Galaktisches Drama: Schwarzes Loch hungert eine ganze Galaxie aus
Astronomen haben ein supermassives Schwarzes Loch entdeckt, das seine Wirtsgalaxie "aushungert". Einmal mehr zeigt damit Webb, was es kann. Die Entdeckung könnte unser Verständnis der Wechselwirkung zwischen Schwarzen Löchern und Galaxien revolutionieren.
"Im frühen Universum bilden die meisten Galaxien viele Sterne, daher ist es interessant, zu diesem Zeitpunkt eine so massive tote Galaxie zu sehen", sagte Mitautor Professor Roberto Maiolino vom Kavli-Institut für Kosmologie, Cambridge. "Wenn sie genug Zeit hatte, um diese massive Größe zu erreichen, muss der Prozess, der die Sternentstehung gestoppt hat, wahrscheinlich relativ schnell abgelaufen sein."
Mit der Empfindlichkeit von Webb konnten die Forscher große Mengen Gas nachweisen, das mit Geschwindigkeiten von 1000 Kilometern pro Sekunde ausgestoßen wird - schnell genug, um der Gravitation der Galaxie zu entkommen. Dieser Gasstrom, der durch das zentrale supermassive Schwarze Loch angetrieben wird, stößt mehr Masse aus, als die Galaxie benötigt, um neue Sterne zu bilden. Man kann sagen: Die Galaxie verhungert durch das schwarze Loch.
Allerdings: Interessanterweise behält die Galaxie trotz des gewaltsamen Prozesses ihre Scheibenform bei und die Sterne bewegen sich in geordneter Weise. Dies stellt wiederum frühere Annahmen über die turbulenten Auswirkungen des Stopps der Sternentstehung auf die Struktur von Galaxien infrage.
"Wir wussten, dass schwarze Löcher einen massiven Einfluss auf Galaxien haben, und vielleicht ist es üblich, dass sie die Sternentstehung stoppen, aber bis zu Webb konnten wir dies nicht direkt bestätigen", sagte Maiolino. "Es ist ein weiterer Grund, warum Webb einen so großen Fortschritt in Bezug auf unsere Fähigkeit darstellt, das frühe Universum und seine Entwicklung zu untersuchen."
Pablos Galaxie wurde vom Schwarzen Loch ausgehungert.
Die Arbeit, veröffentlicht in Nature, ist ein bedeutender Schritt im Verständnis dafür, wie supermassive Schwarze Löcher die Evolution von Galaxien beeinflussen können. Sie liefert direkte Beweise für ihre Rolle beim Stoppen der Sternentstehung. Zukünftige Beobachtungen werden weitere Einblicke in die kältesten Gaskomponenten liefern und möglicherweise mehr über die komplexe Beziehung zwischen Schwarzen Löchern und ihren Wirtsgalaxien enthüllen.
Siehe auch:
Webb enthüllt: Schwarzes Loch lässt Galaxie verhungern
Ein internationales Team, das von der Universität Cambridge geleitet wird, beobachtete eine massive Galaxie mit dem Spitznamen "Pablos Galaxie" (GS-10578), die etwa seit zwei Milliarden Jahren nach dem Urknall existierte. Trotz ihrer Größe, vergleichbar mit der Milchstraße, hat diese Galaxie weitgehend aufgehört, neue Sterne zu bilden."Im frühen Universum bilden die meisten Galaxien viele Sterne, daher ist es interessant, zu diesem Zeitpunkt eine so massive tote Galaxie zu sehen", sagte Mitautor Professor Roberto Maiolino vom Kavli-Institut für Kosmologie, Cambridge. "Wenn sie genug Zeit hatte, um diese massive Größe zu erreichen, muss der Prozess, der die Sternentstehung gestoppt hat, wahrscheinlich relativ schnell abgelaufen sein."
Mit der Empfindlichkeit von Webb konnten die Forscher große Mengen Gas nachweisen, das mit Geschwindigkeiten von 1000 Kilometern pro Sekunde ausgestoßen wird - schnell genug, um der Gravitation der Galaxie zu entkommen. Dieser Gasstrom, der durch das zentrale supermassive Schwarze Loch angetrieben wird, stößt mehr Masse aus, als die Galaxie benötigt, um neue Sterne zu bilden. Man kann sagen: Die Galaxie verhungert durch das schwarze Loch.
Allerdings: Interessanterweise behält die Galaxie trotz des gewaltsamen Prozesses ihre Scheibenform bei und die Sterne bewegen sich in geordneter Weise. Dies stellt wiederum frühere Annahmen über die turbulenten Auswirkungen des Stopps der Sternentstehung auf die Struktur von Galaxien infrage.
"Wir wussten, dass schwarze Löcher einen massiven Einfluss auf Galaxien haben, und vielleicht ist es üblich, dass sie die Sternentstehung stoppen, aber bis zu Webb konnten wir dies nicht direkt bestätigen", sagte Maiolino. "Es ist ein weiterer Grund, warum Webb einen so großen Fortschritt in Bezug auf unsere Fähigkeit darstellt, das frühe Universum und seine Entwicklung zu untersuchen."
Pablos Galaxie wurde vom Schwarzen Loch ausgehungert.
Die Arbeit, veröffentlicht in Nature, ist ein bedeutender Schritt im Verständnis dafür, wie supermassive Schwarze Löcher die Evolution von Galaxien beeinflussen können. Sie liefert direkte Beweise für ihre Rolle beim Stoppen der Sternentstehung. Zukünftige Beobachtungen werden weitere Einblicke in die kältesten Gaskomponenten liefern und möglicherweise mehr über die komplexe Beziehung zwischen Schwarzen Löchern und ihren Wirtsgalaxien enthüllen.
Zusammenfassung
- Supermassive Schwarze Löcher können Sternbildung in Galaxien stoppen
- James-Webb-Teleskop liefert neue Erkenntnisse über Galaxienevolution
- "Pablos Galaxie" bildet seit 2 Milliarden Jahren keine neuen Sterne mehr
- Gas wird mit 1.000 km/s ausgestoßen, entkommt der Galaxiengravitation
- Trotz starker Prozesse behält die Galaxie ihre Scheibenform
- Zukünftige Beobachtungen sollen weitere Details zur Galaxienentwicklung klären
Siehe auch:
- Event Horizon bietet die beste Sicht auf ein Schwarzes Loch bisher
- Stern überlebt Begegnung mit Schwarzem Loch - entkommt aber nicht
- Ungewöhnliches schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße entdeckt
- Astronomen beobachten plötzliches Erwachen eines Schwarzen Lochs
- Dunkle Materie: Neue Theorie hält sie für urzeitliche schwarze Löcher
Thema: