Selbstfahrende Autos verursachen viel weniger Unfälle als Menschen
Jeder Fehler eines selbstfahrenden Autos steht medial im Fokus. So entsteht der Eindruck, die Technologie sei noch viel zu unausgereift und die Straßen sollten besser dem Menschen vorbehalten bleiben. Dabei werden Unfälle menschlicher Verursacher schlicht verdrängt.
Swiss Re analysierte Haftpflichtansprüche aus Kollisionen über mit Waymos autonomen Autos bei einer gesamten Fahrleistung von rund 40 Millionen Kilometern. Diese wurden mit Daten von mehr als 500.000 Versicherungsansprüchen und über 320 Milliarden gefahrenen Kilometern durch menschliche Fahrer verglichen. Das Ergebnis: Die Fahrzeuge des Waymo Driver-Systems führten zu 88 Prozent weniger Sachschadensansprüchen und 92 Prozent weniger Ansprüchen wegen Körperverletzungen.
Die Zahlen ändern sich auch nicht signifikant, wenn man den autonomen Autos nur menschlich gesteuerte Fahrzeuge gegenüberstellt, die mit modernsten Sicherheits-Features wie automatischer Notbremsung oder Totwinkel-Assistenten ausgestattet sind. Auch hier entfielen 86 Prozent weniger Sachschäden und 90 Prozent weniger Personenschäden auf die Waymo-Systeme.
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse weist die Studie auf zwei methodische Probleme hin. Erstens sind Waymo-Fahrzeuge bislang nur in städtischen Gebieten im Einsatz, die zwar die Mehrheit der Unfälle in den USA ausmachen, jedoch nicht die tödlicheren Kollisionen in ländlichen Regionen abdecken. Zweitens ist die reale Einsatzzeit der Waymo-Flotte noch relativ kurz, was eine umfassende Bewertung der langfristigen Sicherheit erschwert.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen aber das Potenzial autonomer Fahrzeuge, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dennoch bleibt die Technologie vorerst eine Ergänzung und kein vollständiger Ersatz für menschliches Fahren, zumindest in der aktuellen Entwicklungsphase.
Siehe auch:
- Autonome Waymo-Fahrzeuge verursachen deutlich weniger Unfälle als Menschen
- Studie mit Swiss Re vergleicht 40 Millionen autonome mit 320 Milliarden Fahrkilometern
- 88 Prozent weniger Sachschäden und 92 Prozent weniger Personenschäden bei Waymo
- Selbst im Vergleich zu modernster Sicherheitstechnik schneidet Waymo besser ab
- Waymo-Flotte bisher nur in Städten unterwegs, noch keine Langzeiterfahrung vorhanden
- 24 dokumentierte Vorfälle führten im Sommer 2024 zu einem Waymo-Rückruf
Um Größenordnungen besser
Eine neue Studie deutet zumindest darauf hin, dass autonome Fahrzeuge von Waymo deutlich weniger Unfälle verursachen als von Menschen gesteuerte Fahrzeuge. Die Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit dem Rückversicherer Swiss Re durchgeführt wurde, zeigt, dass die Anzahl der Versicherungsansprüche bei Waymo-Fahrzeugen signifikant niedriger ist.Swiss Re analysierte Haftpflichtansprüche aus Kollisionen über mit Waymos autonomen Autos bei einer gesamten Fahrleistung von rund 40 Millionen Kilometern. Diese wurden mit Daten von mehr als 500.000 Versicherungsansprüchen und über 320 Milliarden gefahrenen Kilometern durch menschliche Fahrer verglichen. Das Ergebnis: Die Fahrzeuge des Waymo Driver-Systems führten zu 88 Prozent weniger Sachschadensansprüchen und 92 Prozent weniger Ansprüchen wegen Körperverletzungen.
Die Zahlen ändern sich auch nicht signifikant, wenn man den autonomen Autos nur menschlich gesteuerte Fahrzeuge gegenüberstellt, die mit modernsten Sicherheits-Features wie automatischer Notbremsung oder Totwinkel-Assistenten ausgestattet sind. Auch hier entfielen 86 Prozent weniger Sachschäden und 90 Prozent weniger Personenschäden auf die Waymo-Systeme.
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse weist die Studie auf zwei methodische Probleme hin. Erstens sind Waymo-Fahrzeuge bislang nur in städtischen Gebieten im Einsatz, die zwar die Mehrheit der Unfälle in den USA ausmachen, jedoch nicht die tödlicheren Kollisionen in ländlichen Regionen abdecken. Zweitens ist die reale Einsatzzeit der Waymo-Flotte noch relativ kurz, was eine umfassende Bewertung der langfristigen Sicherheit erschwert.
Behörden reagieren schnell
Obwohl die Zahlen vielversprechend sind, bleibt die Technologie nicht fehlerfrei. Im Sommer musste Waymo einen Rückruf durchführen, nachdem ein autonomes Taxi in Phoenix mit einem Telefonmast kollidiert war. Die Geschwindigkeit betrug zwar nur 13 km/h, dennoch leitete die US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) eine Untersuchung ein. Dabei wurden 24 Vorfälle dokumentiert, die Unfälle oder Verkehrsverstöße beinhalteten.Die Ergebnisse der Studie unterstreichen aber das Potenzial autonomer Fahrzeuge, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dennoch bleibt die Technologie vorerst eine Ergänzung und kein vollständiger Ersatz für menschliches Fahren, zumindest in der aktuellen Entwicklungsphase.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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