Sabotage oder Panne? Erneut Datenkabel in Skandinavien unterbrochen
Zwei Glasfaserkabel zwischen Schweden und Finnland wurden beschädigt. Während zunächst Sabotage vermutet wurde, deuten neueste Erkenntnisse auf einen Unfall hin. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Infrastruktur-Störungen in der Ostseeregion ein.
Die finnische Verkehrs- und Kommunikationsministerin Lulu Ranne reagierte umgehend auf die Meldungen: "Die Behörden untersuchen die Angelegenheit zusammen mit dem Unternehmen. Wir nehmen die Situation ernst."
Die nun beschädigten Landkabel verlaufen entlang der Grenze zwischen Schweden und Finnland - zwei Ländern, die erst kürzlich der NATO beigetreten sind. Dieser Umstand hat in einigen Kreisen zu Spekulationen über mögliche geopolitische Zusammenhänge geführt, auch wenn bisher eben keine Hinweise auf eine absichtliche Sabotage vorliegen.
Siehe auch:
- Zwei Glasfaserkabel zwischen Schweden und Finnland wurden beschädigt
- Zunächst wurde Sabotage vermutet, nun deutet alles auf einen Unfall hin
- Über 6000 Privatkunden und 100 Unternehmen waren von Ausfällen betroffen
- Finnische Behörden gehen von einem Baggerunfall als Ursache aus
- Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Infrastruktur-Störungen ein
- GlobalConnect arbeitet an der Behebung der verbliebenen Störungen
- Spekulationen über geopolitische Zusammenhänge wurden laut
Kabelbrüche sorgen für Verunsicherung
In der Nacht zum Dienstag wurden zwei Glasfaserkabel zwischen Schweden und Finnland beschädigt. Der Vorfall sorgte für erhebliche Beeinträchtigungen im Datenverkehr und weckte zunächst Befürchtungen über mögliche Sabotageakte. Die Vermutung ist auch naheliegend, da es zuletzt in der Ostsee mehrere Vorfälle gegeben hat. Laut dem Telekommunikationsunternehmen GlobalConnect waren über 6000 Privatkunden und 100 Unternehmen in Finnland von den Ausfällen betroffen.Die finnische Verkehrs- und Kommunikationsministerin Lulu Ranne reagierte umgehend auf die Meldungen: "Die Behörden untersuchen die Angelegenheit zusammen mit dem Unternehmen. Wir nehmen die Situation ernst."
Bauarbeiten als mögliche Ursache
Wie Reuters berichtet, gehen die finnischen Behörden mittlerweile davon aus, dass zumindest einer der beiden Kabelbrüche auf Bauarbeiten zurückzuführen ist. Jaakko Wallenius, Sicherheitsdirektor des finnischen Telekommunikationsunternehmens Elisa, erklärte: "Ein Bagger, der an dem Kabel arbeitete, hat es versehentlich durchtrennt. Leider passieren solche Schäden." Infografik Infrastruktur: Diese Seekabel verbinden Deutschland mit dem Internet
Serie von Infrastruktur-Störungen
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Infrastruktur-Störungen in der Ostseeregion ein. Erst im vergangenen Monat wurden zwei Unterseekabel in der Ostsee beschädigt: Ein Kabel zwischen Finnland und Deutschland sowie ein weiteres Kabel zwischen Litauen und Schweden. Diese Vorfälle hatten Spekulationen über mögliche Sabotageakte befeuert.Die nun beschädigten Landkabel verlaufen entlang der Grenze zwischen Schweden und Finnland - zwei Ländern, die erst kürzlich der NATO beigetreten sind. Dieser Umstand hat in einigen Kreisen zu Spekulationen über mögliche geopolitische Zusammenhänge geführt, auch wenn bisher eben keine Hinweise auf eine absichtliche Sabotage vorliegen.
Reparaturarbeiten im Gange
GlobalConnect gab bekannt, dass der erste Kabelbruch bereits in der Nacht repariert wurde und die Mehrheit der betroffenen Kunden wieder Zugang zum Internet habe. An der Behebung des zweiten Schadens werde noch gearbeitet, hieß es. Das Unternehmen rechnet damit, die verbliebenen Störungen im Laufe des Tages beheben zu können.Siehe auch:
- Chinesisches Schiff soll Anker nachgezogen haben, um Kabel zu kappen
- Seekabel-Sabotage: War es chinesisches Schiff mit russischem Kapitän?
- Sabotage wahrscheinlich: Wichtige Unterseekabel in der Ostsee gekappt
- Mega-Seekabel-Projekt: Meta investiert Milliarden in globales Datennetz
- 4300km-Kabel soll Solarstrom von Australien nach Singapur bringen
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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