Preiswerte E-Autos: Dacia Sandero wird 2027 zum Billig-Stromer

Dacia plant für 2027 eine elektrische Version seines Bestsellers San­de­ro. Der Kleinwagen gilt als Europas meistverkauftes Auto 2024 und soll als zweites E-Modell neben dem Spring das Portfolio der Renault-Tochter erweitern. Der Fokus bleibt vorerst auf Verbrennern.
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Dacia

Elektrischer Dacia Sandero ab 2027

Dacia, die Budgetmarke des Renault-Konzerns, hat angekündigt, dass der Kleinwagen Sandero ab 2027 auch als vollelektrische Variante erhältlich sein wird. Dies gab Dacia-CEO Denis Le Vot kürzlich bei einer Pressekonferenz bekannt. Der Sandero, der 2024 zum meistverkauften Auto Europas avancierte, soll damit das zweite reine Elektromodell im Portfolio der rumänischen Marke werden.

Bislang bietet Dacia mit dem in China gefertigten Spring nur ein einziges Elektroauto an. Dessen Verkaufszahlen gingen 2024 allerdings um 63 Prozent auf 22.000 Einheiten zurück. Gründe dafür waren unter anderem der Wegfall von E-Auto-Subventionen in wichtigen Märkten sowie neue EU-Zölle auf in China produzierte Elektrofahrzeuge.

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Kompromisse bei Reichweite und Ladezeit

Konkrete technische Details zum elektrischen Sandero sind bisher nicht bekannt. Le Vot deutete jedoch an, dass Dacia Kompromisse bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit eingehen werde, um einen möglichst günstigen Preis zu erzielen.

Dacia wird keine Reichweite von 500 Kilometern bei 20 Minuten Ladezeit anstreben. Wir wollen für den Kunden den günstigsten Preis erzielen.
Denis Le Vot, Dacia-CEO
Stattdessen könnten kostengünstigere Batterietechnologien wie Lithium-Eisen-Phosphat oder sogar Natrium-Ionen zum Einsatz kommen.

Es wird erwartet, dass der Elektro-Sandero auf der AmpR-Small-Plattform des Renault-Konzerns basieren wird, die auch für Modelle wie Renault 4 und 5 verwendet wird. Dacia profitiert traditionell von abgeschriebenen Technologien des Mutterkonzerns, um die Kosten niedrig zu halten.


Verbrenner bleiben im Fokus

Trotz der Elektrifizierungspläne betont Dacia, dass Verbrennungsmotoren weiterhin eine zentrale Rolle spielen werden. "Dacia hat schließlich auch eine soziale Funktion", erklärte Le Vot mit Blick auf preisbewusste Kunden. Die vierte Generation des Sandero, die 2027 oder 2028 erwartet wird, soll neben der E-Variante auch weiterhin mit Benzin- und Autogas-Motoren erhältlich sein.

Diese Strategie birgt jedoch Herausforderungen angesichts verschärfter CO2-Ziele der Europäischen Union. Um Strafzahlungen zu vermeiden, plant Dacia die schrittweise Hybridisierung seiner gesamten Modellpalette. Bereits jetzt machen Vollhybridversionen beim SUV Duster 30 Prozent und beim Crossover Jogger 25 Prozent der Verkäufe aus.

Zukunftspläne und Herausforderungen

Le Vot kündigte an, dass Dacia in den nächsten zehn Jahren jährlich "mehr als zwei Modelle" elektrifizieren wolle. Ein vollelektrischer Duster sei in diesem Jahrzehnt jedoch eher unwahrscheinlich. Stattdessen konzentriert sich die Marke zunächst auf den Ausbau ihrer Hybridpalette.

Die Herausforderung für Dacia wird darin bestehen, die Balance zwischen Elektrifizierung und dem Kernversprechen günstiger Mobilität zu finden. Während die Marke 2024 ihren Absatz um 2,7 Prozent auf 676.340 Fahrzeuge steigern konnte, bleibt abzuwarten, wie sich die Einführung teurerer Elektro- und Hybridmodelle auf die Verkaufszahlen auswirken wird.

Interessant ist auch der Blick auf die Konkurrenz: Während viele Hersteller bereits vollständig auf Elektroantriebe umstellen, verfolgt Dacia einen vorsichtigeren Ansatz. Dies könnte sich als Vorteil erweisen, falls die Nachfrage nach Verbrennern in bestimmten Märkten länger anhält als erwartet.

Was denkt ihr über Dacias Elektrifizierungsstrategie? Könnte ein günstiger Elektro-Sandero den Markt verändern? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • Dacia plant elektrische Version des Sandero für 2027 als zweites E-Auto
  • Sandero war Europas meistverkauftes Auto 2024, E-Spring-Verkäufe rückläufig
  • Kompromisse bei Reichweite und Ladezeit für günstigen Preis angestrebt
  • Nutzung der AmpR-Small-Plattform des Renault-Konzerns wahrscheinlich
  • Verbrenner bleiben wichtig, vierte Sandero-Generation mit Benzin geplant
  • Schrittweise Hybridisierung der Modellpalette zur CO2-Ziel-Erreichung
  • Balance zwischen Elektrifizierung und günstiger Mobilität als Herausforderung

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