Nintendo geht mit KI-Hilfe gegen KI-generierte Mario-Bilder vor

Nintendo geht gegen KI-generierte Mario-Bilder vor. Das ist für das Unternehmen nicht ungewöhnlich. Ironie: Der dafür verantwortliche Dienstleister verwendet für die DMCA-Takedowns selbst eine KI und dabei geraten auch harmlose Fan-Kunstwerke ins Visier.
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KI gegen KI: Nintendos Kampf um Mario-Bilder

Der japanische Spielegigant Nintendo setzt im Kampf gegen unerwünschte KI-Darstellungen seiner Charaktere selbst auf künstliche Intelligenz. Wie The Verge berichtet, gehen Nintendo und sein Partner Tracer gezielt gegen KI-generierte Bilder des Maskottchens Mario vor, die auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) kursieren.

Zahlreiche X-Nutzer erhielten in den letzten Tagen DMCA-Takedown-Anfragen von Tracer, einem Unternehmen, das sich auf den Schutz von Markenrechten im Internet spezialisiert hat. Tracer setzt dabei offenbar selbst KI-gestützte Tools ein, um urheberrechtlich geschütztes Material aufzuspüren und zu melden.

Grok im Fokus

Im Fokus stehen vor allem Bilder, die mit dem in X integrierten KI-Bot Grok erstellt wurden. Grok hat bei der Darstellung bekannter Figuren im Vergleich zu anderen KI-Bildgeneratoren weniger strenge Richtlinien. The Verge berichtet von einem Bild, das Mario rauchend und Bier trinkend am Strand zeigt. In einem anderen Fall wurden Luigi und Waluigi als israelische Soldaten dargestellt.

Nintendos Vorgehen überrascht wenig, da das Unternehmen für sein (zu) konsequentes Vorgehen gegen Verstöße aller Art bekannt ist. Erst kürzlich reichte das Unternehmen gemeinsam mit The Pokémon Company eine Klage gegen den Entwickler des Spiels Palworld ein, dem Patentverletzungen vorgeworfen werden.

Fan-Art im Visier

Allerdings scheint die KI-gestützte Suche nach urheberrechtlich geschütztem Material nicht fehlerfrei zu funktionieren. Auch harmlose Fan-Kreationen wurden offenbar fälschlicherweise als Urheberrechtsverletzungen eingestuft und bekamen Takedown-Aufforderungen.

Das zeigt durchaus die Komplexität des Urheberrechts im KI-Zeitalter: Unternehmen wie Nintendo wollen verständlicherweise ihre Marken schützen, gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage, wo die Grenzen zwischen Urheberrechtsverletzung und legitimer künstlerischer Interpretation zu ziehen sind. Die Verwendung von KI-Tools auf beiden Seiten - sowohl bei der Erstellung als auch bei der Erkennung von Bildern - macht die Situation noch komplizierter.

Weder Nintendo noch Tracer haben bisher öffentlich zu den aktuellen Vorfällen Stellung genommen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie das Unternehmen sein Vorgehen anpassen wird, um einen ausgewogeneren Umgang mit Fan-Kreationen zu finden - wenn man daran überhaupt interessiert ist.

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