Antarktis-Meteoritenfund stellt Ursprung des irdischen Wassers infrage
Kam das Wasser wirklich mit Asteroiden auf die Erde - oder begann alles ganz anders? Ein unscheinbarer Meteoritenfund aus der Antarktis bringt neue Details ans Licht, die ein vertrautes Bild der Erdgeschichte ins Wanken bringen könnten.
Neue Messungen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Im Zentrum steht der Meteorit LAR 12252, ein sogenannter Enstatit-Chondrit. Diese seltene Meteoritenart enthält fast genau dieselben chemischen Elemente wie das ursprüngliche Baumaterial der Erde. Der Fund stammt aus der Antarktis und wurde mit einer speziellen Röntgenmethode untersucht - der XANES-Spektroskopie. Damit lassen sich einzelne chemische Bindungen im Material sichtbar machen.
Der größte Teil des Wasserstoffs befindet sich nicht in den kristallinen Einschlüssen, sondern in der sogenannten Matrix - dem extrem feinkörnigen Material zwischen den Partikeln. Dort fanden sich große Mengen Schwefelwasserstoff - ein Molekül, das Wasserstoff fest an Schwefel bindet. Die Konzentration ist rund fünfmal so hoch wie in anderen Bereichen des Meteoriten.
Laborbild von LAR 12252
Die im Fachjournal Icarus veröffentlichte Studie legt nahe, dass die frühe Erde selbst genug Wasserstoff enthielt, um Wasser zu bilden - ganz ohne spätere Wasserlieferung durch Asteroiden. Damit gerät ein zentraler Baustein des bisherigen Modells zur Entstehung von Leben auf unserem Planeten ins Wanken.
Siehe auch:
Erdgeschichte im Wanken: Wasser war von Anfang an da
Bislang galt als gängige Theorie: Wasser gelangte vor rund 4 Milliarden Jahren durch Einschläge wasserreicher Asteroiden auf die Erde. In den ersten 100 Millionen Jahren nach ihrer Entstehung soll die junge Erde dabei mit Eiskörpern aus dem äußeren Sonnensystem bombardiert worden sein. Erst durch spätere Einschläge - das "Late Heavy Bombardment" - entstanden demnach die Voraussetzungen für Ozeane und späteres Leben.Neue Messungen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Im Zentrum steht der Meteorit LAR 12252, ein sogenannter Enstatit-Chondrit. Diese seltene Meteoritenart enthält fast genau dieselben chemischen Elemente wie das ursprüngliche Baumaterial der Erde. Der Fund stammt aus der Antarktis und wurde mit einer speziellen Röntgenmethode untersucht - der XANES-Spektroskopie. Damit lassen sich einzelne chemische Bindungen im Material sichtbar machen.
Der größte Teil des Wasserstoffs befindet sich nicht in den kristallinen Einschlüssen, sondern in der sogenannten Matrix - dem extrem feinkörnigen Material zwischen den Partikeln. Dort fanden sich große Mengen Schwefelwasserstoff - ein Molekül, das Wasserstoff fest an Schwefel bindet. Die Konzentration ist rund fünfmal so hoch wie in anderen Bereichen des Meteoriten.
Laborbild von LAR 12252
Analyse verblüfft
In Proben mit sichtbaren Verwitterungsspuren wie Rost war hingegen kaum Wasserstoff nachweisbar. Das spricht dagegen, dass der gemessene Wasserstoff von der Erde stammt. "Weil die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass dieser Schwefelwasserstoff von der Erde stammt, stützt das unsere Annahme, dass Wasserstoff - und damit das Potenzial für Wasser - schon in der Grundsubstanz der Erde vorhanden war", erklärt Tom Barrett von der Universität Oxford.Die im Fachjournal Icarus veröffentlichte Studie legt nahe, dass die frühe Erde selbst genug Wasserstoff enthielt, um Wasser zu bilden - ganz ohne spätere Wasserlieferung durch Asteroiden. Damit gerät ein zentraler Baustein des bisherigen Modells zur Entstehung von Leben auf unserem Planeten ins Wanken.
Zusammenfassung
- Neuer Meteoritenfund stellt gängige Theorie zur Erdwasserentstehung infrage
- Bisher angenommen: Wasser kam durch Asteroideneinschläge auf die Erde
- Untersuchung des Meteoriten LAR 12252 mit spezieller Röntgenmethode
- Hohe Konzentration von Schwefelwasserstoff in der Matrix des Meteoriten
- Hinweise auf ursprünglichen Wasserstoffgehalt im Baumaterial der Erde
- Studie legt nahe: Frühe Erde konnte selbst Wasser bilden, ohne Asteroiden
Siehe auch:
- Plastik-Alternative hält kochendes Wasser und zerfällt in einem Jahr
- An Wasserreinigung geforscht - Kernfusions-Durchbruch gefunden
- Fünfmal besser: Neuer Geothermie-Trick nutzt "überkritisches Wasser"
- Solarverfahren macht Klärschlamm zu Wasserstoff und Nahrung
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