Texas will Drohnen mit Pfefferspray gegen Schul-Schießereien einsetzen

Texas plant den Einsatz von Drohnen mit Pfefferspray und Tasern an Schulen. Statt Waffenverbote zu diskutieren, setzt der US-Bundesstaat auf fliegende Abwehrsysteme. Experten zweifeln an der Wirksamkeit und warnen vor Risiken. Die Idee wird natürlich kontrovers diskutiert.
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Fliegende Bodyguards für Schüler

In Texas nehmen die Bemühungen um mehr Sicherheit an Schulen kuriose Formen an. Ein neuer Gesetzentwurf sieht vor, Drohnen mit Pfefferspray oder Tasern auszurüsten, um Amokläufe zu verhindern. Statt über strengere Waffengesetze zu diskutieren, setzt der US-Bundesstaat auf Hightech-Lösungen (mit zweifelhafter Wirkung) aus der Luft.

Der republikanische Abgeordnete Ryan Guillen aus Rio Grande City hat den kontroversen Vorschlag in das texanische Parlament eingebracht. Demnach sollen Schulbezirke künftig Drohnen mit "weniger tödlichen Abwehrmöglichkeiten" wie luftgestützten Reizstoffen einsetzen dürfen. Pro 200 Schüler ist eine Drohne vorgesehen. Gleichzeitig soll die staatliche Förderung für Sicherheitsmaßnahmen von zehn auf 100 Dollar pro Schüler verzehnfacht werden.


Experten zweifeln an Wirksamkeit

Wie San Antonio Express-News berichtet, argumentieren Befürworter, Drohnen seien eine kostengünstige Alternative zu bewaffneten Wachleuten, die sich viele Schulbezirke nicht leisten können. Experten zweifeln jedoch an der Wirksamkeit und warnen vor neuen Risiken. David Riedman, Gründer der K-12 School Shooting Database, sieht hierbei auch die Gefahr von Hackerangriffen und unbeabsichtigten Treffern.

Wie soll die Drohne zwischen einem Angreifer und bewaffnetem Schulpersonal oder Polizisten unterscheiden?
David Riedman
Auch die Lehrergewerkschaft Texas State Teachers Association kritisiert den Vorschlag. Kritiker bemängeln, dass die eigentliche Ursache für Amokläufe - der leichte Zugang zu Schusswaffen - nicht angegangen wird. Stattdessen setzt Texas auf kreative, aber zweifelhafte Lösungen.

Die Idee ist nicht neu. Der Taser-Hersteller Axon hatte 2022 ähnliche Pläne, stoppte die Entwicklung aber nach massiver Kritik. Nun wittert das texanische Unternehmen Mithril Defense seine Chance. Die Firma, benannt nach einem magischen Metall aus "Der Herr der Ringe", wirbt mit einem ehemaligen Navy SEAL und dem "besten amerikanischen Drohnenpiloten bei ESPN" für ihre Technologie.

Zweifel an Effektivität

Ob bewaffnete Drohnen tatsächlich Amokläufe verhindern können, bleibt höchst fraglich. Experten wie Riedman sehen mehr neue Risiken als echten Nutzen. Die Einsatzmöglichkeiten von Pfefferspray aus der Luft sind begrenzt, und auch Taser funktionieren am besten auf kurze Distanz. Zudem besteht die Gefahr, dass unbeteiligte Schüler und Lehrer durch die "luftgestützten Reizstoffe" in Mitleidenschaft gezogen werden.

Der texanische Gesetzentwurf wird ab Januar im Parlament diskutiert. Bis dahin dürfte die Debatte um sinnvolle Maßnahmen gegen Amokläufe weitergehen. Viele Experten plädieren weiterhin für strengere Waffengesetze als effektivste Lösung. Doch in Texas, wo der Waffenbesitz tief verwurzelt ist, scheinen fliegende Abwehrsysteme derzeit politisch einfacher durchsetzbar zu sein als Einschränkungen beim Waffenrecht.

Zusammenfassung
  • Texas plant Einsatz von Drohnen mit Pfefferspray gegen Amokläufe
  • Gesetzentwurf sieht eine Drohne pro 200 Schüler vor
  • Befürworter sehen es als kostengünstige Alternative zu Wachpersonal
  • Experten zweifeln an Wirksamkeit und warnen vor neuen Risiken
  • Kritiker bemängeln, dass Ursache des Problems nicht angegangen wird
  • Firma Mithril Defense wirbt mit ehemaligem Navy SEAL für Technologie
  • Ab Januar wird der Gesetzentwurf im texanischen Parlament diskutiert

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