Rätselhafte Glasperlen weisen auf großen Einschlag in Australien hin
Im Wüstengebiet Südaustraliens haben Forschende ungewöhnliche glasartige Kugeln entdeckt. Diese deuten auf einen massiven Meteoriteneinschlag hin, der in den erdgeschichtlichen Aufzeichnungen bisher noch nicht aufgetaucht ist.
Die Ananguites unterscheiden sich deutlich von anderen bekannten Einschlagsgläsern, sogenannten Tektiten. Während die bekannten Australiten im Rahmen des sogenannten Australasian Streufelds entstanden, das vor etwa 788.000 Jahren durch einen Einschlag in Südostasien gebildet wurde, weisen die neu entdeckten Gläser ein völlig anderes chemisches Profil auf. Sie enthalten weniger Siliziumdioxid, dafür höhere Anteile an Eisen-, Magnesium- und Calciumoxiden. Zudem sind sie dichter und zeigen andere magnetische und strukturelle Eigenschaften.
"Diese Gläser sind einzigartig für Australien und belegen ein uraltes Einschlagsereignis, von dem wir bisher nichts wussten", erklärt Fred Jourdan, Geochronologe an der Curtin University. Ein Asteroid müsse die Erdoberfläche getroffen haben, dessen Trümmer über Tausende Kilometer verstreut wurden. Die winzigen Glasperlen seien, so Jourdan, "wie kleine Zeitkapseln aus der tiefen Vergangenheit unseres Planeten".
Durch Argon-Datierungen ermittelten die Forschenden ein Alter von rund 11 Millionen Jahren. Damit gilt als sicher, dass die Ananguites Überreste eines eigenständigen, bislang unentdeckten Einschlags sind. Wo dieser stattfand, bleibt jedoch ein Rätsel. Möglicherweise ist der Krater durch Erosion, Sedimentablagerungen oder klimatische Veränderungen längst verschwunden oder er wird noch immer fälschlich für eine vulkanische Struktur gehalten. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in der Fachzeitschrift Earth & Planetary Science Letters veröffentlicht.
Siehe auch:
Meteorit vor 11 Millionen Jahren
Das internationale Team um die Geowissenschaftlerin Anna Musolino von der Aix-Marseille-Universität in Frankreich beschreibt die winzigen Glaskügelchen, die den Namen "Ananguites" erhielten, als einzigartig in ihrer chemischen Zusammensetzung und als Überreste eines gewaltigen Ereignisses, das die Erde nachhaltig veränderte. Man geht anhand der Analysen davon aus, dass der Einschlag vor rund 11 Millionen Jahren erfolgte.Die Ananguites unterscheiden sich deutlich von anderen bekannten Einschlagsgläsern, sogenannten Tektiten. Während die bekannten Australiten im Rahmen des sogenannten Australasian Streufelds entstanden, das vor etwa 788.000 Jahren durch einen Einschlag in Südostasien gebildet wurde, weisen die neu entdeckten Gläser ein völlig anderes chemisches Profil auf. Sie enthalten weniger Siliziumdioxid, dafür höhere Anteile an Eisen-, Magnesium- und Calciumoxiden. Zudem sind sie dichter und zeigen andere magnetische und strukturelle Eigenschaften.
"Diese Gläser sind einzigartig für Australien und belegen ein uraltes Einschlagsereignis, von dem wir bisher nichts wussten", erklärt Fred Jourdan, Geochronologe an der Curtin University. Ein Asteroid müsse die Erdoberfläche getroffen haben, dessen Trümmer über Tausende Kilometer verstreut wurden. Die winzigen Glasperlen seien, so Jourdan, "wie kleine Zeitkapseln aus der tiefen Vergangenheit unseres Planeten".
Kein Krater bekannt
Bislang ist kein Krater bekannt, der zu diesem Einschlag passt, obwohl die Energie des Ereignisses groß genug gewesen sein dürfte, um Spuren über Jahrmillionen hinweg zu hinterlassen. Schon in den 1960er Jahren waren NASA-Forscher auf einige ungewöhnliche Proben gestoßen, deren abweichende Zusammensetzung sie jedoch nicht weiterverfolgt hatten. Musolino und ihr Team griffen diese Spur nun wieder auf und entdeckten im South Australian Museum sechs neue Proben, die exakt dem damaligen chemischen Fingerabdruck entsprachen.Durch Argon-Datierungen ermittelten die Forschenden ein Alter von rund 11 Millionen Jahren. Damit gilt als sicher, dass die Ananguites Überreste eines eigenständigen, bislang unentdeckten Einschlags sind. Wo dieser stattfand, bleibt jedoch ein Rätsel. Möglicherweise ist der Krater durch Erosion, Sedimentablagerungen oder klimatische Veränderungen längst verschwunden oder er wird noch immer fälschlich für eine vulkanische Struktur gehalten. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in der Fachzeitschrift Earth & Planetary Science Letters veröffentlicht.
Zusammenfassung
- Forscher entdecken glasartige Kugeln namens Ananguites in Südaustralien
- Die Glasperlen weisen auf unbekannten Meteoriteneinschlag vor 11 Mio. Jahren
- Ananguites unterscheiden sich chemisch deutlich von bekannten Tektiten
- Die Glasfunde enthalten weniger Siliziumdioxid, mehr Eisen und Magnesium
- Bereits in den 1960er Jahren stießen NASA-Forscher auf ungewöhnliche Proben
- Der zum Einschlag gehörende Krater konnte bisher nicht lokalisiert werden
- Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Earth & Planetary Science Letters publiziert
Siehe auch:
Thema: