Verbraucherschützer greifen Gaming-Firmen wegen In-Game-Käufen an
Große Spielefirmen wie Epic Games und Electronic Arts sehen sich in der EU mit Vorwürfen konfrontiert, Verbraucher durch virtuelle Währungen bewusst in die Irre zu führen. Eine Beschwerde fordert strengere Regeln zum Schutz der Spieler, insbesondere Minderjähriger.
Die am 12. September 2024 bei der Europäischen Kommission und dem Europäischen Netzwerk der Verbraucherschutzbehörden eingereichte Beschwerde richtet sich auch gegen Activision Blizzard, Mojang, Supercell und Ubisoft. Im Kern geht es um die Praxis, Spieler durch undurchsichtige In-Game-Währungssysteme zu Mehrausgaben zu bewegen.
Besonders kritisch sieht die BEUC nämlich die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche: "Unternehmen sind sich der Verletzlichkeit von Kindern bewusst und nutzen Tricks, um jüngere Verbraucher zu höheren Ausgaben zu verleiten", sagte Reyna.
Das ist freilich nicht der erste Vorstoß gegen fragwürdige Praktiken in der Spieleindustrie. EA sah sich bereits 2020 mit einer Sammelklage wegen Lootboxen in FIFA konfrontiert, und Epic musste vor zwei Jahren 520 Millionen Dollar (etwa 472 Millionen Euro) zahlen, um Vorwürfe der US-Handelskommission beizulegen.
Siehe auch:
Spieleindustrie unter Beschuss
Sieben führende Unternehmen der Spielebranche, darunter Epic Games, Electronic Arts und Roblox, stehen im Fokus einer Beschwerde der Europäischen Verbraucherorganisation (BEUC). Wie Reuters berichtet, wirft die BEUC den Firmen vor, Verbraucher durch den Einsatz virtueller Währungen zu Ausgaben zu verleiten.Die am 12. September 2024 bei der Europäischen Kommission und dem Europäischen Netzwerk der Verbraucherschutzbehörden eingereichte Beschwerde richtet sich auch gegen Activision Blizzard, Mojang, Supercell und Ubisoft. Im Kern geht es um die Praxis, Spieler durch undurchsichtige In-Game-Währungssysteme zu Mehrausgaben zu bewegen.
Schutz vor virtuellen Fallen
BEUC-Generaldirektor Agustin Reyna betonte die Dringlichkeit des Problems: "Die Online-Welt bringt neue Herausforderungen für den Verbraucherschutz mit sich. Es darf kein Ort sein, an dem Unternehmen die Regeln beugen, um ihre Gewinne zu steigern." Die Organisation fordert ein Verbot von In-Game- und In-App-Bezahlwährungen oder zumindest deren Unzugänglichkeit für Minderjährige.Besonders kritisch sieht die BEUC nämlich die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche: "Unternehmen sind sich der Verletzlichkeit von Kindern bewusst und nutzen Tricks, um jüngere Verbraucher zu höheren Ausgaben zu verleiten", sagte Reyna.
Branche weist Vorwürfe zurück
Die Spieleindustrie reagierte umgehend auf die Anschuldigungen. Video Games Europe, ein Branchenverband, erklärte gegenüber TechCrunch, dass seine Mitglieder stets die europäischen Verbrauchergesetze in Bezug auf In-Game-Währungen und -Käufe respektieren würden. Sie betonten zudem, dass Spieler oft ganze Spiele kostenlos erleben können, bevor sie Geld ausgeben.Das ist freilich nicht der erste Vorstoß gegen fragwürdige Praktiken in der Spieleindustrie. EA sah sich bereits 2020 mit einer Sammelklage wegen Lootboxen in FIFA konfrontiert, und Epic musste vor zwei Jahren 520 Millionen Dollar (etwa 472 Millionen Euro) zahlen, um Vorwürfe der US-Handelskommission beizulegen.
Auswirkungen und Forderungen
Die BEUC-Beschwerde geht über die Grenzen der Spieleindustrie hinaus und warnt vor ähnlichen Praktiken auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Twitch sowie Online-Marktplätzen wie Amazon. Sie fordert klare Darstellungen der realen Kosten von In-Game-Items und ein Ende manipulativer Taktiken.
Zusammenfassung
- Epic Games und EA wegen irreführender virtueller Währungen kritisiert
- BEUC reicht Beschwerde bei EU-Kommission ein
- Vorwurf: Spielefirmen verleiten zu hohen Ausgaben durch In-Game-Währungen
- Forderung nach Verbot oder Einschränkung von Bezahlwährungen für Minderjährige
- BEUC kritisiert Ausnutzung der Verletzlichkeit von Kindern
- Spieleindustrie betont Einhaltung europäischer Verbrauchergesetze
- BEUC warnt auch vor ähnlichen Praktiken auf Plattformen wie TikTok und Twitch
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