Chrome und Edge-User in Gefahr:
Malware-Erweiterung seit 2021 aktiv

Sicherheitsforscher haben eine Malware-Kampagne entdeckt, mit der bereits seit Jahren Nutzer der Browser Chrome und Edge attackiert werden. Der Schadcode versteckt sich dabei in Erweiterungen, die den Anwendern vermeintlich nützliche Features anbieten.
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Vielfältige Wirkung

"Die Trojaner-Malware enthält verschiedene Elemente, die von einfachen Adware-Erweiterungen, die Suchanfragen kapern, bis hin zu ausgefeilteren schädlichen Skripten reichen, mit denen private Daten gestohlen und fremde Codes ausgeführt werden", so das Forschungsteam des Security-Dienstleisters ReasonLabs in seiner Analyse.

Spuren der Malware lassen sich demnach bis ins Jahr 2021 zurückverfolgen. Seitdem wurden entsprechend manipulierte Erweiterungen mindestens 300.000 Nutzern untergeschoben - die Dunkelziffer kann hier allerdings um einiges höher liegen.


Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Verwendung von Malvertising, um Websites zu bewerben, die bekannteren Angeboten nachgebildet sind. Es geht hier um Fälschungen der Seiten von Roblox FPS Unlocker, YouTube, VLC-Mediaplayer, Steam oder KeePass. Hier sollen Nutzer dazu verleitet werden, Downloads zu tätigen, mit denen weitergehende Schadcodes verbreitet werden können.

Erweiterung hält sich

Bei der Entwicklung der Erweiterung haben sich die Täter recht geschickt angestellt. Sie kann vom Benutzer nicht deaktiviert werden, selbst wenn der Entwicklermodus aktiviert ist, hieß es. Neuere Versionen machen sogar bereits installierte Browser-Updates rückgängig, damit ältere Sicherheitslücken weiterhin ausgenutzt werden können.

Für unerfahrene Nutzer gibt es kaum einen Weg außer einer Neuinstallation, um die Malware loszuwerden. Wer sich etwas besser im Windows-System auskennt, kann folgenden Weg gehen:

  1. In der "Task Scheduler Library" muss eine Aktion gesucht werden, die ein PowerShell-Skript in "c:\windows\system32" startet. Der genaue Name kann variieren. Diese Aktion muss gelöscht werden, sie ist für den täglichen Neustart der Malware zuständig.
  2. In den Registry-Einträgen "Computer\HKEY_­LOCAL_­MACHINE\SOFT­WARE\Poli­cies\Google\Chrome\Extension­Install­Forcelist" und "Com­pu­ter\HKEY_­LOCAL_­MACHINE\SOFT­WARE\Poli­cies\Micro­soft\Edge\Extension­Install­Forcelist" müssen die "Name"-Werte gelöscht werden.
  3. Anschließend ist noch das zugehörige Powershell-Skript zu löschen. Folgende Dateien kommen hierfür infrage:

  • C:\Windows\system32\Privacyblockerwindows.ps1
  • C:\Windows\system32\Windowsupdater1.ps1
  • C:\Windows\system32\WindowsUpdater1Script.ps1
  • C:\Windows\system32\Optimizerwindows.ps1
  • C:\Windows\system32\Printworkflowservice.ps1
  • C:\Windows\system32\NvWinSearchOptimizer.ps1 - 2024 version
  • C:\Windows\system32\kondserp_optimizer.ps1 - May 2024 version


Zusammenfassung
  • Malware in Chrome und Edge seit 2021 aktiv
  • Erweiterungen bieten scheinbar nützliche Funktionen
  • 300.000 Nutzer mit manipulierten Erweiterungen infiziert
  • Malvertising imitiert populäre Webseiten
  • Neuinstallation oft einziger Weg zur Entfernung
  • Erweiterungen können nicht deaktiviert werden
  • Entfernung erfordert Eingriff in Taskplaner und Registry

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