Komische Bahnen hinter Neptun:
Lösung eines kosmischen Rätsels
Außerhalb der Bahn des Neptuns ziehen tausende kleine Objekte sehr komische Bahnen. Bisher ist dieses exzentrische Verhalten im kosmischen Tanz um die Sonne nur schwer zu erklären. Jetzt liefern neue Erkenntnisse Hinweise auf ein außergewöhnliches Ereignis.
Wie ein Team von Astrophysikern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Leiden in den Niederlanden berichten, haben sie Hinweise auf ein besonderes kosmisches Ereignis gefunden, das den wilden Tanz der Himmelsobjekte erklärt. Wie sie in den Fachzeitschriften Nature Astronomy und The Astrophysical Journal Letters (via Phys) berichten, legen neue Erkenntnisse nahe, dass vor Milliarden Jahren ein Stern sehr nahe an unserem Sonnensystem vorbeigezogen war.
Das Team hatte mehr als 3000 Simulationen durchgeführt, um eine Erklärung für die ungewöhnlichen Orbits zu finden. "Die beste Übereinstimmung mit dem heutigen äußeren Sonnensystem, die wir mit unseren Simulationen gefunden haben, ist ein Stern, der etwas leichter war als unsere Sonne - etwa 0,8 Sonnenmassen (...) und in einer Entfernung von etwa 16,5 Milliarden Kilometern an unserer Sonne vorbeiflog", so Astrophysiker Amith Govind.
Ein Ausschnitt der Simulation (Nature)
Gemeint sind damit "irreguläre Monde", welche die äußeren Planeten auf geneigten, länglichen Bahnen und in größerer Entfernung umkreisen, im Gegensatz zu regulären Monden, die nahe und kreisförmig ihre Bahnen ziehen. Eine Erklärung dafür fehlt bisher, könnte jetzt aber gefunden sein. "Die Schönheit dieses Modells liegt in seiner Einfachheit", so das Team. "Es beantwortet mehrere offene Fragen zu unserem Sonnensystem mit nur einer einzigen Ursache."
Siehe auch:
Rätsel um TNOs: Mögliche Lösung gefunden
Warum ziehen die sogenannten transneptunischen Objekte (TNOs), die sich außerhalb des Orbits von Neptun befinden, so exzentrische Kreise um die Sonne? Schon lange rätselt die Wissenschaft, wie es zu dem komischen Verhalten kommen konnte. Eines der Probleme auf der Suche nach einer Antwort: Viele der Objekte sind klein, dunkel und damit schwierig zu beobachten. Doch bessere Teleskope, moderne Bildauswertung und Simulationen bringen jetzt Licht ins Dunkel.Wie ein Team von Astrophysikern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Leiden in den Niederlanden berichten, haben sie Hinweise auf ein besonderes kosmisches Ereignis gefunden, das den wilden Tanz der Himmelsobjekte erklärt. Wie sie in den Fachzeitschriften Nature Astronomy und The Astrophysical Journal Letters (via Phys) berichten, legen neue Erkenntnisse nahe, dass vor Milliarden Jahren ein Stern sehr nahe an unserem Sonnensystem vorbeigezogen war.
Das Team hatte mehr als 3000 Simulationen durchgeführt, um eine Erklärung für die ungewöhnlichen Orbits zu finden. "Die beste Übereinstimmung mit dem heutigen äußeren Sonnensystem, die wir mit unseren Simulationen gefunden haben, ist ein Stern, der etwas leichter war als unsere Sonne - etwa 0,8 Sonnenmassen (...) und in einer Entfernung von etwa 16,5 Milliarden Kilometern an unserer Sonne vorbeiflog", so Astrophysiker Amith Govind.
Eine weitere Entdeckung
Die Simulation könnte ein weiteres Phänomen erklären. Demnach könnten einige der Objekte durch die vorbeifliegende Sonne weiter nach Innen geschleudert worden sein, um dort von den großen Planeten als Monde eingefangen zu werden. "Das würde erklären, warum die äußeren Planeten unseres Sonnensystems zwei verschiedene Arten von Monden haben", so Simon Portegies Zwart von der Universität Leiden.
Ein Ausschnitt der Simulation (Nature)
Gemeint sind damit "irreguläre Monde", welche die äußeren Planeten auf geneigten, länglichen Bahnen und in größerer Entfernung umkreisen, im Gegensatz zu regulären Monden, die nahe und kreisförmig ihre Bahnen ziehen. Eine Erklärung dafür fehlt bisher, könnte jetzt aber gefunden sein. "Die Schönheit dieses Modells liegt in seiner Einfachheit", so das Team. "Es beantwortet mehrere offene Fragen zu unserem Sonnensystem mit nur einer einzigen Ursache."
Zusammenfassung
- Tausende TNOs ziehen exzentrische Bahnen um die Sonne
- Neue Simulationen könnten das Phänomen erklären
- Ein vorbeiziehender Stern könnte die Bahnen beeinflusst haben
- Simulationen zeigen einen Stern mit 0,8 Sonnenmassen als Ursache
- Dieser Stern flog in 16,5 Milliarden Kilometern Entfernung vorbei
- Einige TNOs könnten zu irregulären Monden geworden sein
- Das Modell erklärt so auch Mondtypen der äußeren Planeten
Siehe auch:
Thema:
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