Der erste Mond an einem Exoplaneten wurde wahrscheinlich gefunden

Es ist nicht lange her, dass die Entdeckung von Planeten in anderen Son­nen­systemen die bahnbrechende Neuerung in der Astronomie war. Nun steht der nächste große Schritt bevor: Vieles deutet darauf hin, dass der erste Mond um einen Exoplaneten gefunden wurde.
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Eine verräterische Wolke

Andere Sonnensysteme sind so weit entfernt, dass selbst ihre Sterne für Beobachter kaum mehr sind als unterschiedlich leuchtende Punkte - erst mit den jüngsten Entwicklungen der astronomischen Instrumente konnten einige Details mehr beobachtet werden. Planeten sind noch deutlich kleiner und können nur in absoluten Ausnahmefällen direkt beobachtet werden.

Noch schwieriger wird dies natürlich bei den noch kleineren Monden. Zumindest über indirekte Nachweisverfahren könnte nun aber die Existenz eines Mondes im Orbit eines Exoplaneten nachgewiesen werden. Die dazugehörenden Beobachtungen hat ein Forschungsteam um Apurva Oza vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA gemacht, wie Space Daily berichtet.


Dieses hat eine mysteriöse Natriumwolke analysiert, die um den Planeten WASP-49 b zu finden ist. Die Forscher vermuten, dass sie von einem Mond mit vulkanischer Aktivität verursacht wird. Einen ähnlichen Effekt kennt man nämlich bereits aus unserem Sonnensystem. Auch der vulkanisch aktive Jupitermond Io hinterlässt eine schwache ringförmige Gaswolke um seinen Heimatplaneten.

Obwohl bisher keine Exomonde definitiv bestätigt wurden, liefert die Forschungsarbeit der NASA-Leute vielversprechende Hinweise. Das Besondere an der Natriumwolke ist ihre enorme Produktion von etwa 100.000 Kilogramm Natrium pro Sekunde - eine Menge, die weder der Planet noch sein Stern erklären können. Dieses Phänomen deutet darauf hin, dass eine externe Quelle, möglicherweise ein vulkanischer Exomond, dafür verantwortlich sein könnte.

Computer-Simulation passt

Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) zeigen, dass sich die Wolke anders verhält, als es physikalisch zu erwarten wäre, wenn sie Teil der Atmosphäre des Planeten wäre. In einigen Fällen scheint sie größer zu werden, wenn sie sich nicht in der Nähe des Planeten befindet. Und sie bewegt sich schneller als der Planet selbst. Dies lässt vermuten, dass ein anderes Objekt, wie ein Mond, die Wolke produziert.

Oza und sein Team entwickelten zudem ein Computermodell, das zeigt, dass ein Mond mit einer Umlaufzeit von etwa acht Stunden um WASP-49 b diese unregelmäßigen Wolkenbewegungen erklären könnte. Ein solcher Mond könnte ähnlich wie Io durch die Schwerkraft des Planeten gedehnt und komprimiert werden, was zu starker vulkanischer Aktivität führt.

Zusammenfassung
  • Entdeckung eines möglichen Mondes um Exoplaneten WASP-49 b
  • Astronomische Instrumente ermöglichen detailliertere Beobachtungen
  • Natriumwolke um WASP-49 b durch vulkanische Aktivität eines Mondes
  • Ähnlichkeit der Natriumwolke mit Effekten von Jupiters Mond Io
  • Forscherteam um Apurva Oza vom JPL analysiert das Phänomen
  • Unregelmäßige Bewegungen der Wolke deuten auf externen Einfluss hin
  • Computermodell unterstützt Theorie eines vulkanisch aktiven Mondes

Siehe auch:


Bresser National Geographic
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