Sonos-Chef: Wir wissen gar nicht, wie unsere Produkte genutzt werden
Die Kritiken an Sonos reißen nicht ab: Noch immer hat das Unternehmen keine App hinbekommen, mit denen die Lautsprecher des Unternehmens wirklich gut nutzbar wären. Interims-Chef Tom Conrad äußerte sich nun zu den Ursachen dessen.
Im Mai vergangenen Jahres brachte Sonos erstmals eigene Kopfhörer auf den Markt. Die Markteinführung der "Ace"-Kopfhörer war für das Unternehmen der Anlass, die begleitende Sonos-App vollständig neu zu entwickeln. Ziel war es, die Software zukunftsfähig zu machen. Doch die Veröffentlichung geriet zum Desaster: Nutzer beklagten den Wegfall beliebter Funktionen, Verbindungsprobleme mit älteren Lautsprechern und massive Einschränkungen bei der Barrierefreiheit.
Zunächst spielte Sonos die Beschwerden herunter. Doch schließlich meldete sich der damalige Firmenchef Patrick Spence mit einer Entschuldigung und einem Maßnahmenkatalog zu Wort - bevor er wenig später das Unternehmen verließ. Sein Nachfolger auf Zeit: Vorstandsmitglied Tom Conrad.
Conrad räumte nun ein, dass zwei der umstrittenen Entscheidungen bewusst getroffen wurden. Zum einen habe man bewusst darauf verzichtet, seltener genutzte Funktionen sofort in die neue App zu integrieren - obwohl diese für einige Nutzer essenziell seien. Zum anderen habe man die Benutzeroberfläche grundlegend verändert, ohne die negativen Reaktionen vorherzusehen.
"Wenn wir das alles vorher gewusst hätten, hätten wir die App nicht veröffentlicht", betont Conrad. Sonos habe daraus Konsequenzen gezogen und interne Prozesse grundlegend überarbeitet, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Wann aber nun endlich eine gut funktionierende App bereitgestellt wird, sagte er bisher nicht.
Ob Conrad dauerhaft an der Spitze von Sonos bleibt, ist offen. Er zeigt sich jedoch bereit: "Wenn der Aufsichtsrat mich dauerhaft berufen möchte, habe ich eine klare Vorstellung davon, wie Sonos sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln könnte."
Siehe auch:
Bewusst falsche Entscheidungen
In einem Interview mit dem US-Magazin Wired räumte er ein, dass verschiedene umstrittene Entscheidungen bewusst getroffen wurden - die schwerwiegendste Ursache für den misslungenen Relaunch liege jedoch tiefer: Sonos habe nicht verstanden, wie seine Produkte im Alltag tatsächlich genutzt werden.Im Mai vergangenen Jahres brachte Sonos erstmals eigene Kopfhörer auf den Markt. Die Markteinführung der "Ace"-Kopfhörer war für das Unternehmen der Anlass, die begleitende Sonos-App vollständig neu zu entwickeln. Ziel war es, die Software zukunftsfähig zu machen. Doch die Veröffentlichung geriet zum Desaster: Nutzer beklagten den Wegfall beliebter Funktionen, Verbindungsprobleme mit älteren Lautsprechern und massive Einschränkungen bei der Barrierefreiheit.
Zunächst spielte Sonos die Beschwerden herunter. Doch schließlich meldete sich der damalige Firmenchef Patrick Spence mit einer Entschuldigung und einem Maßnahmenkatalog zu Wort - bevor er wenig später das Unternehmen verließ. Sein Nachfolger auf Zeit: Vorstandsmitglied Tom Conrad.
Conrad räumte nun ein, dass zwei der umstrittenen Entscheidungen bewusst getroffen wurden. Zum einen habe man bewusst darauf verzichtet, seltener genutzte Funktionen sofort in die neue App zu integrieren - obwohl diese für einige Nutzer essenziell seien. Zum anderen habe man die Benutzeroberfläche grundlegend verändert, ohne die negativen Reaktionen vorherzusehen.
Komplexität unterschätzt
Den größten Fehler sieht Conrad aber in der mangelhaften Praxistauglichkeit der neuen Software. "Wir haben unterschätzt, wie komplex die Netzwerkumgebungen in echten Haushalten sind", so der Interimschef. Viele Nutzer lebten in dicht besiedelten Wohngebieten mit Dutzenden konkurrierenden WLAN-Netzen. Zudem liefen auf den Sonos-Geräten Dienste von Drittanbietern wie Spotify oder Apple - eine Kombination, die im Labor kaum realitätsgetreu testbar sei."Wenn wir das alles vorher gewusst hätten, hätten wir die App nicht veröffentlicht", betont Conrad. Sonos habe daraus Konsequenzen gezogen und interne Prozesse grundlegend überarbeitet, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Wann aber nun endlich eine gut funktionierende App bereitgestellt wird, sagte er bisher nicht.
Ob Conrad dauerhaft an der Spitze von Sonos bleibt, ist offen. Er zeigt sich jedoch bereit: "Wenn der Aufsichtsrat mich dauerhaft berufen möchte, habe ich eine klare Vorstellung davon, wie Sonos sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln könnte."
Zusammenfassung
- Sonos-Chef räumt Fehler bei App-Entwicklung und Produktverständnis ein
- Bewusster Verzicht auf seltene Funktionen und UI-Änderung ohne Vorahnung
- Unterschätzung komplexer Netzwerkumgebungen in echten Haushalten
- Interne Prozesse wurden überarbeitet, um ähnliche Fehler künftig zu vermeiden
- Interimschef Conrad zeigt sich bereit für dauerhafte Führungsposition
- Neue App-Version mit besserer Funktionalität steht noch aus
- Sonos plant langfristige Entwicklung für die nächsten fünf bis zehn Jahre
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