Firefox trackt Nutzer: Datenschützer nehmen Mozilla ins Visier

Die Datenschutz-Aktivisten der europäischen Organisation Noyb legen sich normalerweise mit großen Konzernen wie Meta an. Jetzt aber haben sie die gemeinnützige Organisation Mozilla ins Visier genommen - denn auch der Firefox-Browser soll Nutzer unrechtmäßig tracken.

Sammlung ohne Zustimmung

Die Beschwerde der Datenschützer richtet sich gegen eine kürzlich eingeführte Funktion namens "Privacy Preserving Attribution" (PPA). Laut Noyb handelt es sich dabei um eine irreführende Bezeichnung, da es die Technologie Webseiten ermöglicht, das Verhalten der Nutzer zu verfolgen - ohne dass diese zuvor gefragt wurden. Mozilla habe die Funktion im Rahmen eines Software-Updates standardmäßig aktiviert, was gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoße. Diese Verordnung schreibt vor, dass Nutzer explizit zustimmen müssen, bevor ihre Daten erfasst werden dürfen.

Diese Entwicklung ist überraschend, da Mozilla in der Vergangenheit als Verfechter des Datenschutzes galt, unter anderem durch Maßnahmen gegen Cookie-basiertes Tracking. Noyb argumentiert jedoch, dass Mozilla mit dieser neuen Funktion in eine ähnliche Richtung wie Googles "Privacy Sandbox"-Projekt geht. Auch hier geht es darum, das Tracking von Nutzern auf Browser-Ebene zu verlagern, anstatt wie bisher auf Cookies zu setzen.


Felix Mikolasch, Datenschutzanwalt bei Noyb, kritisierte die Firefox-Entwickler scharf: "Indem es Firefox in ein Instrument zur Werbemessung verwandelt, folgt Mozilla dem Narrativ, dass die Werbeindustrie ein Recht auf das Tracking von Nutzern hat. Mozilla mag zwar gute Absichten gehabt haben, es ist aber unwahrscheinlich, dass diese 'datenschutzfreundliche Werbemessung' Cookies und andere Tracking-Tools ersetzen wird. Es handelt sich nur um ein neues, zusätzliches Tracking-Tool."

Mozilla wiegelt ab

Mozilla selbst verteidigt sich und betont, dass es sich um einen begrenzten Test der PPA-Technologie handele, der nur auf eigenen Webseiten durchgeführt werde. Das Ziel sei es, invasive Werbepraktiken zu verbessern, indem Alternativen entwickelt werden, die die Privatsphäre der Nutzer schützen. Christopher Hilton, Direktor für Politik und Kommunikation bei Mozilla, erklärte, dass PPA es Werbetreibenden ermögliche, die Effektivität von Anzeigen zu messen, ohne personenbezogene Daten zu sammeln.

Gleichzeitig räumt Mozilla Kommunikationsfehler ein und betont, künftig transparenter agieren zu wollen. Ob das Unternehmen jedoch mit dieser neuen Funktion seine Datenschutzverpflichtungen weiterhin erfüllen kann, bleibt offen. Noyb will mit seiner Beschwerde nun aber auf jeden Fall erreichen, dass das Sammeln der Daten gestoppt und die bisher erhobenen Daten gelöscht werden.

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Zusammenfassung
  • Noyb kritisiert Mozillas neue Tracking-Funktion 'PPA'
  • Datenschutzverstoß durch automatische Aktivierung der PPA-Funktion
  • Mozilla verteidigt sich: PPA dient der datenschutzfreundlichen Werbemessung
  • PPA soll Tracking auf Browser-Ebene verlagern, ähnlich Googles 'Privacy Sandbox'
  • Mozilla räumt Kommunikationsfehler ein und verspricht mehr Transparenz
  • Noyb fordert Stopp der Datensammlung und Löschung bereits gesammelter Daten
  • Mozilla bisher als Datenschutzverfechter bekannt, neue Funktion überrascht

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