NASA bringt aufblasbares Space-Habitat zum zweiten Mal zum Platzen

Es ist aufwendig und teuer, große Strukturen ins All zu bringen. Das liegt vor allem daran, dass der Platz in Raketen beschränkt ist. Deshalb planen NASA und das Weltraumunternehmen Sierra Space aufblasbare Habitate. Diese Lösung hat nun ihren zweiten Drucktest bestanden.
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Quadratmeterpreis im Weltraum? Unerschwinglich

Im Weltraum ist der Quadratmeter besonders teuer. Wir sprechen hier aber natürlich nicht von klassischen Immobilien, sondern jenen, die für Wissenschaftler und Astronauten zur Verfügung stehen. Denn bislang ist die Größe der Module davon abhängig, wie groß die Rakete ist, die sie transportiert. Die simple Überlegung von Sierra Space ist, dass man dieses Modul schlichtweg aufblasen soll, womit sich die Größe bzw. das Volumen vervielfachen.

Denn die Lösung, an der derzeit gearbeitet wird, passt in eine Standard-Fünf-Meter-Raketenverkleidung, kann aber auf die Größe eines Wohnhauses aufgeblasen werden. Mit nur einem Raketenstart könnte man auf diese Weise ein Drittel des Platzes schaffen, der aktuell auf der Internationalen Raumstation (ISS) zur Verfügung steht.

NASA und Sierra zeigen zweites Platzen des aufblasbaren Habitats

Das Large Integrated Flexible Environment (LIFE), wie das Habitat offiziell heißt, besteht natürlich aus einem Hightech-Stoff mit zahlreichen Schichten, terrestrisches Vorbild hierfür sind gewebte Körbe. Das Material verhält sich starr, wenn LIFE einmal aufgeblasen ist, muss aber vor allem eines sein: sicher und stabil. Bereits Anfang des Jahres haben die Beteiligten einen "Platz-Test" durchgeführt, um herauszufinden, welchem Druck die Struktur aushalten kann.

Beim zweiten "Burst Test" kam allerdings eine weiterentwickelte Version des Habitats zum Einsatz ("LIFE 285"). Diese ist rund drei Meter hoch und hat die Größe eines "durchschnittlichen Einfamilienhauses", wie The Verge berichtet. Zum vorherigen Testmodell unterscheidet es sich durch größere und leichtere "Abdeckplatten" an den Wänden, diese sollen es erlauben, das Habitat zu erweitern und auch größere Fenster zu integrieren.

Platz-Test bestanden

Auch beim weiterentwickelten Modell steht und fällt alles mit der Widerstandsfähigkeit und das ist auch der Grund, warum man LIFE 285 über seine Belastungsgrenzen mit Luft aufpumpte. Erreicht wurden beim zweiten Burst Test 74 psi (ca. 5,1 Bar), das ist zwar etwas weniger als beim ersten Mal, aber mit 22 Prozent immer noch deutlich über dem empfohlenen Sicherheitslevel der NASA.

Sierra Space Large Integrated Flexible EnvironmentSierra Space Large Integrated Flexible EnvironmentSierra Space Large Integrated Flexible EnvironmentSierra Space Large Integrated Flexible Environment

Der aktuelle Test beweist, dass man das Habitat auf zehn Kubikmeter skalieren kann, das soll bis zu 1400 Kubikmeter große Strukturen ermöglichen. Nächstes Jahr will Sierra Space eine 500-Kubikmeter-Version bauen und testen.

Zusammenfassung
  • NASA und Sierra Space entwickeln aufblasbare Habitate
  • Zweiter Drucktest der aufblasbaren Module erfolgreich absolviert
  • Module passen in Standard-Raketenverkleidungen, expandieren zu Hausgröße
  • LIFE-Habitat aus mehrschichtigem Hightech-Stoff gefertigt
  • Zweites Modell LIFE 285 im Burst Test auf 74 psi gebracht
  • Erweiterung auf bis zu 1400 Kubikmeter möglich
  • Plan für 500-Kubikmeter-Version im nächsten Jahr

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