Qualcomm vor Kauf von Intel? Interesse soll abgekühlt sein

Vor einigen Wochen gab es diverse Gerüchte darüber, wer eventuell bestimmte Teile von Intel aufkaufen könnte, da der US-Chipgigant sich nach wie vor in einer schwierigen Lage befindet. Zumindest für Qual­comm ist der Kauf von Intel mittlerweile aber anscheinend vom Tisch.
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Qualcomm scheut Komplikationen durch Wettbewerbsbehörden

Laut einem Bericht des US-Wirtschaftsdiensts Bloomberg, der sich auf Angaben von unternehmensnahen Quellen aus dem Umfeld von Qualcomm beruft, hat der Chiphersteller aus San Diego sein Interesse an der Übernahme von Intel im Ganzen oder in Teilen vorerst verloren. Zuvor hieß es, dass Qualcomm schon im September an Intel herangetreten war, um eine mögliche Übernahme zu diskutieren.

Als Grund für das "abgekühlte Interesse" an Intel aufseiten von Qualcomm wird die enorme Komplexität einer möglichen Übernahme genannt. Gemeint ist damit wohl, dass ein Zusammenschluss der beiden jeweils in ihren Märkten führenden Chiphersteller besondere Aufmerksamkeit von den Wettbewerbshütern vieler Länder erfahren würde.


So ist Qualcomm mit seinen ARM-basierten Prozessoren für Smartphones eines der Schwergewichte unter den Anbietern von Chips für Android-Smartphones und seit Mitte des Jahres verstärkt auch im PC-Bereich aktiv. Intel hingegen dominiert nach wie vor den Markt für PC-Prozessoren, auch wenn sich der US-Konzern in den letzten Jahren immer schwerer tut.

Wahrscheinlich müssten bestimmte Geschäftsbereiche von Intel oder Qualcomm abgespalten werden, um die Genehmigung der Kartellbehörden für die Übernahme zu erhalten. Qualcomm hatte zunächst angeblich versucht, vor allem das Team für Chip-Design von Intel zu übernehmen, später wurde aber bekannt, dass die Kalifornier auch eine vollständige Übernahme anstreben könnten.

Intel hatte zumindest von offizieller Seite alle potenziellen Übernahmeversuche durch Konkurrenten abgestritten und deutlich gemacht, dass man kaum zustimmen werde, das eigene "Tafelsilber" in Form der Chipdesign-Sparte zu verkaufen. Intel-Chef Pat Gelsinger versucht seit einiger Zeit mit gigantischem finanziellem Aufwand, den Konzern zu einer neuen Größe im Markt für die Vertragsfertigung von Chips zu machen, um so die Abhängigkeit vom Erfolg der eigenen x86-Designs zu reduzieren.

Zusammenfassung
  • Qualcomm verliert Interesse an einer möglichen Übernahme von Intel
  • Ursprüngliches Interesse bestand seit September dieses Jahres
  • Komplexität einer Übernahme wird als Hauptgrund für Rückzug genannt
  • Kartellrechtliche Bedenken wären bei einer Fusion wahrscheinlich
  • Qualcomm und Intel sind Marktführer in unterschiedlichen Bereichen
  • Intel lehnte Verkauf der Chipdesign-Sparte bereits offiziell ab
  • Intel-Chef setzt auf Ausbau der Auftragsfertigungssparte

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