US-Geheimdienstchefin stellt sich bei Krypto-Attacke vor Apple
In den USA sorgt der britische Angriff auf die Verschlüsselung von Nutzerdaten bei Apple für Verstimmung. Im Zuge dessen gibt es aber auch interne Diskussionen, wie man bisherige Abkommen mit den Briten über Datenzugriffe bei Ermittlungen weiterführen kann.
Die Direktorin der nationalen Nachrichtendienste der USA, Tulsi Gabbard, bezeichnete die britische Forderung als einen "ungeheuerlichen" Verstoß gegen US-amerikanische Rechte. Einen Tag später forderten US-Abgeordnete das Justizministerium auf, den Sachverhalt zu untersuchen, berichtet die Washington Post.
Für Verwirrung sorgt im Zuge dessen ein noch aktueller Bericht des Justizministeriums der Biden-Regierung, dass britische Gesetze hinreichenden Schutz für Privatsphäre und Bürgerrechte bieten. Dieser wurde im Rahmen eines Abkommens erstellt, nach dem britische Behörden Daten von US-Unternehmen abfragen können, ohne dass jedes Mal auch US-Gerichte befragt werden müssten. Sowohl der Vertrag als auch der Bericht stammten allerdings aus Zeiten, in denen die britische Forderung noch nicht öffentlich war.
Die kalifornischen Demokraten Alex Padilla und Zoe Lofgren forderten die neue Justizministerin Pam Bondi daher nun auf, diese Einschätzung zu überdenken. Sie argumentierten, dass die britische Forderung nach einer Umgehung der Apple-Verschlüsselung gegen das US-Gesetz verstoße. Padilla warnte: "Kein Staat, ob befreundet oder nicht, darf amerikanische Daten einem erhöhten Risiko aussetzen."
Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU warnte ebenfalls vor den Folgen eines solchen Vorgehens: "Obwohl es sich um eine britische Forderung handelt, wird sie massive Auswirkungen auf jeden amerikanischen iPhone-Nutzer haben", erklärte Kia Hamadanchy, leitender Politikberater der Organisation.
Siehe auch:
Briten stoßen auf Widerstand
Die britische Regierung verlangt von Apple im Grunde, dass die gesamte Verschlüsselung der iCloud-Plattform unsicher gemacht wird, damit staatliche Behörden auf die Informationen zugreifen können. Unter anderem würde dies auch die geschützte Kommunikation über iMessage betreffen.Die Direktorin der nationalen Nachrichtendienste der USA, Tulsi Gabbard, bezeichnete die britische Forderung als einen "ungeheuerlichen" Verstoß gegen US-amerikanische Rechte. Einen Tag später forderten US-Abgeordnete das Justizministerium auf, den Sachverhalt zu untersuchen, berichtet die Washington Post.
Für Verwirrung sorgt im Zuge dessen ein noch aktueller Bericht des Justizministeriums der Biden-Regierung, dass britische Gesetze hinreichenden Schutz für Privatsphäre und Bürgerrechte bieten. Dieser wurde im Rahmen eines Abkommens erstellt, nach dem britische Behörden Daten von US-Unternehmen abfragen können, ohne dass jedes Mal auch US-Gerichte befragt werden müssten. Sowohl der Vertrag als auch der Bericht stammten allerdings aus Zeiten, in denen die britische Forderung noch nicht öffentlich war.
Die kalifornischen Demokraten Alex Padilla und Zoe Lofgren forderten die neue Justizministerin Pam Bondi daher nun auf, diese Einschätzung zu überdenken. Sie argumentierten, dass die britische Forderung nach einer Umgehung der Apple-Verschlüsselung gegen das US-Gesetz verstoße. Padilla warnte: "Kein Staat, ob befreundet oder nicht, darf amerikanische Daten einem erhöhten Risiko aussetzen."
Eine ewige Debatte
Die Debatte um staatliche Eingriffe in Verschlüsselungstechnologien ist nicht neu. Während Sicherheitsbehörden argumentieren, dass starke Verschlüsselung die Verfolgung von Verbrechen wie Terrorismus und Kindesmissbrauch erschwert, warnen Datenschutzexperten, dass Hintertüren nicht nur Regierungen, sondern auch Cyberkriminellen und feindlichen Staaten Zugang zu sensiblen Daten verschaffen können.Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU warnte ebenfalls vor den Folgen eines solchen Vorgehens: "Obwohl es sich um eine britische Forderung handelt, wird sie massive Auswirkungen auf jeden amerikanischen iPhone-Nutzer haben", erklärte Kia Hamadanchy, leitender Politikberater der Organisation.
Zusammenfassung
- Britische Forderung nach Zugriff auf Apple-Nutzerdaten sorgt für Unmut
- US-Geheimdienstchefin bezeichnet britisches Vorgehen als ungeheuerlich
- Abgeordnete fordern Untersuchung durch das US-Justizministerium
- Bisherige Einschätzung zu britischem Datenschutz wird hinterfragt
- Debatte um Verschlüsselung: Sicherheit vs. Verbrechensbekämpfung
- ACLU warnt vor Auswirkungen auf alle amerikanischen iPhone-Nutzer
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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