Herber Schlag gegen die Bemühungen zur Erhaltung von alter Software

Die US-Copyright-Behörde hat einen Antrag zur Erleichterung der Konservierung von Spielen und Software abgelehnt. Forscher müssen weiterhin physisch anreisen, um historische digitale Werke zu studieren. Ein Rückschlag für die Bewahrung digitaler Kultur und Spielegeschichte.
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Rückschlag für die digitale Konservierung

Die Bemühungen zur Bewahrung von Videospielen haben einen herben Rückschlag erlitten. Die US-Copyright-Behörde hat einen Antrag abgelehnt, der es Bibliotheken und Archiven ermöglicht hätte, konservierte Spiele aus der Ferne zugänglich zu machen. Damit müssen Forscher und Historiker weiterhin physisch anreisen, um Zugang zu historischen Spielen zu erhalten, die nicht mehr im Handel erhältlich sind.

Konkret ging es um eine Ausnahmeregelung zum Digital Millennium Copyright Act (DMCA), die es Institutionen erlaubt hätte, begrenzt digitale Kopien von Spielen an Forscher zu verleihen. Derzeit verbietet das Gesetz das Umgehen von Kopierschutzmechanismen, selbst zu Forschungszwecken. Die Antragsteller argumentierten, dass dies die Erforschung und Dokumentation der Software- und Spielegeschichte massiv behindert.


Wie Game Developer berichtet, begründete die Copyright-Behörde ihre Ablehnung damit, dass die Antragsteller nicht ausreichend nachgewiesen hätten, dass die vorgeschlagene Nutzung nicht gegen Urheberrechte verstoße. Außerdem bestünde die Gefahr, dass ein solcher Fernzugriff den Markt für Neuauflagen klassischer Spiele schädigen könnte.

Industrie vs. Konservatoren

Die Entertainment Software Association (ESA), die die Interessen der Spieleindustrie vertritt, hatte sich vehement gegen die Ausnahmeregelung ausgesprochen. Sie argumentierte, es bestehe nach wie vor ein substanzieller Markt für klassische Spiele, auch auf Sekundärmärkten. Ein weitverbreiteter Fernzugriff auf konservierte Spiele würde diesen Markt ernsthaft gefährden.

Konservatoren und Historiker zeigten sich enttäuscht von der Entscheidung. Die Video Game History Foundation kritisierte in einer Stellungnahme die "absolutistische Position" der Spieleindustrie. Diese zwinge Forscher dazu, auf "extra-legale Methoden" zurückzugreifen, um Zugang zu den meisten nicht mehr erhältlichen Spielen zu erhalten.

Gefährdung des digitalen Erbes

Tatsächlich schätzen Experten, dass 87 Prozent aller vor 2010 veröffentlichten Spiele als "kritisch gefährdet" gelten, was ihre Zugänglichkeit betrifft. Viele Titel werden nie neu aufgelegt und drohen für immer verloren zu gehen. Selbst wenn Spiele neu erscheinen, sind sie oft verändert oder überarbeitet, was ihren Wert für die Forschung mindert.

Die Ablehnung der Ausnahmeregelung ist bereits die vierte seit 2015. Alle drei Jahre können Gruppen beim Library of Congress für sehr spezifische Ausnahmen vom DMCA lobbyieren. Die Video Game History Foundation und andere Organisationen kündigten an, weiter für besseren Zugang und rechtliche Möglichkeiten zur Software- und Spielekonservierung zu kämpfen.

Was denkt ihr über die Entscheidung der US-Copyright-Behörde? Seht ihr die Gefahr, dass wichtige Teile der Spielegeschichte verloren gehen könnten? Oder überwiegen eurer Meinung nach die Interessen der Rechteinhaber? Teilt eure Gedanken dazu in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • US-Copyright-Behörde lehnt Antrag zur Fernkonservierung von Spielen ab
  • Forscher müssen weiterhin physisch anreisen, um alte Spiele zu studieren
  • Ablehnung begründet mit möglicher Verletzung von Urheberrechten
  • Die Spieleindustrie befürchtet Schädigung des Marktes für Neuauflagen
  • 87 Prozent der vor 2010 veröffentlichten Spiele gelten als gefährdet
  • Konservatoren kritisieren die Position der Spieleindustrie als absolutistisch
  • Organisationen kämpfen weiter für besseren Zugang zur Spielekonservierung

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