Blue Origin: Jeff Bezos' Mars-Rakete New Glenn hat einen Starttermin
Blue Origin steht vor einem Meilenstein: Der Jungfernflug der New Glenn-Rakete ist für den 13. Oktober geplant, mit einer NASA-Mars-Mission an Bord. Fix ist das aber nicht: Denn technische Rückschläge und ein enges Startfenster setzen das Unternehmen unter Druck.
Das Startfenster für die Mars-Mission öffnet sich am 29. September und schließt Mitte Oktober. Dieser enge Zeitrahmen ergibt sich aus der planetarischen Konstellation zwischen Erde und Mars, die nur alle 26 Monate günstig für einen solchen Flug ist. Blue Origin steht somit unter enormem Zeitdruck, die New Glenn rechtzeitig startklar zu bekommen.
Erschwerend kommen jüngste technische Rückschläge hinzu. Bloomberg berichtet über zwei schwerwiegende Vorfälle in den letzten Wochen: Einerseits wurde ein oberer Raketenabschnitt, vorgesehen für den zweiten Flug der New Glenn, beim Transport in einen klimatisierten Lagerhangar beschädigt. Aufgrund eines Bedienfehlers und fehlender Druckausgleichsventile kollabierte das Bauteil wie eine zerdrückte Coladose. Andererseits explodierte bei einem Belastungstest ein weiterer oberer Raketenabschnitt, der für den dritten Flug vorgesehen war.
Obwohl diese Vorfälle Bauteile für spätere Flüge betrafen, werfen sie Fragen zur Qualitätskontrolle und zum Zeitplan auf. Blue Origin betont jedoch, dass man weiterhin auf Kurs für den Erstflug in diesem Jahr sei.
Rocket Lab, bekannt für seine Electron-Rakete, hat die ESCAPADE-Sonden in Rekordzeit von etwas mehr als drei Jahren entwickelt und gebaut. Dies ist für eine interplanetare Wissenschaftsmission bemerkenswert schnell. Die Raumsonden basieren auf Rocket Labs Explorer-Klasse, einer Weiterentwicklung der Photon-Plattform. Während die Sonden bereits in Florida eingetroffen sind, muss Blue Origin noch entscheidende Meilensteine erreichen:
Normalerweise finden solche Tests Monate vor dem Erstflug einer neuen Trägerrakete statt. Zum Vergleich: SpaceX testete seine erste Falcon 9 etwa drei Monate vor dem Jungfernflug.
Trotz dieser Herausforderungen macht Blue Origin sichtbare Fortschritte. Anfang des Jahres wurde eine maßstabsgetreue New Glenn auf der Startrampe aufgerichtet und mit flüssigem Stickstoff befüllt - ein wichtiger Test für die Handhabung kryogener Flüssigkeiten. Kürzlich demonstrierte das Unternehmen auch, wie es plant, die wiederverwendbare erste Stufe der New Glenn von einer Landeplattform zu bergen.
Siehe auch:
Countdown und Zeitdruck für Blue Origins Meisterstück
Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin steht vor einem entscheidenden Meilenstein: Der erste Start der lang erwarteten New Glenn-Rakete soll am 13. Oktober stattfinden. Wie Engadget berichtet, wird die Schwerlastrakete zwei von Rocket Lab gebaute Sonden für die NASA-Mission ESCAPADE (Escape and Plasma Acceleration and Dynamics Explorers) ins All bringen. Diese sollen die Auswirkungen des Sonnenwinds auf die Marsatmosphäre untersuchen. Doch bis Rakete und Nutzlast abheben können, müssen die Verantwortlichen noch einige sprichwörtliche Steine aus dem Weg räumen.Das Startfenster für die Mars-Mission öffnet sich am 29. September und schließt Mitte Oktober. Dieser enge Zeitrahmen ergibt sich aus der planetarischen Konstellation zwischen Erde und Mars, die nur alle 26 Monate günstig für einen solchen Flug ist. Blue Origin steht somit unter enormem Zeitdruck, die New Glenn rechtzeitig startklar zu bekommen.
Erschwerend kommen jüngste technische Rückschläge hinzu. Bloomberg berichtet über zwei schwerwiegende Vorfälle in den letzten Wochen: Einerseits wurde ein oberer Raketenabschnitt, vorgesehen für den zweiten Flug der New Glenn, beim Transport in einen klimatisierten Lagerhangar beschädigt. Aufgrund eines Bedienfehlers und fehlender Druckausgleichsventile kollabierte das Bauteil wie eine zerdrückte Coladose. Andererseits explodierte bei einem Belastungstest ein weiterer oberer Raketenabschnitt, der für den dritten Flug vorgesehen war.
Obwohl diese Vorfälle Bauteile für spätere Flüge betrafen, werfen sie Fragen zur Qualitätskontrolle und zum Zeitplan auf. Blue Origin betont jedoch, dass man weiterhin auf Kurs für den Erstflug in diesem Jahr sei.
Blue Origin zeigt Entwicklung und Bau seiner New Glenn-Rakete
ESCAPADE: Eine ambitionierte Erstmission
ESCAPADE ist für einen Erstflug ungewöhnlich anspruchsvoll. Die beiden identischen Raumsonden, liebevoll "Blue" und "Gold" genannt, sollen - sofern der Start gelingt - am 1. und 3. September 2025 in die Marsumlaufbahn einschwenken. Dort werden sie gleichzeitig Plasma und Magnetfelder um den Roten Planeten messen. Ziel ist es, mehr über die Prozesse zu erfahren, die Atome aus der Magnetosphäre und der oberen Atmosphäre des Mars entfernen und so den Klimawandel auf dem Planeten vorantreiben.Rocket Lab, bekannt für seine Electron-Rakete, hat die ESCAPADE-Sonden in Rekordzeit von etwas mehr als drei Jahren entwickelt und gebaut. Dies ist für eine interplanetare Wissenschaftsmission bemerkenswert schnell. Die Raumsonden basieren auf Rocket Labs Explorer-Klasse, einer Weiterentwicklung der Photon-Plattform. Während die Sonden bereits in Florida eingetroffen sind, muss Blue Origin noch entscheidende Meilensteine erreichen:
- Ein vollständiger Countdown-Test mit der New Glenn steht noch aus.
- Die Rakete wurde bisher nicht vollständig mit kryogenen Treibstoffen befüllt.
- Triebwerkstests der ersten und zweiten Stufe in voller Konfiguration fehlen noch.
Normalerweise finden solche Tests Monate vor dem Erstflug einer neuen Trägerrakete statt. Zum Vergleich: SpaceX testete seine erste Falcon 9 etwa drei Monate vor dem Jungfernflug.
Trotz dieser Herausforderungen macht Blue Origin sichtbare Fortschritte. Anfang des Jahres wurde eine maßstabsgetreue New Glenn auf der Startrampe aufgerichtet und mit flüssigem Stickstoff befüllt - ein wichtiger Test für die Handhabung kryogener Flüssigkeiten. Kürzlich demonstrierte das Unternehmen auch, wie es plant, die wiederverwendbare erste Stufe der New Glenn von einer Landeplattform zu bergen.
Blick in die Zukunft
Der Erfolg der New Glenn ist entscheidend für Blue Origins Ambitionen, mit SpaceX und United Launch Alliance um lukrative Aufträge für nationale Sicherheitsmissionen zu konkurrieren. Zudem soll die Rakete helfen, den Rückstau an kommerziellen Starts abzubauen, einschließlich Satelliten für Amazons Projekt Kuiper zur globalen Breitbandversorgung.
Zusammenfassung
- Jungfernflug der New Glenn-Rakete ist für den 13. Oktober geplant
- Technische Rückschläge erschweren den geplanten Starttermin
- Startfenster für Mars-Mission öffnet sich am 29. September
- Zwei Sonden sollen Auswirkungen des Sonnenwinds auf Mars untersuchen
- Rocket Lab hat die Sonden in über drei Jahren entwickelt
- Zahlreiche Tests stehen noch aus, darunter ein Countdown-Test
- Blue Origin konkurriert um Aufträge für nationale Sicherheitsmissionen
Siehe auch:
- Jeff Bezos Blue Origin wagt nach zwei Jahren wieder bemannten Flug
- Mars-Rennen: Bezos könnte Musk überholen, NASA wählt Blue Origin
- Schwerer Rückschlag für Jeff Bezos: Blue Origin-Triebwerk explodiert
- Baustein der Zukunft: Blue Origin verwandelt Mondstaub in Solarzellen
- NASA beauftragt Jeff Bezos Blue Origin mit der Mars-Mission "Escapade"
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