Nordkoreas Cyber-Armee geht jetzt auch in Deutschland auf 'Jobsuche'

Nordkorea versucht mit "kreativen" Methoden Devisen zu erwirt­schaften, andererseits aber auch an die Geheimnisse ausländischer Firmen zu kommen. Dazu geben sich Nordkoreaner als Bewerber für Remote-Arbeitsplätze aus - auch in Deutschland und Europa.
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Nach den USA jetzt Deutschland & Europa im Visier

Bisher war das Phänomen, bei dem sich nordkoreanische "IT-Kräfte" bei Firmen im Ausland für Tätigkeiten bewerben, die aus dem "Home-Office" erledigt werden können, nur in den USA bekannt. Mittlerweile haben die Nordkoreaner ihr Treiben aber auf eine Vielzahl weiterer Länder ausgedehnt, wie die auf Google Threat Intelligence Group (GTIG) jüngst berichtete.

Seit Kurzem nehmen die "IT-Krieger" aus Nordkorea verstärkt auch Unternehmen in Deutschland, Großbritannien und Portugal ins Visier, heißt es. Ferner werden auch weltweit in diversen anderen Ländern versucht, bei Firmen per Remote-Anstellung zu landen. Dies gilt auch für Kanada, Zentral-, West- und Osteuropa, Indien, Südostasien und Australien sowie Südamerika, heißt es.

'Bewerber' verschleiern Herkunft & Zahlungswege

Die nordkoreanischen Bewerber suchen sich ihre Ziele vor allem über diverse Plattformen wie Upwork, Telegram und Freelancer, wobei die Bezahlung meist entweder über Bezahldienste für Auslandsüberweisungen oder in Form von Kryptowährungen erfolgt. Auf diesem Weg werde versucht, die Herkunft der vermeintlich arbeitswilligen "Bewerber" zu verschleiern.


Bei ihren Bewerbungsversuchen nutzen die Nordkoreaner falsche oder gefälschte Identitäten und geben vor, aus Ländern wie Italien, Japan, Malaysia, Singapur, der Ukraine, den USA oder Vietnam zu stammen. Damit ihre Herkunft nicht erkannt werden kann, werden sogenannte "Laptop-Farmen" im Ausland verwendet, über die man die Internetverbindung in die Firmennetze herzustellen versucht.

Nordkorea versucht mit der Einschleusung seiner "IT-Krieger" in ausländischen Firmen unter anderem an deren Geschäftsgeheimnisse zu gelangen oder gar Erpressungsversuche zu starten, heißt es von der GTIG. Unter anderem hat man es dabei auf Rüstungsfirmen und andere sicherheitsrelevante Unternehmen abgesehen, die so geschwächt werden sollen.

Für die betroffenen Firmen und Organisationen könnten sich durch die Anstellung von Fake-Mitarbeitern aus Nordkorea nicht nur Sicherheitsprobleme ergeben. Weil Nordkorea von vielen Ländern mit Embargos belegt wurde, könnten auch entsprechende Strafen wegen der Verletzung von Finanzsanktionen drohen. In den USA geht man seit einiger Zeit massiv gegen die nordkoreanischen Unterwanderungsversuche vor, auch weil das Land die im Ausland erbeuteten Gelder mutmaßlich unter anderem für die Entwicklung von Waffen ausgibt.

Zusammenfassung
  • Nordkoreanische IT-Kräfte bewerben sich für Remote-Jobs weltweit
  • Verstärkte Aktivitäten in Deutschland, Großbritannien und Portugal
  • Nutzung von Plattformen wie Upwork und Telegram für Bewerbungen
  • Verschleierung der Herkunft durch gefälschte Identitäten und Laptop-Farmen
  • Ziele: Zugang zu Geschäftsgeheimnissen und mögliche Erpressungsversuche
  • Fokus auf Rüstungsfirmen und sicherheitsrelevante Unternehmen
  • Risiken für Firmen: Sicherheitsprobleme und Verletzung von Sanktionen

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