Lösung im Licht: Innovative Mathe-Maschine rechnet besser als Chips
Eine Forschungsgruppe aus Utah hat eine optische Maschine gebaut, die mit Lichtstrahlen Gleichungen löst, für die selbst Supercomputer lange brauchen. Das System berechnet physikalische Vorgänge nicht mehr digital - sondern direkt mit Photonen.
Solche Gleichungen sind mächtig, aber schwer zu lösen. Klassische Verfahren arbeiten mit aufwendigen numerischen Simulationen. Selbst moderne Machine-Learning-Modelle schaffen nur begrenzte Beschleunigung - und benötigen dafür enorme Rechenleistung und Energie.
Die Forschungsgruppe aus Utah geht nun einen völlig anderen Weg: Sie ersetzt elektrische Rechenoperationen durch physikalische Lichtprozesse. Das von ihnen entwickelte System, genannt Optical Neural Engine (ONE), nutzt gezielt geformte Lichtwellen, um Lösungen direkt während ihrer Ausbreitung durch optische Komponenten zu erzeugen.
Technisch kombiniert das ONE-System zwei optische Verarbeitungsebenen: eine sogenannte Fourier-Ebene, benannt nach dem französischen Mathematiker Joseph Fourier, in der spektrale - also frequenzbezogene - Informationen verarbeitet werden, und eine reale Bildebene, in der räumliche Zusammenhänge abgebildet sind.
Diese beiden Ebenen werden durch spezielle Lichtbauteile miteinander verbunden: sogenannte diffraktive neuronale Netze, die mit gezielt angeordneten Lichtmustern rechnen, und optische Crossbar-Strukturen, die eine Art Licht-Matrix darstellen und Rechenoperationen parallel ausführen können. Fast alle Operationen - Faltung, Modulation, Matrixmultiplikation - erfolgen dabei vollständig mit Licht. Lediglich nicht lineare Schritte werden derzeit noch elektronisch ausgeführt.
Welche Berechnungen sind mit ONE möglich - und welche (noch) nicht?
Die Forscher demonstrierten die Leistungsfähigkeit ihrer Architektur anhand mehrerer Gleichungstypen, darunter die Darcy-Gleichung (Strömung durch poröse Medien), die Navier-Stokes-Gleichung (zeitabhängige Flüssigkeitsdynamik), Maxwell-Gleichungen (elektromagnetische Felder in Nanostrukturen) sowie gekoppelte Wärme- und Stromfluss-Prozesse in elektrischen Schaltkreisen.
Das Optical Neural Engine ist kein Computer im klassischen Sinn. Es nutzt die physikalischen Eigenschaften von Licht zur Lösung mathematischer Aufgaben - schnell, energiesparend und skalierbar. Gerade für rechenintensive Simulationen in der Physik oder Ingenieurwissenschaft könnte dieser Ansatz ein neuer Hardwarepfad sein, der über das hinausgeht, was mit Siliziumchips heute machbar ist.
Siehe auch:
Licht statt Silizium: Diese Maschine rechnet mit Photonen
Partielle Differenzialgleichungen sind komplexe Rechenaufgaben, die in unzähligen wissenschaftlichen und technischen Bereichen eine zentrale Rolle spielen. Sie beschreiben, wie sich physikalische Größen über Raum und Zeit hinweg verändern - etwa der Luftstrom um ein Flugzeug, die Temperaturverteilung in einem Material oder die Ausbreitung elektromagnetischer Felder.Solche Gleichungen sind mächtig, aber schwer zu lösen. Klassische Verfahren arbeiten mit aufwendigen numerischen Simulationen. Selbst moderne Machine-Learning-Modelle schaffen nur begrenzte Beschleunigung - und benötigen dafür enorme Rechenleistung und Energie.
Die Forschungsgruppe aus Utah geht nun einen völlig anderen Weg: Sie ersetzt elektrische Rechenoperationen durch physikalische Lichtprozesse. Das von ihnen entwickelte System, genannt Optical Neural Engine (ONE), nutzt gezielt geformte Lichtwellen, um Lösungen direkt während ihrer Ausbreitung durch optische Komponenten zu erzeugen.
Technisch kombiniert das ONE-System zwei optische Verarbeitungsebenen: eine sogenannte Fourier-Ebene, benannt nach dem französischen Mathematiker Joseph Fourier, in der spektrale - also frequenzbezogene - Informationen verarbeitet werden, und eine reale Bildebene, in der räumliche Zusammenhänge abgebildet sind.
Diese beiden Ebenen werden durch spezielle Lichtbauteile miteinander verbunden: sogenannte diffraktive neuronale Netze, die mit gezielt angeordneten Lichtmustern rechnen, und optische Crossbar-Strukturen, die eine Art Licht-Matrix darstellen und Rechenoperationen parallel ausführen können. Fast alle Operationen - Faltung, Modulation, Matrixmultiplikation - erfolgen dabei vollständig mit Licht. Lediglich nicht lineare Schritte werden derzeit noch elektronisch ausgeführt.
Welche Berechnungen sind mit ONE möglich - und welche (noch) nicht?
- Lineare Rechenschritte: gut optisch umsetzbar
- Dazu zählen etwa Addition, Faltung oder Matrixmultiplikation.
- Lichtwellen überlagern sich ganz natürlich: Ihre Intensitäten addieren sich, ihre Richtung, Phase und Stärke lassen sich mit optischen Bauelementen gezielt beeinflussen.
- Das passt exakt zu den Rechenregeln der linearen Algebra - und macht diese Operationen besonders geeignet für photonische Systeme.
- Nicht lineare Rechenschritte: derzeit schwierig
- Nicht lineare Operationen bedeuten, dass das Ergebnis nicht direkt proportional zum Eingang ist - etwa bei Schwellenwerten ("erst ab einem bestimmten Signal passiert etwas") oder aktiver Verstärkung.
- Solche Effekte erfordern Materialien, die abhängig von der Lichtintensität ihr Verhalten ändern - und diese sind bisher zu schwach oder schwer steuerbar für präzise Rechenaufgaben.
Die Forscher demonstrierten die Leistungsfähigkeit ihrer Architektur anhand mehrerer Gleichungstypen, darunter die Darcy-Gleichung (Strömung durch poröse Medien), die Navier-Stokes-Gleichung (zeitabhängige Flüssigkeitsdynamik), Maxwell-Gleichungen (elektromagnetische Felder in Nanostrukturen) sowie gekoppelte Wärme- und Stromfluss-Prozesse in elektrischen Schaltkreisen.
Optische Rechenmaschine
Die Studie, veröffentlicht in Nature, zeigt: Die Berechnungen lassen sich mit hoher Genauigkeit ausführen - und das in konstanter Zeit, unabhängig von der Problemgröße. Die Architektur kann flexibel angepasst und für unterschiedliche Aufgaben rekonfiguriert werden. Eingesetzt werden handelsübliche Komponenten wie Flüssigkristallmodulatoren (SLMs), die Lichtwellen pixelgenau formen und leiten.Das Optical Neural Engine ist kein Computer im klassischen Sinn. Es nutzt die physikalischen Eigenschaften von Licht zur Lösung mathematischer Aufgaben - schnell, energiesparend und skalierbar. Gerade für rechenintensive Simulationen in der Physik oder Ingenieurwissenschaft könnte dieser Ansatz ein neuer Hardwarepfad sein, der über das hinausgeht, was mit Siliziumchips heute machbar ist.
Zusammenfassung
- Forscher aus Utah entwickelten optische Maschine zur Lösung komplexer Gleichungen
- System namens ONE nutzt Lichtwellen statt elektrischer Rechenoperationen
- Kombination aus Fourier-Ebene und realer Bildebene ermöglicht effiziente Berechnung
- Lineare Rechenoperationen wie Addition werden vollständig mit Licht durchgeführt
- Nicht lineare Rechenschritte stellen noch eine Herausforderung für das System dar
- Die Maschine löst Gleichungen zur Strömungs- und Elektromagnetikberechnung
- Hohe Genauigkeit bei konstanter Rechenzeit unabhängig von der Problemgröße
Siehe auch:
- Forscher löst nach 200 Jahren "unlösbares" Mathematikproblem
- 2 Prozent richtig: So kläglich versagt KI bei echter Mathematik
- 100 Jahre alte Formel abgelöst: Neue Mathematik verbessert Windräder
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