Schneller und präziser als Bestrahlung:
CERN liefert neue Krebstherapie

Die Bestrahlung ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Krebstherapien. Das Forschungszentrum CERN liefert mit seinen Teilchenbeschleunigern nun einen neuen Ansatz, der effektiver und viel schneller funktionieren soll.
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Verschont gesundes Gewebe

Eine bahnbrechende neue Methode in der Strahlentherapie, bekannt als "Flash", könnte die Behandlung von Krebs grundlegend verändern. Die Technologie, die in weniger als einer Sekunde hoch dosierte Strahlung abgibt, verspricht, Tumore effizient zu zerstören und gleichzeitig gesunde Gewebe weitgehend zu schonen.

Die Entwicklung dieses Verfahrens basiert auf Erkenntnissen, die in den unterirdischen Labors des Europäischen Kernforschungszentrums CERN bei Genf gewonnen wurden. Bekannt für den Bau des Large Hadron Collider, nutzt CERN seine Expertise in der Beschleunigung von Teilchen, um eine neue Generation von Strahlentherapiegeräten zu entwickeln, berichtete die BBC.


Die Flash-Technologie wurde erstmals 2012 von der Radiobiologin Marie-Catherine Vozenin und ihrem Team vorgestellt. In Studien zeigte sich, dass Tumore bei Nagetieren durch ultrahochdosierte Strahlung zerstört wurden, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu beschädigen. Dies adressiert eine zentrale Schwäche der herkömmlichen Strahlentherapie, die oft zu erheblichen Nebenwirkungen führt, etwa bei der Behandlung von Hirntumoren bei Kindern.

"Obwohl wir diese Tumore heilen können, leiden die Überlebenden häufig unter lebenslangen kognitiven und psychischen Schäden", erklärt Vozenin. Flash könnte diesen Preis erheblich senken, indem es gesunde Zellen besser schützt. Nachdem die Methode bei Tieren vielversprechende Ergebnisse geliefert hatte, laufen inzwischen auch erste klinische Studien mit Menschen. In der Schweiz und den USA testen Wissenschaftler die Technik unter anderem bei Hautkrebs und bei Kindern mit metastasierendem Krebs.

Gute Testergebnisse

Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass Flash ähnlich effektiv wie herkömmliche Strahlentherapien ist, jedoch mit weniger Nebenwirkungen. Die Wahl des Strahlentyps spielt dabei eine zentrale Rolle. Protonen, die bis zu 30 Zentimeter tief in den Körper eindringen können, haben sich als vielversprechend für Flash-Tests am Menschen erwiesen. Andere Teilchen wie Kohlenstoffionen, die präzisere Behandlungen ermöglichen, sind aufgrund der benötigten kostspieligen Beschleunigeranlagen noch auf wenige spezialisierte Zentren beschränkt.

Obwohl die Technologie großes Potenzial bietet, steht sie vor Herausforderungen. Die benötigte Ausrüstung ist teuer, und die Verfügbarkeit bleibt begrenzt. Dennoch könnte Flash langfristig die Behandlung komplexer Tumore, einschließlich solcher, die sich auf andere Organe ausgebreitet haben, revolutionieren. "Flash ermöglicht, Krebs mit weniger Nebenwirkungen und potenziell weniger Folgeerkrankungen zu behandeln", erklärte Alexander Lin von der University of Pennsylvania. Weitere Studien sollen die Technologie verfeinern und ihren Zugang für Patienten weltweit erleichtern.

Zusammenfassung
  • CERN entwickelt neue Strahlentherapie namens 'Flash' gegen Krebs
  • Hoch dosierte Strahlung wird in weniger als einer Sekunde abgegeben
  • Flash zerstört Tumore effizient und schont dabei gesundes Gewebe
  • Erste klinische Studien mit Menschen laufen bereits in der Schweiz
  • Protonen eignen sich besonders gut für Flash-Tests am Menschen
  • Technologie verspricht weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Methoden
  • Hohe Kosten und begrenzte Verfügbarkeit als aktuelle Herausforderungen

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