Thailand empört: Apple zieht Werbespot nach Boykottaufruf zurück

Zum zweiten Mal in diesem Jahr muss man in Cupertino die Reißleine ziehen und die Ausstrahlung eines Werbespots stoppen. Wieder hatte es Kritik gehagelt. Die thailändische Regierung rief die Bevölkerung des Landes sogar dazu auf, keine Apple-Produkte mehr zu verwenden.
Apple, Logo, Mainboard, Apple Logo, Motherboard, Platine, Leiterplatte

Nächster Apple-Werbespot zurückgezogen

Es ist nicht das Jahr des Marketing-Teams von Apple. Erst vor knapp drei Monaten musste man nach einem Aufschrei der Entrüstung den 'Crush Creativity'-Werbespot zurücknehmen, mit dem das neue iPad Pro Anfang Mai vorgestellt worden war. Jetzt macht man in Cupertino erneut eine Rolle rückwärts und zieht einen weiteren Spot aus dem Verkehr, nachdem sich nationaler Widerstand geregt hatte.

Dabei geht es um den fünften Teil der beliebten 'Apple at Work'-Werbeserie, in der das Unternehmen in humorvollen Kurzfilmen zeigt, wie seine Produkte und deren Funktionen im Arbeitsalltag eingesetzt werden können. Darin folgen wir immer der Gruppe der vier sympathischen 'Underdogs', die mit verschiedenen Herausforderungen wie etwa einem gestohlenen MacBook zu kämpfen haben. Apple Werbung: The UnderdogsDie Underdogs: Ein Haufen liebenswerter und leicht neurotischer Außenseiter Der Mitte Juli veröffentlichte neueste Spot namens 'OOO (Out of Office)' zeigt bzw. zeigte, wie die Underdogs ihre Apple-Geräte von unterwegs aus zum Arbeiten benutzen. In den einzelnen Szenen sind die Protagonisten dabei zu sehen, wie sie durch Thailand reisen. Wie das Land dabei dargestellt wird, stößt einigen jedoch sauer auf, wie Bloomberg berichtet.

Negative Reaktionen auf Werbeclip

Online-Reaktionen von "Influencern und Internetnutzern" zufolge entstünde in der Werbung das Bild von Thailand als einem unterentwickelten Land aus der Vergangenheit.


Dass Apple mit einem thailändischen Produktionsunternehmen an dem Werbefilm gearbeitet hatte, konnte die Kritiker nicht beruhigen. Sogar der Sprecher des thailändischen Komitees für Tourismus aus dem nationalen Repräsentantenhaus Sattra Sripan meldete sich zu Wort:

Das thailändische Volk ist zutiefst unglücklich über diese Werbung. Ich ermutige die thailändische Bevölkerung, keine Apple-Produkte mehr zu verwenden und auf andere Marken umzusteigen.
Sattra Sripan

Apple mit Rückzieher

In Folge dieser Entwicklungen hat Apple den Werbespot jetzt von all seinen Internet-Plattformen entfernt. Man habe die Absicht gehabt, den thailändische Optimismus und die Kultur zu feiern. Man entschuldige sich dafür, die Lebendigkeit des Landes nicht vollumfänglich eingefangen zu haben, so Apple in einer Stellungnahme.

Da wir selbst den Werbespot nicht gesehen haben, können wir uns an dieser Stelle kein Urteil darüber bilden, ob die Kritik an dem humorvoll gedachten Kurzfilm berechtigt war oder nicht. Die thailändische Regierung dürfte mit dem Rückzieher von Apple allerdings zufrieden sein. Alle Interessierten finden zumindest einen der Kurzfilme aus der Serie namens 'Swiped' auf Apples YouTube-Kanal.

Handeln Unternehmen wie Apple mit seiner Entschuldigung und der Löschung des Werbeclips richtig? Oder reagieren viele Menschen heutzutage überempfindlich und fühlen sich zu schnell angegriffen?

Zusammenfassung
  • Apple zog "Crush Creativity"-Werbespot für das iPad Pro zurück
  • Neuer Rückzieher bei Apple wegen "OOO (Out of Office)"-Spot
  • "Apple at Work"-Serie zeigt Einsatz von Produkten im Berufsalltag
  • "Underdogs" nutzen Apple-Geräte von unterwegs in Thailand
  • Thailändische Reaktionen auf negative Darstellung des Landes
  • Thailändischer Sprecher fordert Boykott von Apple-Produkten
  • Apple entfernt Werbespot und entschuldigt sich

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