"Auf zum Mars!" Musk drängt auf früheren Abschied von der ISS

Der reichste Mensch der Welt sieht keinen weiteren Bedarf für die Internationale Raumstation ISS und will diese am liebsten innerhalb der nächsten zwei Jahre abstürzen lassen. Stattdessen solle man sich auf den Mars konzentrieren, so Elon Musk.

Musk will kontrollierten Absturz vorziehen

Herr Musk will lieber zum Mars, statt länger als nötig durch den Erdorbit zu rotieren. Wie üblich nutzte er seinen Micro-Blogging-Dienst X, um zu verkünden, dass es an der Zeit sei, die Vorbereitungen für den Abschied von der Internationalen Raumstation ISS zu starten. Sie habe ihren Zweck erfüllt und biete nun kaum mehr wachsenden Nutzen. "Lasst uns zum Mars fliegen", so Musk weiter.

Auf Nachfrage eines Redakteurs von Ars Technica reagierte Musk mit genaueren Angaben darüber, was er sich so vorstellt. Die Entscheidung über eine frühere Außerbetriebnahme der ISS liege beim US-Präsidenten, wobei er selbst dazu rate, dies so schnell wie möglich zu tun. Er selbst empfehle, es in etwa zwei Jahren zu tun, erklärte Musk in seiner Antwort.

Bisher soll die ISS noch bis 2030 weiter fliegen

Konkret würde dies bedeuten, dass die ISS bereits Anfang 2027 zum Absturz gebracht werden soll, wenn es nach Musk geht. Bisher ist durchaus vorgesehen, die in die Jahre gekommene Raumstation außer Betrieb zu nehmen, doch eigentlich arbeitet man darauf hin, dieses Ziel erst 2030 in die Tat umzusetzen.


Erst im Juli 2024 bekam Musks eigene Firma SpaceX von der US-Raumfahrtbehörde NASA einen Auftrag im Wert von 843 Millionen Dollar, eine Dragon-Rakete so umzubauen, dass sie als Antriebsvehikel dienen kann, um die ISS sicher im Pazifik abstürzen zu lassen - im Jahr 2030.

ISS besteht aus internationalen Modulen

Die ISS wird bisher in Kooperation zwischen der NASA und der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos betrieben, die sich bereits verpflichtet hatte, den Betrieb bis mindestens Ende 2028 aufrechtzuerhalten. Das fliegende Wissenschaftslabor besteht zudem aus einer Reihe verschiedener Module, die unter anderem von den Russen ins All geschossen wurden und auch die europäische ESA und Japan haben Teile beigesteuert.

Mit dem bevorstehenden Ende der ISS will man von Seiten der NASA auf privat betriebene Raumstationen in der näheren Erdumlaufbahn umstellen. In diesem Bereich würde Musk mit seiner Firma SpaceX natürlich deutlich profitieren.

Allerdings hat er seinen Äußerungen zufolge höhere Ziele. Statt sich auf die Forschung in der Erdumlaufbahn zu konzentrieren, sollen die Gelder dafür nach dem Willen von Musk lieber in Mars-Missionen fließen. Selbst wenn daraus vorerst nichts wird, scheint das Ziel von Musk klar zu sein: Die NASA soll möglichst nur noch mit seiner Firma SpaceX arbeiten, nachdem die US-Raumfahrtbehörde bisher immer darauf bedacht war, möglichst viele - im besten Fall untereinander konkurrierende - private Zulieferer zu haben.

Zusammenfassung
  • Elon Musk fordert früheres Ende der ISS binnen zwei Jahren
  • Musk empfiehlt Fokus auf Mars-Missionen statt Erdorbit-Forschung
  • ISS-Absturz laut Musk bereits Anfang 2027 statt wie geplant 2030
  • SpaceX erhielt 843-Millionen-Dollar-Auftrag für ISS-Außerbetriebnahme
  • NASA plant Umstellung auf private Raumstationen in Erdumlaufbahn
  • Musk zielt auf Monopolstellung von SpaceX bei NASA-Aufträgen ab
  • Internationale Kooperation und Verpflichtungen erschweren frühere Abschaltung

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