Siegeszug von Laboredelsteinen stürzt Diamanten-Industrie in die Krise

Diamanten waren einst das Symbol für Luxus und Wohlstand schlecht­hin. Doch das hat sich geändert, denn die Edelsteine werden immer billiger und verlieren für viele Kunden den Reiz. Vor allem in China sank die Begeisterung für Diamanten zuletzt rapide.

Nichts ist für die Ewigkeit, auch nicht Diamanten(-Preise)

"A Diamond is Forever" - ein Diamant ist für die Ewigkeit. Diesen Satz hat einst der größte Diamantenhändler der Welt, De Beers, geprägt und zum Slogan erhoben. Doch auch wenn das Unternehmen aus London bis heute damit wirbt, so kann man nicht mehr davon sprechen, dass dieser Spruch uneingeschränkt gültig ist.

Denn wie CNBC berichtet, steckt die gesamte Industrie derzeit in einer schweren Krise. Denn Anglo American, der größte Anteilseigner von De Beers, plant, den Diamantenhändler im Zuge der eigenen Umstrukturierung und Sanierung zu verkaufen. Doch das wird nicht einfach, wie CEO Duncan Wanblad kürzlich gegenüber der Financial Times sagte. Denn er meinte, dass ein Verkauf von De Beers der "härteste Teil" der Maßnahmen sein werde.

Grund dafür ist, dass die Nachfrage nach Diamanten wegbricht, vor allem in deren letzten "Bastion" China. In Zahlen zeigt sich das in diesem Jahr mit einem Rückgang der Diamantenpreise von 5,7 Prozent, seit 2022 sind diese um sogar 30 Prozent gefallen.


Grund dafür ist einerseits eine sinkende Rate an Eheschließungen und auch die steigende Popularität von Edelsteinen aus dem Labor. In der Pandemie bäumte sich die Nachfrage noch kurzzeitig auf, doch mittlerweile geben auch die Chinesen ihr Geld lieber für Reisen aus, als in Diamanten zu investieren.

Labor-Diamanten boomen

Experten sagen aber, dass künstlich hergestellte Diamanten der Hauptgrund für die Krise sind. Diese sind bis zu 85 Prozent günstiger als ihre natürlichen Pendants. Und deren Beliebtheit ist in den vergangenen Jahren förmlich explodiert: Der Marktanteil an Labordiamanten lag im Jahr 2017 bei etwa zwei Prozent, im Vorjahr waren es bereits satte 18,4 Prozent.

Branchenkenner rechnen, dass die Krise weitergehen wird und die Preise in den nächsten zwölf Monaten um 15 bis 20 Prozent sinken werden. Einige meinen zwar, dass das nicht so dramatisch ausfallen wird, wenn es gelingt, mit Marketing gegenzusteuern. So oder so: Die fetten Jahre sind offenbar vorbei.

Zusammenfassung
  • Diamanten verlieren an Reiz und werden immer billiger
  • In China sank die Begeisterung für Diamanten rapide
  • De Beers prägte den Slogan "A Diamond is Forever"
  • Anglo American plant den Verkauf von De Beers
  • Nachfrage nach Diamanten bricht vor allem in China weg
  • Preise für Diamanten sind seit 2022 um 30 Prozent gefallen
  • Labordiamanten sind bis zu 85 Prozent günstiger und beliebter

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