Amazon will TikTok kaufen - Gebot kommt kurz vor Fristende am 5. April

In wenigen Tagen läuft die vom US-Präsidenten Trump aufgeschobenen Frist für den Verkauf der "westlichen" Ausgabe des Kurzvideo-Doomscrollers TikTok ab. Kurz vor dem Ende hat ausgerechnet Amazon offenbar ein Gebot für den Kauf von TikTok abgegeben.
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Amazon wirft kurz vor Schluss seinen Hut in den Ring

Wie die New York Times von Quellen aus dem Umfeld der beteiligten Parteien erfahren hat, wurde kurz vor dem Ende der verlängerten "Gnadenfrist" für den Verkauf von TikTok an einen neuen, nicht aus China stammenden Eigner durch ein von Amazon geführtes Konsortium ebenfalls ein Gebot eingereicht.

Das Kaufangebot wurde den Angaben zufolge in Form eines Schreibens an US-Vizepräsident JD Vance und US-Handelsminister Howard Lutnick abgegeben. Allerdings sollen "verschiedene an den Gesprächen beteiligte Parteien nicht den Eindruck machen, dass sie Amazons Gebot ernst nehmen", heißt es weiter.

Theoretisch droht ab April erneut TikTok-Verbot in USA

Der chinesische Internetkonzern Bytedance, zu dem TikTok und das chinesische "Original" der Plattform namens Douyin gehören, muss sich bis zum 5. April 2025 von der in westlichen Märkten angebotenen Ausgabe von TikTok trennen, da sonst ein erneutes Verbot droht.


Amazon könnte mit der Übernahme von TikTok wohl vor allem neue Wege für die Vermarktung von Produkten an ein möglichst breites Publikum erschließen. Der US-Konzern könnte unter anderem den gerade erst in Deutschland gestarteten TikTok-Shop verwenden, um den Nutzern des Kurzvideodiensts diverse Produkte schmackhaft zu machen und ihnen natürlich möglichst gleich auch zu verkaufen.

Einstieg von US-Investoren, statt 'echter' Verkauf?

TikTok muss nach dem Erlass neuer Gesetze in den USA von ByteDance verkauft werden, wobei dahinter vor allem Bedenken wegen der nationalen Sicherheit stehen. Nachdem das Verbot im Januar bereits kurzzeitig in Kraft getreten war, hatte TikTok seinen Dienst für westliche Nutzer tatsächlich für einen kurzen Zeitraum abgeschaltet. Trump selbst verlängerte dann die Frist bis zum 5. April.

Aktuell werden neben einem möglichen Verkauf an neue Eigner aus den USA - zu denen potenziell auch Elon Musk und andere große Geldgeber wie Microsoft gehören könnten - auch andere Szenarien diskutiert. So wird auch erwogen, eine Art Gruppe aus US-Investoren wie den Technologiekonzern Oracle und den Investmentfonds Blackstone einsteigen zu lassen, ohne einen formellen Verkauf von TikTok umzusetzen.

Dabei ist fraglich, inwiefern damit die rechtlichen Anforderungen der in den USA geltenden Gesetze erfüllt werden. Zuletzt hatte neben Amazon auch der Wagniskapitalgeber Andreessen Horowitz seinen Hut in den Ring geworfen. Soweit einschätzbar, sind übrigens alle Interessenten als konservative Unterstützer von Trump einzustufen.

Zusammenfassung
  • Amazon gibt kurz vor Fristablauf am 5. April 2025 Gebot für TikTok ab
  • US-Gesetze fordern Verkauf von TikTok durch ByteDance bis zum Stichtag
  • Amazons Angebot wird laut Quellen von Beteiligten nicht ernst genommen
  • Übernahme könnte Amazon neue Wege zur Produktvermarktung eröffnen
  • Weitere Interessenten wie Elon Musk und Microsoft werden als Käufer genannt
  • Alle potenziellen Käufer gelten als konservative Trump-Unterstützer

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