Visa und Mastercard: EU untersucht, ob Gebühren dem Handel schaden

Visa und Mastercard im Visier der EU: Einzelhändler und Zahlungs­dienst­leis­ter wurden zu möglichen negativen Auswirkungen der Ge­büh­ren­struk­tur befragt. Bei Verstößen drohen den Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men empfindliche Strafen.
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EU prüft Gebühren von Visa und Mastercard

Die europäischen Wettbewerbshüter nehmen die beiden Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard ins Visier. Im Fokus stehen dabei die sogenannten Scheme-Gebühren, die die Unternehmen von Händlern für die Nutzung ihrer Zahlungssysteme verlangen.

Hierfür hat die EU-Kommission im September 2024 Fragebögen an Einzelhändler und Zahlungsdienstleister verschickt, um mehr Informationen über die Auswirkungen dieser Gebühren zu erhalten. Die Befragten hatten bis Oktober Zeit, ihre Antworten einzureichen.

Wie Reuters berichtet, wollen die EU-Verantwortlichen damit herausfinden, ob die Gebührenstruktur von Visa und Mastercard den Wettbewerb beeinträchtigt und Händlern schadet. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf ein internes EU-Dokument, das ihr vorliegt. Infografik Online-Shopping: Amazon führt bei fast allen wichtigen ProduktgruppenOnline-Shopping: Amazon führt bei fast allen wichtigen Produktgruppen

Mangelnde Transparenz im Fokus

Ein Hauptkritikpunkt der Einzelhändler ist die fehlende Transparenz bei den Scheme-Gebühren. Diese werden von Kartenzahlungssystembetreibern für Dienstleistungen durch die Teilnahme am Kartensystem erhoben. Die EU-Behörden fragen unter anderem, ob die "kontinuierliche Einführung neuer Gebühren und die Streichung bestehender Gebühren" in den Jahren 2016 bis 2023 negative Auswirkungen auf die Geschäfte der Befragten hatten.

Zudem wollen die Wettbewerbshüter wissen, inwieweit Händler und Zahlungsdienstleister über Änderungen der Gebührenstruktur informiert werden und ob sie Möglichkeiten zur Verhandlung haben. Auch die Transparenz bei Verhaltens- oder Compliance-Gebühren sowie Strafzahlungen steht auf dem Prüfstand.

Hohe Strafen möglich

Sollten die EU-Kartellbehörden zu dem Schluss kommen, dass Visa und Mastercard gegen Wettbewerbsregeln verstoßen haben, drohen empfindliche Strafen. In solchen Fällen können Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden.

Der europäische Handelsverband EuroCommerce, zu dessen Mitgliedern Unternehmen wie Amazon, Carrefour und Ikea gehören, begrüßt die Untersuchung. Der Verband schätzt, dass die Gebührenerhöhungen die EU-Wirtschaft jährlich rund 1,5 Milliarden Euro kosten.
Zusammenfassung
  • EU-Kommission untersucht Gebührenstruktur von Visa und Mastercard
  • Fragebögen an Einzelhändler und Zahlungsdienstleister verschickt
  • Prüfung möglicher negativer Auswirkungen auf Wettbewerb und Handel
  • Fehlende Transparenz bei Scheme-Gebühren als Hauptkritikpunkt
  • Bußgelder bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes bei Verstößen möglich
  • EuroCommerce begrüßt die Untersuchung der EU-Kartellbehörden
  • Geschätzte Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro jährlich für die EU-Wirtschaft

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