Fit für weitere Jahre: Voyager-Sonden erhalten Software-Updates

Die am weitesten entfernten Boten der Menschheit werden aktuell fit gemacht, um noch mehrere weitere Jahre Daten liefern zu können. Ein Software-Update für die Voyager-Sonden soll Fehler korrigieren und die Systeme für die zukünftige Arbeit optimieren.
Nasa, Sonde, Voyager
NASA

Fernwartung über 24 Milliarden Kilometer

Die beiden Schwestern Voyager 1 und 2 traten ihre Reise bereits im Jahr 1977 an und sind seitdem unterwegs. Längst sind sie an den äußeren Grenzen des Sonnensystems angekommen und damit weiter entfernt, als jedes andere menschengemachte Objekt. Die Ingenieure bei der NASA setzten darauf, dass die beiden Sonden noch viele Jahre Daten liefern werden, die neue Erkenntnisse über den interstellaren Raum ermöglichen.

Ein wichtiger Teil des Software-Updates wird eine Veränderung bei der Ausrichtung der Sonden sein. Diese sorgen mit Schubdüsen dafür, Lagekorrekturen durchzuführen. Das dient hauptsächlich dem Zweck, die Antenne in Richtung Erde auszurichten. Im letzten Jahr misslang dies einmal und die Voyager 2 wäre fast verloren gegangen.


Das Problem ist, dass bei jeder Zündung ein wenig Material an den Wänden der Treibstoffeinlassrohre abgelagert wird - irgendwann setzen diese sich also unweigerlich zu. Der jetzt hochgeladene Patch soll dafür sorgen, dass weniger Zündungen erforderlich sind und der Zeitpunkt verstopfter Rohre möglichst lange herausgezögert wird.

Weniger Daten, längeres Leben

Das Update kann dazu führen, dass ein Teil der eingesammelten Daten nicht mehr ordentlich zur Erde übertragen werden kann. Der kontinuierliche Datenstrom wird also einer längeren Betriebszeit der Sonden allgemein geopfert. Das ist insofern hinnehmbar, als in der Region, in der die Sonden inzwischen unterwegs sind, ohnehin nicht mit kurzfristigen Überraschungen und Änderungen im Umfeld zu rechnen ist.

"Dieser Patch ist wie eine Versicherungspolice, die uns in der Zukunft schützt und uns hilft, diese Sonden so lange wie möglich in Betrieb zu halten", sagte Suzanne Dodd, Voyager-Projektmanagerin am JPL. Bis die Daten für das Update bei den Sonden ankommen, vergehen aufgrund der enormen Distanz von fast 24 Milliarden Kilometern inzwischen rund 18 Stunden. Dann kann die automatische Installation und der Test erfolgen, die Rücksendung des hoffentlich erfolgreichen Bestätigungssignals dauert dann erneut über 18 Stunden.

Zuerst wird Voyager 2, die mit Problemen zu kämpfen hatte, mit dem Software-Update versorgt. Erst wenn es bei dieser fehlerfrei installiert und erprobt wurde, geht man auch das Update der Voyager 1 an. So läuft man nicht Gefahr, bei Problemen beide Sonden zu verlieren.

Zusammenfassung
  • Software-Update für Voyager-Sonden zur Fehlerkorrektur und Systemoptimierung
  • Voyager 1 und 2 seit 1977 im All, liefern Daten über interstellaren Raum
  • Update beinhaltet Veränderung der Ausrichtung der Sonden
  • Patch reduziert Zündungen, um Verstopfung der Treibstoffeinlassrohre zu verzögern
  • Update kann Datenübertragung beeinträchtigen, aber verlängert Betriebszeit der Sonden
  • Update-Übertragung und Installation dauert aufgrund der Distanz über 36 Stunden
  • Voyager 2 erhält zuerst das Update, um Risiko eines Verlusts beider Sonden zu minimieren.

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