Nach Datenleck: Nintendo jagt Pokémon-Leaker mit allen Mitteln

Nintendo setzt alle Hebel in Bewegung, um den Verantwortlichen Discord-Nutzer des TeraLeaks zu finden. Der enthielt nicht nur geheime Pokémon-Spiel­informa­tionen, sondern auch die per­sön­li­chen Daten von über 2600 Mitarbeitern. Nun müssen erst einmal die Gerichte entscheiden.
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Nintendo auf der Jagd nach Pokémon-Leaker

Nintendo hat beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eine Zwangsvorladung beantragt, um die Identität des Discord-Nutzers GameFreakOUT zu ermitteln. Dieser soll für das als TeraLeak bekannte massive Datenleck verantwortlich sein, das im Oktober 2024 die Pokémon-Community erschütterte. Der Antrag vom 18. April 2025 zielt darauf ab, dass Discord den Namen, die Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Nutzers offenlegen muss.

Der Leaker hatte auf einem Discord-Server namens FreakLeak umfangreiche vertrauliche Materialien geteilt, darunter urheberrechtlich geschützte Artworks, Charakterdesigns, Quellcode und weitere interne Dokumente. Diese Informationen verbreiteten sich anschließend rasant im Internet. Besonders brisant war die vorzeitige Enthüllung des Spiels Pokémon Champions, das erst im Februar 2025 offiziell angekündigt wurde.


Wie Polygon berichtet, enthielt der Leak auch Informationen zum kommenden Spiel Pokémon Legends: Z-A, die sich inzwischen als korrekt erwiesen haben. Der Leaker behauptete sogar, im Besitz des Quellcodes für dieses Spiel zu sein, veröffentlichte diesen jedoch nicht. Ferner wurden Details zur nächsten Pokémon-Generation, Quellcode für verschiedene DS-Pokémon-Titel, Besprechungsprotokolle und gestrichene Hintergrundgeschichten aus Pokémon Legends: Arceus und anderen Spielen verbreitet.

Game Freak bestätigte Datenleck bereits im Oktober

Game Freak hatte bereits am 10. Oktober 2024 in einer Erklärung einen Hackerangriff bestätigt, bei dem Daten von über 2600 aktuellen, ehemaligen und Vertragsmitarbeitern kompromittiert wurden. Die Mitteilung erwähnte jedoch nicht, dass auch vertrauliche Spieleinhalte entwendet wurden. Die geleakten Dateien tauchten erst am 12. Oktober im Internet auf - einen Tag bevor Game Freak seine auf den 10. Oktober zurückdatierte Stellungnahme veröffentlichte.

Der TeraLeak gilt als einer der umfangreichsten Datenverluste in der Geschichte von Nintendo und Game Freak. Die Pokémon-Reihe, die 1996 mit den Spielen Rot und Grün in Japan startete, hat sich mit über 440 Millionen verkauften Spielen zu einem der wertvollsten Franchises der Welt entwickelt. Entsprechend hoch ist der potenzielle wirtschaftliche Schaden durch vorzeitig enthüllte Spielinhalte und Entwicklungsdokumente.

Nintendo geht konsequent gegen Leaker vor

Es ist nicht das erste Mal, dass Nintendo rechtlich gegen Leaker vorgeht. Das Unternehmen hat eine lange Geschichte konsequenter Rechtsschritte gegen Urheberrechts­verletzungen. In einem ähnlichen Fall forderte Nintendo bereits die Identität eines Discord-Nutzers an, der Scans eines noch unveröffentlichten Artbooks zu The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom geteilt hatte.


Bei einem früheren Leak von Inhalten aus Pokémon Sword und Shield mussten die Beklagten jeweils 150.000 Dollar (etwa 131.000 Euro) an Schadensersatz und Anwaltskosten zahlen. Angesichts des Umfangs des TeraLeaks und der Sensibilität der veröffentlichten Daten ist zu erwarten, dass Nintendo auch in diesem Fall ein Gerichtsverfahren anstrebt, sobald die Identität des Leakers feststeht.

Was haltet ihr von Nintendos Vorgehen gegen Leaker? Findet ihr es gerechtfertigt oder übertrieben streng? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren.

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Zusammenfassung
  • Nintendo beantragt Zwangsvorladung zur Identifizierung eines Leakers
  • TeraLeak enthüllte vertrauliche Pokémon-Daten und Mitarbeiterinfos
  • Leak umfasste Artworks, Quellcodes und Details zu künftigen Spielen
  • Über 2600 Mitarbeiterdaten wurden durch Hackerangriff kompromittiert
  • Pokémon-Franchise mit 440 Millionen verkauften Spielen sehr wertvoll
  • Nintendo geht regelmäßig rechtlich gegen Urheberrechtsverletzungen vor
  • Hohe Schadensersatzforderungen bei früheren Leaks sind wahrscheinlich

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