wirtschaftspolizei und die Cybercrime-Einheit führten die Operation zur Schließung der Website durch.

Abschreckende Wirkung

Die griechischen Behörden setzen offenbar auf eine Null-Toleranz-Politik gegenüber digitaler Piraterie. Das harte Vorgehen gegen den Betreiber von P2Planet.net soll die Entschlossenheit der Behörden unterstreichen, man darf sich allerdings sicherlich fragen, ob hier auch nur ansatzweise mit Maß und Ziel agiert wird.

Kritiker wenden nämlich ein, dass die lange Verfahrensdauer und die sofortige Inhaftierung trotz laufender Berufung rechtlich problematisch sein könnten. Zudem stellt sich die Frage, ob eine fünfjährige Haftstrafe für den Betrieb einer Torrent-Seite verhältnismäßig ist, insbesondere wenn diese bereits seit einem Jahrzehnt geschlossen ist.

Was haltet ihr von diesem Urteil? Ist die Strafe angemessen oder übertrieben hart? Und was denkt ihr über die lange Zeit zwischen Vergehen und Verurteilung? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • 59-jähriger Betreiber der Torrent-Seite P2Planet erhält fünf Jahre Haft
  • Zusätzlich zur Gefängnisstrafe muss der Verurteilte 10.000 Euro zahlen
  • Die verurteilte Webseite wurde bereits vor über einem Jahrzehnt geschlossen
  • P2Planet hatte über 44.000 Mitglieder und verwaltete 14.000 Torrents
  • Es handelt sich um die erste Verurteilung dieser Art in Griechenland
  • Kritiker hinterfragen die Verhältnismäßigkeit und den zeitlichen Abstand
  • Berufung wurde abgelehnt und der Mann sofort in Handschellen abgeführt

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