Wer kleinen Kindern Tablets gibt, riskiert häufige Wutausbrüche

Wer nicht die Nerven hat, sich ständig mit Wutausbrüchen seines Kindes auseinanderzusetzen, sollte diesem nicht schon früh ein Tablet in die Hand drücken. Dies lässt sich als Empfehlung aus einer jetzt veröffentlichten Studie herleiten.
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Daten aus drei Ländern

Die Nutzung von Tablets im Alter von 3,5 Jahren "stand in signifikantem Zusammenhang" mit einer Tendenz zu Wut und Frustration im darauffolgenden Lebensjahr, so eine im Journal JAMA Pediatrics veröffentlichte, von Experten begutachtete Studie. Um die Auswirkungen der frühkindlichen Mediennutzung zu untersuchen, hatten Forscher von Universitäten in Kanada, Südafrika und Brasilien die Ergebnisse von Verhaltensumfragen bei vielen Eltern ausgewertet.

Der Effekt konnte auch später beobachtet werden. Kinder, die erst mit 4,5 Jahren verstärkt Tablets nutzen konnten, zeigten ebenfalls ein gutes Jahr später entsprechende Auffälligkeiten. Umgekehrt konnte auch beobachtet werden, dass Kinder, die generell zu mehr Wutausbrüchen neigten, bei entsprechender Gelegenheit auch häufiger zum Tablet griffen als sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.


Die Daten deuten nach Interpretation der Wissenschaftler darauf hin, dass Tablets in einen negativen "Kreislauf" der schlechten emotionalen Regulierung verwickelt sind. Die Nutzung von Tablets untergrabe aber nicht nur die Fähigkeit, "Emotionen während des Tagesablaufs effektiv zu managen", sondern bringe Kinder andererseits auch dazu, "mehr digitale Strategien zu entwickeln, um Wutausbrüche zu zügeln".

Besser gemeinsam

Ähnliche Effekte lassen sich auch bei anderen Mobile-Geräten wie Smartphones erkennen. Warum die emotionale Entwicklung von Kindern durch diese Systeme scheinbar beeinträchtigt wird, ist bisher nicht klar. Es gibt Hinweise darauf, dass Kinder emotionale Regulierung auf zwei Hauptwegen erlernen, so die Forscher: Entweder durch Beobachtung der emotionalen Regulierungsstrategien der Eltern oder durch "emotionales Coaching" der Eltern, wie man mit Emotionen umgeht. Die Forscher sagten, dass die Nutzung von Tablets diese beiden Mechanismen stören und sowohl "Lernmöglichkeiten reduzieren" als auch die Entwicklung der Strategien zur Regulierung von Emotionen "untergraben" könnte.

Dies gilt allerdings, wenn Tablets einfach nur zur eigenständigen Nutzung übergeben werden. Die Forscher gaben an, dass es Hinweise darauf gibt, dass Tablets, wenn sie in angemessener Weise zusammen mit den Eltern verwendet werden, Kindern durchaus helfen könnten, das Erkennen und Reagieren auf Emotionen zu üben und ihr Verhalten zu verbessern.

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